Start » Maintal » Bodenfunde
 
Bodenfunde

 

Bodenfunde

 

 

V o r  -  u n d   F r ü h g e s c h i c h t e

 

Anmerkung: Die Zeiträume für die Vorgeschichte werden unterschiedlich angegeben. Die hier angegebenen Zahlen stammen aus dem Buch „Hanau Stadt und Land“ (Seite 41-60), ergänzt durch „Mensch und Raum. Der Landkreis Hanau“, Seite 5-7 (im Museum Hanau-Steinheim werden zum Teil merklich abweichende Zeiträume angegeben).

 

Die Menschen der Altsteinzeit zogen in der letzten Eiszeit durch die tundra-ähnliche eisfreie Zone als Jäger und Sammler. Von ihnen hat man in unserer Gegend noch keine Spuren entdeckt, da ihre Ratplätze und Arbeitsstellen wohl von Löß und Sand bedeckt sind.

Als sich um 10 000 Vor Christus das Inlandeins zurückzog, änderte sich in der Mittelsteinzeit bis zum Jahr 3 000 nicht die Lebensweise. Erst aus der Jungsteinzeit gibt es Bodenfunde.

 

Steinzeit

Bandkeramiker (3000-2500 v.Chr.): Aus dem Gebiet der mittleren Donau, Ackerbau und Viehzucht, Töpferei, Spinnen, Weben. Bearbeitung der Steingeräte durch Schleifen und Polieren. Äxte mit Durchbohrung. Feste rechteckige Pfostenhäuser mit hohem First und senkrechten Wänden. Kugelige und birnenförmige Gefäße mit spiralig oder winklig angeordneten Bändern. Die Zum Teil durchlochten „Schuhleistenkeile„ sind wohl Pflugscharen. Brandgräber mit Schmuckbeigaben. Siedlungen mit dorfähnlichem Charakter an den Hängen der Hohen Straße, aber auch an den Altarmen des Mains bei Hochstadt und Bischofsheim.

 

Rössener Kultur (2500-2000 v.Chr.): Gleiche wirtschafts- und Hausform wie die Bandkeramiker, mit denen sie zunächst zusammenwohnten. Gefäße ahmen mehr die Form geflochtener Behältnisse nach, Tiefstichverzierungen oft mit weißer Farbe gefüllt. Ringwälle auf Bergkuppen, kriegerisches Volk, das die Bandkeramiker verdrängt. Funde bei Niederdorfelden und Ostheim.  Die „Tulpenbecherleute“ und die „Michelsberger Kultur“ werden ihnen teilweise zugerechnet.

 

Schnurkeramiker (200-1600 v.Chr.): Aus dem heutigen Thüringen. Verzierung der Tongefäße durch Eindrücken von Schnüren hergestellt (oder entsprechende Ornamente). Jäger und Viehzüchter. Axthammer mit Facettenschliff. Vereinzelt Kupfer für Schmuck und Werkzeuge. Funde bei Bischofsheim.

Glockenbecherleute (2000-1600): Aus Spanien. Gefäße in Form einer umgestülptem Glocke mit in Zonen eingeteilten Mustern. Die Kulturen wuchsen immer mehr zusammen und es bildete sich eine einheitliche Bevölkerung bis zur Bronzezeit.

 

Bronzezeit

Ein Einschnitt in der Entwicklung bedeutete die Verwendung der Bronze (90 Teile Kupfer, 10 Teile Zinn). Im nördlichen Europa wurde sie um die Mitte des 16. Jahrhunderts verwendet und bei uns zunächst aus Gegenden mit reicherem Erzvorkommen eingeführt. Jetzt werden Waffen, Geräte, Werkzeuge und Schmuck ausschließlich aus Bronze angefertigt. Durch bessere Straßen ausgedehnte Handelsbeziehungen (das Bronzeschwert aus Hochstadt stammt aus dem Ostalpengebiet).

 

Hügelgräberbronzezeit (1600-1200): Bronze wird Gebrauchsgut. Auch größere Siedlungen. Vorwiegend Viehzüchter. Die Toten bestattete man in gestreckter Lage in ihrer Kleidung, die Männer mit Waffen (Kampfbeil oder Stichschwert), die Frauen mit Schmuck (Armringe, Halsketten, große Gewandnadel). Viele Fundstätten in unserer Gegend, z.B. auf der Flugsanddüne bei Dörnigheim, im Töngeswald südlich von Hochstadt und bei Wachenbuchen.

 

Urnenfelderzeit 1200-800 v.Chr.): Aus dem Alpenvorland. Vorwiegend Ackerbauern. Die Toten wurden verbrannt und in großen Urnen in Flachgräbern beigesetzt in größeren Grabfeldern (das bedeutet: Andere Anschauungen über Leben und Tod). Urne bis zu 60 Zentimeter hoch, meist mit Deckel, enthielt außer den Ascheresten auch Grabbeigaben (Schalen, Becher, Henkeltassen, Rasiermesser). Dünnwandige und scharf profilierte Keramik, Gußformen für Metallgerät und Waffen. Großes handwerkliches Können. Der Mann kämpfte nur noch mit Lanze und Schwert. Waffen nur noch bei Vornehmen als Grabbeigabe.

Seit dem 9. Jahrhundert stärkere Wanderbewegung und Unruhe durch ein Bauernvolk, das aus dem Südwesten durch das Rheintal kam. Die Ringwälle wurden erneut befestigt, Wertsachen wurden versteckt. Ein solcher Hortfund wurde bei Hochstadt und bei Hanau gefunden (fertige Gegenstände, Fehlgüsse, Bruchstücke). Brandgrab in der Nähe des Bahnhofs, heute schon im Grundwasser, damals aber wohl trocken.

Frühhallstattzeit.

 

Eisenzeit

Ältere Eisenzeit (Hallstatt)(800-500 v.Chr.): Das aus dem Ostalpengebiet einführte Metall wurde zunächst nur als Schmuckeinalge in Bronzegegenständen verwendet. Doch nach und nach wurden Geräte und Waffen allein aus Eisen hergestellt, Bronze wurde nur noch als Schmuck verwendet. Rechteckige Häuser, aber in unserem Gebiet nur Abfallgruben. Die Keramik gehört zur „Koberstadter Kultur“ (nach einem Waldstück bei Langen) mit Graphitpinselbemalung. Urnen mit Knochenresten, oben darauf häufig Spitzbecher, einige Schalen neben der Urne. Brandflachgräber (oft in größeren Gräberfeldern) und Grabhügelgruppen. Beispiele: Im Wald bei Hochstadt, Brandgrab aus dem Oberfeld in Dörnigheim, im Waldgebiet „Burgheege“ bei Hochstadt

 

Jüngere Eisenzeit (Latènezeit)(500 v.Chr.- 50 n.Chr.): Die Kriegerscharen der Kelten sind das erste Volk mit historisch beglaubigtem Namen. Sie kamen vom Oberlauf der Donau und eroberten mit Hilfe ihrer aus Eisen geschmiedeten Waffen ein großes Reich. Sie legten Ringwälle in Taunus, Spessart und Rhön an. Namen wie „Rhein“ und „Main“ sind keltischen Ursprungs.

In die Wetterau wanderten sei erst nach 400 v.Chr. aus dem Gebiet westlich des Mittelrheins ein. Keramik teilweise auf der Töpferscheibe hergestellt. Der keltische Krieger trug einen Bronzehalsring, ein zweischneidigen Schwert und eine Lanze aus Eisen, auch die Frauen trugen Schmuck. Ein Gräberfeld aus der Spätlatènezeit gibt es in Bischofsheim.

Die Kelten wurden von den Germanenstämmen der Sueben und auch Vandalen verdrängt, aber bei Gräbern kann man oft nicht entscheiden, zu welchem Volk es gehört, die germanische Kultur war eng mit der keltischen verbunden.

Alte Straßen

 

 

(80) Römische Straße, vermutet                                                            

Eine vermutete rechtsmainische Straße von Kesselstadt nach Frankfurt führt auch durch die Gemarkung Dörnigheim. Sie entspricht der Straße Nr. 86 „Höchst-Kinzigtal“.

 

(81) Römische Straße, weitgehend vermutet                                      

Eine Straße soll von Kesselstadt über Dörnigheim, Hochstadt und Bischofsheim nach Vilbel geführt haben. „Wesentlich auf der Richtung älterer Wege und der Lage der bei ihrer Verfolgung gefundenen römischen Ansiedlungen beruht auch die Annahme einer aus langen geradlinigen Stücken bestehenden Straße vom Westtore des großen Kastells Kesselstadt nach der alten Niddabrücke bei Vilbel und weiterhin über Massenheim, Obereschbach, Gonzenheim nach der Saalburg. Spuren des alten Straßenkörpers (Kiesweg) glaube ich südlich und westlich von Hochstadt, nordwestlich von Bergen, bei Vilbel und bei Gonzenheim gefunden zu haben, am letztgenannten Orte  in Übereinstimmung mit L. Jacobi.“ (Wolff, Seite 42).

 

(82) Vorgeschichtlich/römische Straße, vermutet                                                      

Im Hochstädter Gebiet schneiden sich die von Kesselstadt nach Vilbel (Saalburg) führende römische Militärstraße und der prähistorisch-römische Weg von (Frankfurt-) Höchst nach Langendiebach und ins Kinzigtal. „Am Hanes zwischen Bischofsheim und Hochstadt muß sie durch die römischen Straßen nach Bergen und Vilbel gekreuzt sein. Bei Hochstadt weist nördlich vom Dorfe der bekannte Depotfund aus der Bronzezeit auf sie hin, südlich fränkische Gräber; in den Waldungen zwischen Hochstadt und Wilhelmsbad zahlreiche sie rechts und links begleitende Hügelgruppen aus der Bronze- und Hallstattzeit...“ (Wolff, Seite 28),

Nach Wolff dürfte sich die von Langendiebach über Wachenbuchen nach Hochstadt führende römische Straße in der Hochstädter Gemarkung teilen. Ein Zweig würde weiter nach Bergen führen; sie dürfte sich von Hochstadt herkommend geradlinig bis zur heutigen Straße Bischofsheim-Niederdorfelden fortsetzen und nördlich von Bischofsheim der dort von der Dorfelder Straße abzweigenden Straße nach Bergen entsprechen.

Der andere Zweig dürfte sich über die „alte Gelnhäuser Poststraße“ sich zum Frankfurter Mainübergang hin fortsetzen.

 

(83) Vorrömische/römische Straße, vermutet                                      

Nach Wolff dürfte sich die von Langendiebach nach Hochstadt führende römische Straße in der Hochstädter Gemarkung teilen und einmal weiter nach Bergen führen, zum andern über die „alte Gelnhäuser Poststraße“ sich zum Frankfurter Mainübergang hin fortsetzen.

(84) Vorrömische/römische Straße, vermutet                                      

Die vermutete vorrömische/römische Straße vom  Untermain nach Nordosten  („Hohe Straße“) verläuft im Norden Bischofsheims etwa parallel mit der Gemarkungsgrenze zu Niederdorfelden.

 

(85) Römische Straße, vermutet, zum Teil gesichert                                                 

Wolff stellte 300 Meter südöstlich von Wachenbuchen 1898 eine vorrömische Straße („Stickung und Kiesdecke“) fest, deren geradlinige Verlängerung nach Südwesten nach Hochstadt weist, nach Nordosten nach Marköbel. In der Hochstädter Gemarkung ist die Straße noch nicht nachgewiesen.

„Eine alte Straße, bei der ich im Jahre 1898 noch Stickung und Kiesdecke feststellen konnte, zieht 300 Meter südöstlich vom alten Dorfe, von den  neuen Teilen jetzt erreicht, in der Richtung von Südwesten nach Nordosten vorüber. Sie heißt heute ‚die kleine Straße’, der südlich anliegende Ackerstreifen - im allgemeinen trennt sie das Acker und Gartenland von den Wiesen - heißt ‚unter der Straße’. Eine Urkunde vom Jahre 1293, 8. Mai (Reimer, Hessisches Urkundenbuch IV, Nachtrag Nr. 16) nennt in dieser Richtung eine ‚via qui dicitur Bisewiese’. Eine Verlängerung des geradlinigen Abschnittes würde nach Südwesten auf das Stück der Hochstädter Straße vor der Abbiegung nach dem alten Dorfe Wachenbuchen und nach Nordosten auf die römischen Anlagen von Mittelbuchen, weiterhin auf das Kastell Marköbel weisen“ (Wolff)

 

(86) Römische Straße: Höchst-Kinzigtal

 

(ohne Nummer) Römische Straße, zum Teil gesichert                                 

Die zum Teil gesicherte römische Straße Hanau (Mainbrücke) - Friedberg führt auch durch die Gemarkung Wachenbuchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bodenfunde Dörnigheim

 

1   Mesolithische Schlagstätte                             Flur 29, östlich des Ortes

2   Pal./mesolith. Quarzit‑Artefakt            Sandgrube, östl. des Ortes, nördlich Massa

3   Neolithisches Steinbeildepot              Sandgrube Flur Scheidsand

4   Steinbeil                                                 Gemeindewald

5   Stein – Axt                                              Rumpenheimer Schleuse, Ufer

6   Steinbeil                                                 Sandgrube Eberhard, nördlich vom Massa

7   Steinbeil                                                 Sandgrube südl.der Straße nach Kesselstadt

8   Feuerstein ‑ Artefakt                             Sandgrube zw. Kesselst. und Hanauer Str.

9   Steinbeil                                                 Flußfund aus dem Main

17  Bandkeramische Siedlung                Nurlache

18         Bandkeramische Siedlung                     Abzweig Landstraße Kesselstadt von B 40

24  Siedlungsfunde                                               Mainterrasse, Straße nach Kesselstadt

25  Neolith. Siedlungsstelle (?)               Sandgrube Honeywell

      Bandkeramische Scherben               Sandgrube Honeywell

      Schnuröse                                             Sandgrube bei der Firma Honeywell

26  Einzelfund (Keramik)                          Sandgrube Eberhard

27 Einzelfund (Keramik)                           Fischteich Fischer

28 Bronzezeitliche Siedlung                    Südlich der Bahnlinie Hanau ‑ Dörnigheim

29  Hügelgräberzeitl. Scherben               Gemeinde-Sandgrube

30  Grabhügel mit Funden                                   Gemeindewald, östlich vom Ort

31  Hügelgräberzeitl. Fundstelle             Bei Dörnigheim (?)

34  Gefäße                                       Sandgrube Honeywell

35  Henkelbruchstücke                                         Sandgrube Honeywell

36  Lanzenspitze                                        Gemeindewald

37  Grabfunde                                             Kreuzgartenstraße 6

38  Grab                                            Nördlich vom Ort

39  Tüllenbeil                                              Flußfund aus dem Main

40  Lanzenspitze                                        Flußfund aus dem Main

41  Schwert                                      Flußfund aus dem Main

49  Grab                                            Sandgrube Eberhardt

50  Grabfunde                                             „Sandkopf am Galgen“

51  Siedlungsfunde                                               Nurlache

52  Siedlung                                    An der Braubach (nicht kartiert)

53  Bronzering (Armring)                          Östlich der Kläranlage

54 Brandgräber                                           Sandgrube nördlich von Massa

67  Siedlungsplatz (Rössener)                Kiesgrube Waldabteilung  10

68  Zwei Gefäße                                         Südlich des Umspannwerks

69  Grabfund                                               Sandgrube östlich des Ortes

70  Bronzeringe                                          Sandgrube Flur Scheidsand

71  Grabfunde                                             Klärbecken

77 Gefäßbruchstücke                    Sandgrube Honeywell

78  Scherben                                              Straße von Dörnigheim nach Kesselstadt

79  Scherben                                              Westlich der Kläranlage

80  Römische Straße                     Kesselstadt ‑ Frankfurt      

81  Römische Straße                                 Kesselstadt ‑ Vilbel ‑ Saalburg

87  Römische Münze                                Südwestlich des Bahnhofs

88  Römischer Grabfund                          Äpfelallee (esselstädter Weg)

100 Röm.-spätrömische Siedlung           Städtische Kiesgrube Waldabteilung 10

101 Scherben                                             Sandgrube Honeywell

      Krüge                                                      Südlich Hanauer Straße

102 fränkischer Grabfund                                    Mozartstraße 17

105 Münze                                       Mozartstraße 1

110 Schädelknochen                                sekundäre Fundlage

112 Denkmale                                            Dörnigheim

115 Trichterhalsbecher                             Dörnigheim ?

116 Lesefunde                                           Honeywellstraße

(1) Mesolithische Schlagstätte

In der Flur 29, Flurstück 11/5, Hanauer Straße, fand Klaus Ulrich am 7. und 14. April 1971 im Westprofil eines Fundamentgrabens für den Neubau einer Büro‑ und Werkhalle der Firma Nierisch, Dörnigheim (30 Meter südlich der Hanauer Straße, 22 Meter östlich der Sandstraße, heute Honeywellstraße) offenbar eine Schlagstätte mesolithischen Ursprungs. Im Bereich einer Fläche von 3 x 1 Meter und in einer Tiefe von 70-90 Zentimetern stellte er im steinlosen, an dieser Stelle bräunlich verfärbten Sand in regelloser Einstreuung zahlreiche Abschläge, Artefakte und zerschlagenes Rohgestein aus gelbbraunem, grauem und schwarzem KieseIschiefer fest. Zwei der gefundenen Abschläge sind aus bräunlichem Quarzit und weisen Spuren artifizieller Bearbeitung auf (Rohmaterial mit Spuren von abgeschlagenen Bahnen). Auch bei verschiedenen Kieselschieferstücken sind diese Spuren zu beobachten, so daß man von Stücken mit Nukleuscharakter sprechen kann. Im großen und ganzen handelt es sich bei dem Fundmaterial um Abschläge ohne weitere artefizielle Bearbeitung, doch sind an einigen Stücken Retuschen erkennbar. Offenbar handelt es sich hier um eine Schlagstätte mesolithischen Ursprungs. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 10551.

 

(2) Quarzit-Artefakt.

Im Mai 1958 fand Herr Direktor Mainhoff in Dörnigheim im aufgeworfenen Sand einer Sandgrube östlich des Ortes zwischen den Straßen Dörnigheim-Hanau und Dörnigheim-Kesselstadt), einen Quarzit mit deutlichen Bearbeitungsspuren. Er war teilweise überkrustet, Farbe grau bis hellbraun. Länge 19,2 Zentimeter, Breite 10,5 Zentimeter, Dicke 3,8 Zentimeter.

Dr. Herbert Krüger, Direktor des Historischen Museums Gießen, hat den Fund verschiedenen Wissenschaftlern vorgelegt (u.a. Abbé Breuil und Professor Baudet in Paris sowie in Hamburg), die den Artefaktencharakter des Stückes anerkannten. Eine typologische oder zeitliche Einordnung war aber nicht möglich. Der Fund wird aber als Unikum bezeichnet.

 

(3) Neolithisches Steinbeil-Depot

Flur Scheidsand, nördlich der Bundesstraße 8/40, bei Kilometerstein 10,4, gleiche Stelle wie Nummer 70. Seit Jahren  wurde an der Stelle der früheren „Kieskaute“  die hohe Sanddüne abgebaut, als Anfang Oktober 1951 eines Tages aus dem Greifer drei Steingeräte fielen.

Sie müssen im Sand dicht beieinander gelegen haben und sind als Depotfund anzusprechen.

Am 9. Oktober 1951 überbrachte Lehrer Lippert der Bodendenkmalpflege drei Stein-Werkzeuge, die sein zehnjähriger Schüler Norbert Kunze ihm mitgebracht hatte. Sein Vater war Betriebsaufseher in der Sandgrube und hatte die Werkzeuge aus etwa zwei Meter Tiefe hervorgeholt.

Als der Bodendenkmalpfleger am 13. Oktober die Grube besuchte, entdeckte er einen weiteren latènezeitlichen Fund, der unter Fund Nummer 70 erfaßt ist.

 

- Großes Gerät, die Schneide in Form eines Schuhleistenkeils gebildet; bis auf die tiefer liegenden, von Natur aus vorhandenen Stellen, die nicht erst beim Gebrauch ausgebrochen wurden, ist die Oberfläche gut geschliffen. Länge 25, Breite 9,3, Stärke 5,6 Zentimeter. Vermutlich Diorit (Odenwald). A 785 

- Schuhleistenkeil mit querständigen Schneiden. Keine Benutzungsspuren. Kieselschiefer. Länge 18,1 Zentimeter, Breite 2,6 Zentimeter, Stärke 3,6 Zentimeter. A 786 

Großes Beil mit stumpfen Ecken, aus einem auf der Unterseite nur wenig nachgearbeiteten Stein geschliffen. Quarzit. Länge 23,8 Zentimeter, Breite 6,6 Zentimeter, Stärke 7,9 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau. A 787 

 

(4) Steinbeil‑Einzelfund

Im Gemeindewald dicht östlich der Hügelgräbergruppe.  Bruchstück eines schwarzen Steinbeils mit leicht nach unten geschwungener Schneide. Kulturstellung nicht ganz sicher. Verbleib: Museum Hanau    

 

(5) Steinaxt

Steinaxt aus Syenit, gefunden am nördlichen Mainufer in Höhe der Rumpenheimer Schleuse. Gefunden 1916 von Zimmermeister Schmitt, der damals mit englischen Gefangenen am Bau der Schleuse arbeitete. Verbleib: Privatbesitz (Lehrer Imand, Fechenheim, Starkenburger Straße 84).

 

(6) Steinbeil

Östlich von Dörnigheim zwischen den Straßen Dörnigheim-Hanau und Dörnigheim-Kesselstadt. Zur Fundstelle siehe Grab 5 (A 9057-9043).

Herr Karl Eberhardt, Kesselstadt, Ankergasse 3, fand im Sommer 1956 beim Sandgraben in seiner Sandgrube ein spitzzackiges Steinbeil mit halbkreisförmiger Schneide. Gesteinsart: Stark verwitterte Oberfläche, Polierspuren noch erkennbar. Länge 9,5, Breite 4,7, größte Dicke 2,8 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 9405.

 

(7) Steinbeil

Sandgrube am Main, südlich der Straße nach Kesselstadt. Eine Seite flach, Länge 8,5 Zentimeter. Geschenkt von Herrn Lehrer Hch. Jung (?) im Dezember 1935. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 7034

 

 

(8) Feuerstein-Schaber („Artefakt“)

Sandgrube zwischen den Straßen nach Hanau und Kesselstadt, südlich des Waldes. Schaber aus Feuerstein. Länge 5,5 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 7035

 

(9) Steinbeil

Main bei Dörnigheim. Fundskizze vgl. Fundskizze Nr. 39 (mit dem Tüllenbeil gefunden). Steinbeil mit einer Länge von 11 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 7036.

 

(17) Bandkeramische Siedlung

Beim Ausbaggern eines Kanalisationsgrabens durch die ehemalige „Nurlache“, gleiche Stelle wie Nummer 51, nordwestlich des Hauses der Vogelschutzgruppe, wurden 1966 im aufgeschütteten Mooraushub von Klaus Ulrich aufgelesen:

- 1 Quarzitschaber braun patiniert

- 1 Scherbe vom Typ der Wetterauer Bandkeramik, graubrauner Ton, gut geglättet.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer  A 9583 und 9584

Zeichnungen bei den Fundberichten

 

(18) Bandkeramische Siedlung

An der Abzweigung der Landstraße nach Hanau-Kesselstadt von der Bundesstraße 8, rechts gegenüber der Aral-Tankstelle, beim Hausbau im Sommer 1961 gefunden:

-   1   Randstück und 3 Wandstücke eines verz. Kumpfes

-   6   verz. Randstücke

- 18   verz. Wandstücke

-   5   unverzierte Randstücke

- 53   unverzierte Wandstücke

-   1   Wandstück mit Griffwarze

-   4   Henkelösen-Bruchstücke

-   1   Klinge

-   1   klingenförmiger Abschlag

-   2   Schaber

-   2   atypische Abschläge aus Quarzit

-   1   großes Stück Roteisenstein mit Schleifflächen.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9542-65

 

(24) Siedlungsfunde

Baugruben an der südlich der Straße Hanau‑Dörnigheim gelegenen Mainterrasse. Linearbandkeramische Periode: Dunkelgraue Farbe, feine Magerung des Tones und Art der Verzierung aus dem Verbreitungsgebiet der Wetterau:

- Randstück eines bandkeramischen Kumpfes mit parallel zum Rand verlaufender Doppelstichreihe; Winkelmuster, bestehend aus engstehenden parallelen Linien, dazwischen vertikal zum Rand verlaufende Doppelstichgruppen. Wetterauer Typ der jüngeren Linearbandkeramik.

- Wandungsscherbe eines bandkeramischen Gefäßes. Winkelmuster, bestehend aus drei engstehenden parallelen Linien; dazwischen Reihen großer, ovaler Einstiche als Sekundärmuster. Diese Art der Verzierung ist auch im Wetterauer Raum zu finden.

- Wandungsscherbe eines bandkeramischen Gefäßes mit engstehenden Spiralbänderverzierungen und einzelnen großen Einstichen als Sekundärmuster. Muster dieser Art finden sich bereits in der älteren Phase der Linearbandkeramik.

 

(25) Neolithische Siedlungsstelle

Nördlich der Straße Dörnigheim-Kesselstadt an der Einmündung der Zufahrt zum Industriegebiet „Honeywell“. Lesefunde von Klaus Ulrich aus den Aushub eines Kabelgrabens. 14 Scherben verschiedener Gefäße, darunter eine mit Griffwarzen; Sandstein‑ und Basaltbrocken. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9647.

 

(25) Bandkeramische Scherben

Fundkomplex von 34 bandkeramischen Scherben aus der Sammlung Meckelburg, zu dem genaue Fundortangaben sowie Angaben über die Fundumstände fehlen. Er stammt möglicherweise von der Fundstelle „Sandgrube Honeywell“. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/05

 

(25) Schnuröse

In einer Sandgrube bei der Firma Honeywell, wurden um 1970 von Karl Meckelburg zahlreiche prähistorische Artefakte gefunden. Dazu gehören u.a. aus der bandkeramischen Kultur eine fahlbraune, eine gelbbraune und eine lilaschwarze Schnuröse sowie ein gelbbrauner und ein fahlbrauner Grifflappen. Vermutlich aus der gleichen Sandgrube stammt ein olivbrauner Griffhenkel zum sandig gemahlenem Ton sowie eine Wandstück mit gespaltenem Grifflappen mit Ritzlinien und Stichverzierung aus ackerbraunem Ton und eine Randstück mit Bänderverzierung aus violettschwarzen Ton. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/03.

 

(26) Einzelfund (Keramik):

Sandgrube K. Eberhard. Gleiche Fundstelle wie Nummer 49. Bruchstück einer Tasse mit Rest einer Schmuckleiste aus Strichritzung und Einstichen. Tonfarbe graubraun, Oberfläche fein geschlämmt und geglättet. Gefunden 1967 von Karl Meckelburg.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9589.

 

(27) Einzelfund (Keramik):

Fischteich Fischer, nördlich der Braubachbrücke, Meßtischblatt: 5818  (87.242/ 55.960, eher 87.340). Als Lesefund aus dem ausgeworfenen Erdreich bei der Anlage des Fischteiches wurde von Karl Meckelburg eine fragmentierte Kanne mit Bandhenkelöse geborgen. Auf der Schulter in Ritztechnik umlaufendes, etwa 1,5 Zentimeter breites Band aus gegenständlich angeordneten Dreiecken zwischen parallelen Einfassungslinien. Tonfarbe rotbraun, Oberfläche gut geglättet. Höhe 12 Zentimeter, Durchmesser des Randes 7 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9566.

 

(28) Bronzezeitliche Siedlung

Südlich der Bahnlinie zwischen Hanau‑Wilhelmsbad und Dörnigheim, Meßtischblatt: 5819 (90.840/56.320). Finder Karl Meckelburg. Als Lesefunde wurden geborgen:

- Wandungsbruchstück einer Tasse mit drei parallelen umlaufenden Rillen. Tonfarbe schwarz‑braun. Oberfläche gut geglättet und poliert

Dickwandige Scherbe mit Fingertupfen‑Eindrücken auf der Oberfläche. Tonfarbe schwarz. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9575 und A 9576.

 

(29) Hügelgräberbronzezeitliche Scherben

Sandgrube etwa 1400 Meter östlich des Ortes, an der Südseite des Feldwegs, der südlich des Jagens 5 in östliche Richtung nach dem Umspannwerk zieht, die westlichste der dortigen Sandgruben.

Im August 1951 am Südrand der Grube aufgelesen. Die Scherben haben einige Zeit frei gelegen und sind stark verwittert.

- Randstück eines bauchigen Gefäßes, Rand glatt abgestrichen, gelbbrauner Ton (A 796).

- Randstücke eines bauchigen Gefäßes mit ausladendem Rand, auf der Schulter glatte Leiste. Rötlichbrauner Ton (A 797).

- Randstück, glatter Rand, auf der Schulter eine Knubbe. Ton mit Quarzkörnern gemagert    (A 798).

- Fünf atypische Scherben, Gefäßbruchstücke ohne Profile (A 799).

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 796‑799.

 

(30) Grabhügel:

Im Wald liegen südlich der Hanau-Frankfurter Bahn liegen zehn zum Teil sehr stattliche Hügel, die noch nicht untersucht sind. Die Gruppe beginnt 30 Meter westlich des Waldwegs, der 1750 Meter östlich der Station Hochstadt-Dörnigheim und 1500 Meter westlich der Haltestelle Wilhelmsbad die Eisenbahn überschreitet (er kommt vom Sportplatz „Dicke Buche“) und erstreckt sich 300 Meter weit an der Waldgrenze entlang nach Westen, so daß der westlichste Hügel vom Waldgraben halb zerstört ist, während die übrigen 20 bis 70 Meter von ihm entfernt liegen.

Im Herbst 1927 wurde der kleinste, am weitesten nach Westen liegende und der in der Nähe liegende größte Hügel der Gruppe untersucht. Am Fuße dieses Hügels liegt ein Findling, der sich bis vor wenigen Jahren auf dem Gipfel des Hügels befand. In beiden Hügeln wurde nichts gefunden.

Im Herbst 1928 wurde der am weitesten östlich gelegene Hügel untersucht.

- bronzener Absatzkelt (Absatzbeil), in der Mitte des Hügels in 1,10 Meter Tiefe, 17,5 Zentimeter lang, gerader Nacken, breiter Absatzwulst, die Mitte der Schmalseiten und die Breitseiten am Absatz reich verziert

- zwei rohe Scherben in gleicher Tiefe an zwei etwa 30 Zentimeter vom Kelt entfernten Stellen

- Bronzearmreif, in 70 Zentimeter Tiefe, etwa einen Meter vom Kelt entfernt, ein einfacher, massiver, offener Ring, gleichbreite Enden, spitzovaler Querschnitt, unverziert, Durchmesser 7 Zentimeter.

Um die Grabung hat sich Lehrer Hch. Jung aus Dörnigheim mit seinen Schülern sehr verdient gemacht.  Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 5152-54.

 

(31) Hügelgräberzeitliche Fundstelle

Nordwestlich des Ortes, Bereich der Siemensschule . Fundstelle der frühen Urnenfelderkultur bis späten Hügelgräberbronzezeit.

Im Jahre 1936 wurden bei Anlage eines Spargelfeldes sechs Henkeltassen und eine reich verzierte Nadel mit doppelkonischem Kopf  in einem Umkreis von etwa vier Metern zusammenliegend gefunden. Die Tassen sind übereinstimmend von gelb‑ bis graubraunem Ton mit teilweise starker Sandbeimengung, die Oberfläche ist stets geglättet.

Die einzig vorkommende Verzierung besteht aus umlaufenden tief eingeschnittenen Linienbändern, einmal verbunden mit neun Gruppen von je drei bis zum Boden reichenden Vertikalstrichen.

- Henkeltasse ohne Verzierung, Rand leicht geschweift, rotbrauner Ton, Höhe7 Zentimeter, Durchmesser 16 Zentimeter (A 7144)

- Henkeltasse, schwarzbrauner Ton, Höhe 12 Zentimeter, Durchmesser 7 Zentimeter. Zwei Reihen von je drei Rillen (A 7145).

- Henkeltasse, schwarzbrauner bis grauschwarzer Ton, drei umlaufende Rillen, Höhe 9,5 Zentimeter, Durchmesser 7,5 Zentimeter (A 7146).

- Henkeltasse, braunschwarzer Ton, geschweifter ausladender Rand, ohne Verzierung, Höhe 9 Zentimeter, Durchmesser 13 Zentimeter (A 7147),

- Henkeltasse, ausladender Rand, zwei umlaufende Rillen, Unterteil in Felder geteilt, graubraunschwarzer Ton, Höhe 5 Zentimeter, Durchmesser 8 Zentimeter (A 7148).

- Randstückchen, innen schwarzer Ton, außen gelbrot mit Dreieckzeichnung auf dem flachen Rand (A 7149).

- Unterteil einer Henkeltasse, rotbrauner Ton und Henkel und weitere Gefäßbruchstücke (A 7150).

- Henkeltasse, braunschwarzer Ton, Höhe 8,5 Zentimeter (A 7151).

- Kegelkopfnadel, Länge 19 Zentimeter (A 7152).

 

(34) Gefäße

In der Sandgrube bei der Firma Honeywell, fand Karl Meckelburg eine sepiafarbene Randscherbe und Bruchstücke einen weiteren bronzezeitlichen Gefäßes. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/03

 

(35) Henkelbruchstücke

Henkelbruchstücke aus der Sandgrube Honeywell, überwiegend bronzezeitlich zu datieren, Sammlung Meckelburg:

- Randstücke einer dunkelsienafarbenen Tasse mit Henkel und horizontalen Ritzlinien und Stichverzierung in Höhe den oberen Henkelansatzes.

- Wandstück einer Tasse mit schwarzbraunem Henkel und Ritzlinien und Stichverzierung am unteren Henkelansatz. 

- Ockerbraune bis schwarzbraune Randstücke einer Henkeltasse,  Randdurchmesser 14cm,

- Randstücke einer lilaschwarzen Henkeltasse mit umlaufender Kerbbandverzierung in Höhe den unteren Henkelansatzes.

- Lilaschwarze Wandstücke mit Henkel und Kerbverzierung auf zwei umlaufenden Bändern.

- 5 weitere Henkelbruchstücke verschiedener Gefäße.

Verbleib: Museum Hanau A 1983/03 (Zeichnungen bei den Fundberichten).

 

(36) Lanzenspitze

Im  Gemeindewald dicht westlich (? laut Koordinaten des Meßtischblattes östlich) der Hügelgräbergruppe nahe dem Bahndamm, aufgelesen. Lanzenspitze mit bis zur Spitze durchgehender Tülle, langem Blatt und 2 Nietlöchern, Länge 16 Zentimeter.  Verbleib: Museum Hanau.

 

(37) Grabfunde

Kreuzgartenstraße 6, drei Brandgräber, am 11. März 1956 beim Legen einer Wasserleitung gefunden

 

Grab 1: Etwa 57 Meter südlich von der Mitte der Bundesstraße aus gemessen, Grabsohle ein Meter tief. In der Urne Leichenbrand und Beigaben.

- Randlose Kegelhalsurne mit riefen, die untere über Kreisbuckeln viermal abgesetzt. Grau, unten braungelb, geglättet, am Unterteil schwache Knetspuren, Höhe 43,5 Zentimeter, Randdurchmesser 21,4 Zentimeter.

- Scherben eines kleinen Bechers mit Schmal- und Breitriefe. Braunschwarz, geglättet, polieret, Randdurchmesser 9,2 Zentimeter

- Knickwandschale, Rand rundum abgeschlagen. Fleckig braungrau, uneben, Höhe noch 7,4 Zentimeter, Randdurchmesser etwa 23,2 Zentimeter

- Schale, braun und schwärzlich, recht grob, geglättet, poliert, Höhe 6,2 Zentimeter, Randdurchmesser 14,2 Zentimeter.

 

Grab 2: Etwa 54,9 Meter südlich der Mitte der Bundesstraße, Grabsohle 1,20 Meter tief. In der Urne Leichenbrand und teils davon bedeckt die Beigaben. Die Scherbe einer Knickwandschale, die in der Urne lag, dürfte als Deckel gedient haben.

- Randlose Kegelhalsurne. Braun und schwärzlich, geglättet, poliert, unten geschlickt und verstrichen, mit Knetspuren, Höhe 29,2 Zentimeter, Randdurchmesser 15,2 Zentimeter

- Scherbe im Unterteil eine Knickwandschale, als Deckel. Braun und schmutzig rot, uneben, Knetspuren. Größe rund 15 zu 16 Zentimeter.

- Zylinderhalsbecher mit Reifen, die unteren an Kreisbuckeln dreimal gerafft; Buckel von innen hochgedrückt, unter ihnen achtlose Fransenreihe. Schwarzbraun, geglättet, poliert, unsorgfältige Arbeit, Höhe 8,3 Zentimeter, Randdurchmesser 8,4 Zentimeter

- Becher mit Riefe über dem Umbruch, die vielleicht gerafft war. Bräunlich und schwarz, geglättet, poliert. Höhe 7 Zentimeter, Randdurchmesser 8,4 Zentimeter

- Kleiner Doppelkonus, am Umbruch zwei gegenständige senkrecht durchlochte Ösen. Unsorgfältig eingeritztes Dreiecksmuster (Dreiecke leer oder in verschiedener Art strichgefüllt) zwischen Rillen. Gelbbraun, geglättet, poliert, unten derb, Höhe 4,6 Zentimeter, Randdurchmesser 5,2 Zentimeter

- Zwei Schalen. Schwarz bis braun, geglättet, poliert, Höhe 5 und 6,4 Zentimeter, Randdurchmesser 12,3 und 17 Zentimeter

- Kleiner flacher Bronzering, Durchmesser 1,9 Zentimeter

 

Grab 3: Etwa 62 Meter südlich der Mitte der Bundesstraße, drei Einzelscherben im Umkreis von 0,30 Zentimeter in ein Meter Tiefe dürften von einem dritten Grab stammen.

- Scherbe eines Bechers mit Riefen. Gelbbraun, geglättet, poliert

- Sekundär verbrannte Wandscherbe mit Bodenansatz eines Gefäßes

- Kleine rauhe Wandscherbe eines weiteren Gefäßes.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer  A 9306-18

 

(38) Grab

Etwa ein Kilometer nördlich des Ortes auf dem Parkplatz am Bahnhof Hochstadt, Dörnigheimer Seite, wurde 1934 von Arbeitern in einer Tiefe von 1,40 Metern (wohl) ein Grab gefunden.

Das starke Grundwasser verhinderte Nachgrabung. Scherben einer Zylinderhalsurne: tiefschwarz fein geschlämmt, gut geglättet und poliert. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 7031

 

Flußfunde aus dem Main:

Im Sommer 1923 wurden von den Lehrern Jung und Lehr beim Baggern mehrere Funde im Main gemacht und im Dezember 1935 dem Museum übergeben. Schwert und Lanzenspitze wurden bei derselben Gelegenheit gefunden, das Tüllenbeil etwa 150 Meter davon entfernt. Fundort in Höhe „Auf der Schanz“, südlich des Bogens des alten Kesselstädter Wegs, etwas östlich der Turnhalle.

 

(39) Tüllenbeil, 12,5 Zentimeter lang

(40) Lanzenspitze, 16 Zentimeter lang

(41) Griffzungenschwert, 58,1 Zentimeter lang, Zungenbreite 2,7 Zentimeter, Heftbreite noch 5 Zentimeter, größte Klingenbreite 4,6 Zentimeter. Altgoldfarbene Wasserpatina. Abbildung bei den Fundberichten.

Das Schwert ist vom Typ „Mainz“. Charakteristisch für diese Schwerter ist eine in der Mitte stark ausgebauchte, fischschwanzförmig endende Griffzunge mit zwei bis drei Nietlöchern (zwei in der Zungenmitte, das dritte am Zungenende) und aufgewulsteten Zungenstegen. Sie geht mit kräftiger Einziehung in das breit trapezförmige Heft mit vier Pflocknieten, straff gestreckten und sanft einwärts gebogenen Schultern über.

Der Heftausschnitt ist flach bogenförmig. Der dünne Klingenmittelwulst endet an der Griffzungeneinziehung. Darunter biegt die Klinge kräftig ein, um nach einer langen gekerbten, oder glatten Fehlschärfe breit weidenbIattförmig mit abgesetzten Schneiden zu verlaufen. Linienbündel folgen dem Schneidenschwung von der Fehlschärfe an bei linsenförmigem Klingenquerschnitt mit erhöhtem Mittelwulst. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 7036-38

 

(49) Grab

Im Jahre 1967 von Karl Meckelburg in der Sandgrube Karl Eberhard  gefunden. Gleiche Fundstelle wie Nummer 26.

Aus einem zerstörten Grab:

- Bruchstücke einer weitmündigen Schale mit gerundetem Rand. Tonfarbe im Bruch grauschwarz, an den Oberflächen rotbraun; Ober-Fläche fein geschlämmt, gut geglättet und poliert. Außen ein 2 Zentimeter breiter Graphit-Randstreifen, innen, gleichmäßig auf die Rundung verteilt, vier hangende Dreiecke aus Graphitstrichen; Höhe etwa 7 Zentimeter, Durchmesser des Randes etwa 20 Zentimeter, Durchmesser des Bodens etwa 5 Zentimeter.

- Bruchstücke einer weitmundigen Schale mit gerundetem Rand. Tonfarbe graubraun, Oberfläche feingeschlämmt, gut geglättet und poliert. Außen Reste eines Graphitrandstreifens. Durchmesser des Bodens 7 Zentimeter.

Randbruchstück eines Spitzbechers mit kurzem Schrägrand. Tonfarbe rotbraun, Oberfläche fein geschlämmt, gut geglättet und poliert. Reste eines Graphitüberzuges auf der Außenwandung.  Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 95-A 9592 (Dr. Dielmann).

 

(50) Grabfunde

Gefunden 1966 durch Karl Meckelburg in Sandgrube am „Sandkopf am Galgen“, gleiche Stelle wie Nummer 54.

Aus einem zerstörten Grab aus der Wand der Sandgrube wurden in 70 Zentimeter Tiefe geborgen:

- Weitmundige Schale mit gerundetem Rand. Auf dem Boden kreuzförmige Ritzung, die Felder der Viertelkreise gegensätzlich schraffiert. Tonfarbe hellbraun bis schwarzbraun, Oberfläche geglättet. 11,8 Zentimeter, Durchmesser des Randes 25 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 9,4 Zentimeter

- Weitmundige Schale mit gerundetem Rand, Tonfarbe grau, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet, am Rand Reste eines Graphit-Streifens. Höhe 9,2 Zentimeter, Durchmesser des Randes 22,4 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 6 Zentimeter

- Weitmundige Schüssel mit gerundetem Rand, Tonfarbe graubraun, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet. Höhe 5,5 Zentimeter, Durchmesser des Randes 18,2 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 5,3 Zentimeter

- Weitmundige Schale mit gerundetem Rand, Tonfarbe braun, Oberfläche rauh. Höhe 4,9 Zentimeter, Durchmesser des Randes 11 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 3 Zentimeter

- Weitmundige Spitzschale mit gerundetem Rand, in der Spitze Delle. Tonfarbe graubraun, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet, 2 Zentimeter breiter Graphit-Randstreifen. Höhe 6 Zentimeter, Durchmesser des Randes 14,3 Zentimeter

- Bauchiges Töpfchen mit kurzem Schrägrand, von der Schulter über den Gefäßbauch reichend 4 Gruppen von je 3 senkrechten Rillen. Durchbohrung im Randknick. Tonfarbe hellbraun, Oberfläche gut geglättet und poliert, außen und innen Graphit-Überzug. Höhe 6 Zentimeter, Durchmesser des Randes 10,3 Zentimeter, Durchmesser des Bodens etwa 5 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9568-A 9573.

 

(51) Siedlungsfunde (Hallstatt-Latène):

Im Jahre 1966 von Klaus Ulrich aus Kanalaushub in der „Nurlache“ gefunden, gleiche Stelle wie Nummer 17.

Folgende Scherben wurden geborgen:

- Randstück einer dickwandigen Schale mit gerundetem Rand, Tonfarbe graubraun mit schwarzem Farbüberzug, Oberfläche gut geglättet

- Randstück eines vermutlich doppelkonischen Gefäßes mit gerundetem Rand, Tonfarbe dunkelbraun, Oberfläche rauh

- Zwei Scherben vom Hals eines dickwandigen Gefäßes mit Fingertupfenreihe zwischen Schulter und Bauch, Tonfarbe schwarzbraun, Oberfläche poliert.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9585- 87.

 

(52) Siedlung

An der Braubach, 150 - 200 Meter nördlich der Bahn (Die Braubach ist nur im Bereich des Gewerbegebiets an der Philipp-Reis-Straße so weit von der Bahn entfernt).

- Randscherben von großen und kleinen Schrägrandtöpfen, eine fazettiert

- Randscherben von Töpfen mit konischem Oberteil und ausbiegendem Rand, teilweise mit Fingertupfen und Wellenrand, eine schlickgerauht

- Randscherben von Topf mit konischem Oberteil ohne Rand, zwei umlaufende Tupfenreihen auf Oberteil

- Oberteil von Topf mit einschwingendem Hals und steilem Rand, Randdurchmesser 22 Zentimeter

- Randscherben von bauchigen Töpfen mit einschwingendem Hals und ausbiegendem Rand, eine mit Fingertupfenreihe

- ausbiegende Randscherbe

- steile Randscherbe

- Wandscherben von großen Töpfen mit gekerbter und getupfter Leiste

- Randscherbe von geradwandigem Topf mit abgestrichenem, schräggekerbtem Rand, Randdurchmesser 24 Zentimeter

- Wandscherbe von geradwandigem Topf mit verdicktem Rand und umlaufender Reihe länglicher Eindrücke, Randdurchmesser 16 Zentimeter

- Randscherben von Töpfen mit undeutlich abgesetztem Rand

- Oberteil von kleinem bauchigem Topf mit ausbiegendem Rand, auf Schulter zwei umlaufende Ritzlinien, Randdurchmesser 11 Zentimeter

- Randscherben von gleichmäßig gerundeten Schalen

- Randscherben von Schüsseln und Schalen mit einbiegendem Oberteil, teilweise stark gerundet

- Randscherbe von Schale mit angedeuteter Schulter, Randdurchmesser 8 Zentimeter

- Randscherbe von Schulterschüssel, Randdurchmesser 20 Zentimeter

- desgl. mit S-förmigem Profil, Randdurchmesser 20 Zentimeter

- Randscherben von zwei gleichmäßig gerundeten Schalen mit Randausschnitt und Fingertupfenrand, Randdurchmesser 24 und 28 Zentimeter

- Randscherbe von konischer Schale mit gekerbtem Rand

- Randscherbe von konischer Schale

- Scherbe von Trichter, Randdurchmesser 6 Zentimeter

- Bandhenkel, Breite 4,5 Zentimeter

- Bruchstücke von Eisenmesser

- Tierknochen, Sprosse von Rehgeweih

- großer orangefarbener Kieselstein

Verbleib:  Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9320 – 9325

 

- Bruchstücke vom Oberteil eines dickwandigen bauchigen Topfes mit horizontal abgestrichenem Rand. Die Wandung ist durch Fingerstriche horizontal aufgerauht

- Fünf Randbruchstücke von ähnlichen Töpfen, zum Teil stark verglüht

- Sechs Randbruchstücke mit gerundetem Rand

- Wandungsscherben von Töpfen

- Zwei Randbruchstücke von bauchigen Töpfen mit auswärts geschwungenem, gerundeten Rand, Außenseite geglättet

- Ein Randstück mit senkrechter Fingerstreichrauhung

- Wandungsscherben, glatt, von kleineren Gefäßen

- Zwei größere Bruchstücke von Schulterschüsseln.                                                                       a.) Tonfarbe schwarz, b. hellbraun, fleckig

- Zwei Randstücke von Schulterschüsseln

- Hälfte einer flachen Schüssel mit gerundeten, durch Einkerbungen gewelltem Rand. Außenseite aufgerauht. Tonfarbe gelblich braun

- Bruchstück einer ähnlichen Schüssel, flach abgestrichenem Rand und Fingertupfeneindrücken. Ton gelblichbraun, Außenseite geglättet

- Drei Ranstücke von Scherben mit leicht eingeschwungenem gerundetem Rand

      a. Außen hellgelb, innen dunkelbraun

      b. außen rötlichgelb, innen dunkelbraun

      c. schwärzlich

- Bandhenkel  eines großen Gefäßes , 4,6 Zentimeter breit,  Form nicht bestimmbar, außen gelbbraun, Innenwandung schwarz

- Wandungsstücke mit aufgesetzter Leiste

- Bodenbruchstücke verschiedener Gefäße

- Tierknochen; ein Stück Basaltlava, bearbeitet

- Drei Randstücke, fazettierte Ränder

- Bruchstücke einer Tasse, Bronze D, Zickzackrand zwischen zwei Rillen, die außen von je einer Reihe kurzer, horizontal liegender Einstiche begleitet sind. Verglüht, Tonfarbe hellbraun, schwarz fleckig

- Randscherbe eines bauchigen Gefäßes mit senkrecht angebrachter Verzierung: Innerhalb weiter glatter Ritzlinien, die beiderseits außen von einer Reihe kurzer Einstiche begleitet sind, gegenständiges Fischgrätmuster. Anscheinend sind Reste der weißen Einlage erhalten. Gelbbrauner Ton, verglüht.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 9383 - 9395.

 

- Bruchstücke einer Tasse, Bronzezeit D. Zickzackband zwischen zwei Rillen. Darüber eine Reihe von Einstichen umlaufend und darüber Zickzackband mit engerer Zähnung. Henkel, breite bandförmige Grifföse. Form des Gefäßes bauchig mit kleinem Boden, leicht rückschwingender Rand, oben gerundet. Oberfläche gut geglättet, sehr löcherig. Tonfarbe: schwärzlich-braun, Höhe 11,5 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 5 Zentimeter

- Napf, ohne Henkel, konische Form, die sich nach dem Boden hin merklich verjüngt. Bodenfläche eingedellt, Wandung geglättet, Oberfläche jedoch unregelmäßig, ebenso Rand (vielleicht abgebrochen?).Ton löcherig. Tonfarbe grau-braun. Höhe 7,8 - 8,5 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 3,8Zentimeter, Durchmesser des Randes 10,2 Zentimeter

- Drei Randbruchstücke eines kleinen bauchigen Topfes, kurzer nach außen schwingender oben gerundeter Rand, auf der Schulter dicht unter dem Rand zwei Rillen.....gut geglättet und poliert. Tonfarbe: rötlich-braun

- 12 Randbruchstücke verschiedener Schalen mit eingezogenen oben gerundetem Rand (es folgt die nähere Beschreibung)

- Randbruchstücke verschiedener Gefäße mit ausschwingenden Rändern

(es folgt die nähere Beschreibung)

- Randbruchstücke verschiedener Gefäße mit ausschwingenden Rändern

(es folgt die nähere Beschreibung)

Randbruchstücke eines steilwandigen Gefäßes mit spitz zulaufendem Rand. Tonfarbe: bläulichgrau. Oberfläche außen geglättet, innen rauh

Zwei Wandungsbruchstücke von der Schulter zweier Gefäße mit angesetzten Zierleisten

a. Zierleiste mit Fingertupfen, Oberfläche der Scherbe geglättet. Tonfarbe. gelb-braun

b. Zierleiste ohne Eindrücke, Oberfläche der Scherbe geglättet. Tonfarbe: schwarz-braun

zwei Bodenbruchstücke und Wandungsscherben von zwei dickwandigen Gefäßen, flüchtig geglättet. Farbe: rotbraun und außen schwarz-braun

- vier Wandungsbruchstücke mit Ansätzen vom Boden von vier Gefäßen

                (es folgt die nähere Beschreibung)

- Wandungsbruchstücke verschiedener Gefäße, gut geglättet und zum Teil poliert                      (es folgt die nähere Beschreibung)

- zwei Eisenstücke, die von Messern herrühren können (?)

- länglich ovaler Kieselstein, Farbe gelb-braun mit weißen Adern

- Knochenreste, verglüht.

Verbleib:  Museum Hanau, Inventar-Nummer 9428 - 9440.

 

(53) Einzelfund

Etwa 150 Meter östlich der (alten) Klärbeckenanlage der Stadt Hanau (nicht die heutige Kläranlage am Main), am Rande eines neu angelegten Spargelfeldes, von Gärtnereibesitzer K. Küchler aus der Kastanienallee Anfang 1930 gefunden. Im Jahre 1951 hat er die Funde dem Museum geschenkt. Gleiche Stelle wie Nummer 71.

- Dreiknotenarmring (Dreikantenarmring), Bronze, zwischen den Knoten drei in der Mitte anschwellende Teile (innen scharfe Mittelkante), Mitte geperlt, seitlich je drei Furchen, Durchmesser licht 5,5, Zentimeter

Glatter geschlossener Bronzering, rundstabig, Durchmesser licht 6,5-6,8 Zentimeter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 596-97

 

(54) Brandgräber

Drei Brandgräber aus zwei Sandgruben östlich des Ortes, etwa 1400 Meter östlich der Straßengabel Dörnigheim-Hanau und Dörnigheim-Kesselstadt.  „Auf dem spitzen Sand“, Sandgrube Fischer, Ebert u.a., südöstlich des Wäldchens, gleiche Stelle wie Nummer 50. Bestattung der Periode Hallstatt B (oder Hallstatt C) in Sandgrube.

 

Grab 1: (Abbildung bei Fundberichten)

- Urne Koberstadter Form, Kegelhalsgefäß mit fazettiertem Rand, Höhe 27 Zentimeter, aus gelbbraunem Tob, Unterteil gerauht, Oberteil geglättet mit nur noch schwach erkennbarer Graphitbemalung auf der Schulter und auf der Innenseite des Randes,  aus dunkelbraunem Ton mit gut geglätteter Oberfläche und graphitiertem Rand (Bild in: Hanau Stadt und Land, Seite 56).

- In der Urne lag ein breiter Schrägrandbecher, Form  ähnlich, mit Randdurchbohrung, innen Rand, außen Rand und Oberteil graphitiert, Höhe 5,7 Zentimeter

- Neben der Urne stand eine größere Schale mit schwach einbiegendem Oberteil, Höhe 10,6  Zentimeter aus dunkelbraunem Ton, außen Rand graphitiert, innen graphitverziert. Auf der Unterseite des Bodens ein vor dem Brande eingeritztes Kreuz, darum kreisförmig Ritzstriche

- Zwischen Schale und Urne lagen frei im Sande drei offene (5-6,5 Zentimeter) und ein geschlossener glatter Bronzearmring (Durchmesser 7,2 Zentimeter)

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 8178-8184.

 

Grab 2 wurde beim Sandgraben zerstört.  Abgeliefert wurden:

- Scherben von Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter, hochliegender Schulter und leicht eingewölbtem Halsfeld

- Scherben von Schale mit eingeschwungener Wand, innen graphitverziert,  außen Rand graphitiert, Höhe 5,4 Zentimeter

- Wandscherbe von Schale

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2547 – 2549.

 

- Die kleinere der Schalen, die auf der Innenseite ein aus den vorliegenden Bruchstücken nicht mehr sicher auszumachendes Muster in Graphitbemalung auf rotgelbem Grund zeigt, hat auf der Außenseite des Bodens ein vor dem Brande eingeritztes Kreuz wie die Schale aus Grab 1

 

Grab 3

Kleine bauchige Urne (Schrägrandtopf) aus dunkelbraunem Ton; Höhe 13,5  Zentimeter. Die Schulter des gut geglätteten Gefäßes ist mit einem vor dem Brande eingeritzten umlaufenden Zickzackband aus zwei parallelen Linien verziert.

Verbleib: Museum Hanau, Inventarnummern 2547-50.

 

Grab 4

Etwa 5 bis 6 Meter nördlich von Grab 1, beim Sandgraben zerstört. Erhalten ist nur

- Wandscherbe vom Kegelhalsgefäß mit Graphitverzierung auf Schulter und Bauch

- Tasse mit leicht abgesetzter Schulter und kurzem Steilrand oder kleiner bauchiger Topf mit einschwingendem Hals, Henkel randständig. Tonfarbe gelb-braun. Höhe 9,2 Zentimeter, Durchmesser 11 Zentimeter

- 3 kleine Bruchstücke eines Bronzeröhrchens.

 

Grab 5

Zerstörtes Brandgrab.

- Kegelhalsurne, zusammengesetzt und ergänzt. Oberteil geglättet, Unterteil gerauht, gelbbrauner Ton. Rand innen graphitverziert. Auf der Schulter 8 Gruppen von je 3 senkrecht verlaufenden Rillen. Höhe 36 Zentimeter, Durchmesser 34 Zentimeter

- Bruchstücke eines Spitzbechers, Außenseite vollständig, Rand innen graphitiert. Höhe etwa 6,5 Zentimeter, Durchmesser 9,5 Zentimeter

- Schale, zusammengesetzt und ergänzt. Unterhalb des Randes leicht eingezogen. Tonfarbe dunkelbraun. Höhe 7 Zentimeter, Durchmesser 19 Zentimeter

- Bruchstücke von 3 Schalen, Tonfarbe dunkelbraun, bei zweien ein 2 Zentimeter breiter Graphitstreifen am Außenrand. Höhe 7,5 und 9,5 und  10 Zentimeter, Durchmesser etwa 20 und 26,5 und 26,5 Zentimeter

- Bruchstücke einer dünnwandigen Schale mit eingedelltem Spitzboden. Außenseite vollständig graphitiert, Innenseite Graphitmuster. Durchmesser etwa 17 Zentimeter, Höhe nicht festzustellbar

- Vier kleine Eisenstückchen.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9037-43.

 

Grab 6, Kindergrab

Durch feine Holzkohleteilchen tief-schwarz verfärbter Sand füllte eine runde, flache Mulde von 1,00 x 1,10 Meter Durchmesser aus. Die Verfärbung begann 35 Zentimeter unter Oberfläche, die Sohle der Mulde lag bei 65 Zentimeter. In dieser Einfüllung stand eine größere Schüssel etwas aus der Mitte nach Norden gerückt; sie enthielt die Knochenreste. In den Knochenresten lagen zwei Spiralen aus Bronzedraht. Südlich neben der Schüssel stand eine etwas kleinere Schüssel gleicher Form und eine Schale. Östlich neben der großen Schüssel fanden sich die beiden Miniaturgefäße; die Füßchenschale lag verkehrt, mit den Füßchen nach oben, auf der Füllung; über die Füßchen, war das kleine bauchige Gefäß mit der Mündung gestülpt. Die Gefäßchen waren als Schutz mit einer dritten Schüssel gleicher Form zugedeckt.

- Weitmundige Schüssel mit kurzem Steilrand, Tonfarbe innen und außen rot. Rand innen und außen graphitiert. Höhe 11 Zentimeter, Durchmesser 18 Zentimeter. In der Schüssel die Knochenreste; etwa ein Zentimeter von diesen bedeckt; dicht nebeneinanderliegend: 2 feine Spiralen aus Bronzedraht, 2 ½ Windungen, gedreht. Die Spiralen sind aus 1 Millimeter starkem Draht von dreieckigem Querschnitt hergestellt.

Durch die Torsion hat der Querschnitt runde Form bekommen. Die Enden sind             nicht gedreht, Durchmesser 4 Zentimeter

- Weitmundige Schüssel; die jetzt stark verwitterte Oberfläche war ursprünglich gut geglättet. Tonfarbe dunkelbraun. Höhe 10 Zentimeter, Durchmesser 16,3 Zentimeter.

- Schale, stark ergänzt, Boden leicht gewölbt. Tonfarbe dunkelbraun. Höhe 7,5 Zentimeter, Durchmesser 23 Zentimeter

- Weitmundige Schüssel. Oberfläche verwittert, ursprünglich geglättet, rötlichbraun. Höhe 7 Zentimeter, Durchmesser 13,2 Zentimeter. Die Schüssel diente als Schutz für die beiden kleinen Gefäße

- Schälchen mit drei Füßchen; dicht unterhalb des Randes zwei 9 Millimeter auseinander liegende, 2 Millimeter starke Durchbohrungen. Ein Fuß unbeschädigt, zwei etwa zur Hälfte alt abgebrochen. Tonfarbe gelbbraun mit einigen schwarzen Flecken. Höhe 4,5 Zentimeter, Durchmesser 9,3 Zentimeter

- Kleine bauchige Terrine, eingedellter Boden, 2 Rundstabhenkel; der eine erhalten, der andere bis auf einen kurzen Stumpf alt abgebrochen. Ursprünglich hellbraune Tonfarbe, durch die Holzkohle der Grabfüllung jetzt schwärzlich. Höhe 4,9 Zentimeter, Durchmesser  Mündung 3,9 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis. A 9045-5l.

 

Grab 7, Urnengrab:

a) kleines Kegelhalsgefäß mit hohem Rand und verschliffenem Hals-Schulterabsatz, darauf umlaufende Riefe, schräge Riefengruppen auf Schulter und Bauch, Höhe 22,7 Zentimeter, darin Leichenbrand

b) fragmentarisch gleichmäßig gerundete Schale, Randdurchmesser 28 Zentimeter

c) desgleichen, Höhe 8,5 Zentimeter, eine der beiden Schalen diente als Deckschale

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9145 – 9146

 

Grab 8, Brandgrab:

a) Kegelhalsgefäß mit eingewölbtem Halsfeld und gedrücktem Körper, auf Unterteil Kammstrich, Höhe 25 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis. A 9147

 

Grab 9, Urnengrab:

a) Schrägrandtopf, Höhe 14 Zentimeter, darin Leichenbrand

b) gleichmäßig gerundete Schale mit Bodenkreuz, außen Rand graphitiert, Höhe 6,8 Zentimeter

c) gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 5,6 Zentimeter

d) desgleichen mit abgesetzter Standfläche, Höhe 5 Zentimeter, die drei Schalen standen östlich der Urne in einer Reihe nord-südlich

e) Stufenschale, konisches, fußartiges Unterteil, stark hervorspringendes konvexes Oberteil, Schrägrand, dieser innen graphitiert, zwei nebeneinander liegende Randdurchbohrungen, Höhe 4,6 Zentimeter, nördlich der Urne

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9148 - 9152

 

Grab 10

a) bauchiger Topf mit verschliffenem Schrägrand, Höhe 12 Zentimeter

b) zwei kleine dünne (Kinder?) Bronzearmringe mit Petschaftsenden und Resten von Strichverzierung, Höhe 4,4 - 4,9 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9286

 

Grab 11, zerstört

a) Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter Schulter und in der oberen Hälfte gedrücktem Körper, Rand innen graphitiert, Hals und Schulter graphitverziert, Höhe 34,4 Zentimeter

b) Schale mit eingeschwungener Wand, Höhe 8,5 Zentimeter

c) desgleichen, außen Rand graphitiert, innen Graphitspuren, Höhe 8,9 Zentimeter

d) Scherben von Schale

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9343- 9347

 

Grab 12, zerstört

a) Scherben von Kegelhalsgefäß mit fallender Schulter und kurzem Rand, Randdurchmesser 24 Zentimeter

b) Spitzschale mit eingedrücktem Boden, außen Rand graphitiert, innen graphitverziert, Höhe 5,3 Zentimeter

c) breiter Spitzbecher mit eingedrucktem Boden und Randdurchbohrung, innen Rand, außen vollständig graphitiert, Höhe 6,9 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9366 – 9368

 

Grab 13, zerstört

a) Scherben von Kegelhalsgefäß mit fallender Schulter und kurzem Rand, Hals und Schulter graphitverziert, Randdurchmesser 25 Zentimeter

b) Stufenschale mit kleinem Schrägrand, in Innenseite eine Stufe, Höhe 6,2 Zentimeter

Zugehörigkeit wahrscheinlich:

c) Randscherbe von geradwandigem Topf

d) Randscherbe von kleinem Topf mit undeutlich abgesetztem Rand

e) Randscherbe Schüssel mit einbiegendem Oberteil

Verbleib: Museum Hanau, Inventarverzeichnis A 9415 -9420

 

(67) Siedlungsplatz (Rössener Einzelfund)

Kiesgrube der Stadt Dörnigheim südlich der Bahnlinie Hanau-Frankfurt-Ost, Waldabteilung 10. Siedlungsplatz der Hallstattzeit. Inhalt mehrerer Abfallgruben. Fundstellen 0-60 Zentimeter unter heutiger Oberfläche. Finder: Karl Meckelburg und Klaus Ulrich

- Bruchstücke eines doppelkonischen Topfes. Oberteil leicht eingezogen. Auf den Bauchumfang verteilt vier Griffknuppen aus je 2 Warzen. Rand flach abgestrichen. Tonfarbe rötlichbraun, Oberfläche geschlämmt, wenig geglättet. Höhe 18 Zentimeter, Durchmesser des Randes 17,5 Zentimeter, größter Bauchdurchmesser 19,2 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 8,5 Zentimeter

- Fast ganz erhaltener Trichter aus Ton in der Form einer weitmundigen Schale mit Ablaufstutzen. Tonfarbe rotbraun und graubraun marmoriert. Oberfläche geschlämmt und geglättet. Höhe 14,5 Zentimeter, Durchmesser des Randes 19,5 Zentimeter, Durchmesser der Ablauföffnung 4 Zentimeter

- Rand- und Bodenbruchstücke, Henkelösen, Scherben mit Griffwarzen (eine der Rössener Kultur) und Scherben mit Fingertupfenverzierung

- atypische Scherben verschiedener Gefäße (Siedlungskeramik)

- Hüttenlehmbrocken und ein Tonbrocken (Webstuhlgewicht?).

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9610-18.

 

Scherben aus weiteren Abfallgruben:

- Bruchstücke eines größeren Zylinderhalsgefäßes mit facettiertem Schrägrand und scharfem Schulterknick. Um den Gefäßkörper zwei Bänder aus je drei, mehrfach girlandenartig gerafften Horizontalrillen, Tonfarbe: hellbraun bis graubraun, Oberfläche gut geglättet

- Wenige Bruchstücke einer Schale mit scharf geknicktem, facettiertem Schrägrand. Tonfarbe graubraun, Oberfläche gut geglättet und poliert, innen Graphitüberzug. Durchmesser des Randes etwa 33 Zentimeter

- Randbruchstücke einer dünnwandigen Schüssel mit gerundetem Rand. Tonfarbe hellbraun bis schwarzbraun. Oberfläche sehr gut geglättet und poliert, Durchmesser des Randes etwa 17 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer  A 9629-31.

 

Aus Abfallgruben:

- Rand- und Wandungsscherben verschiedener Gefäße mit Zierleisten, Fingertupfeneindrucken und Ritz- bzw. Rillenverzierungen

- Bodenbruchstücke und Bruchstücke dickwandiger Töpfe mit Griffknubben und Henkelösenansätzen

- Konische Tasse mit gerundetem Rand und enger, bandförmiger Henkelöse. Tonfarbe braun bis graubraun, Oberfläche flüchtig geglättet. Höhe 5,2 Zentimeter, Durchmesser des Randes 9,0 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 3,9 Zentimeter

- Konisches Schälchen mit gerundetem Rand. Tonfarbe hellbraun und braun marmoriert, Oberfläche flüchtig geglättet. Höhe 3,8 Zentimeter, Durchmesser des Randes 10,5 Zentimeter, Durchmesser des Bodens 3,2 Zentimeter

- Hälfte einer flachen, kalottenförmigen Schale mit gerundetem Rand. Zone unter dem Rand schwach eingezogen, im Boden leichte Delle. Tonfarbe innen braun, außen schwarzbraun, Spuren von Graphitierung. Oberfläche sehr gut geglättet und poliert. Höhe 4,5 Zentimeter, Durchmesser des Randes 11,4 Zentimeter, Durchmesser der Bodendelle etwa 3,5 Zentimeter

- Zwei Unterteile größerer Gefäße. a) Tonfarbe braun, Oberfläche flüchtig geglättet. Durchmesser des Bodens 11 Zentimeter. - b) Tonfarbe außen graubraun, innen gelbbraun. Durchmesser des Bodens 8,5 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9632-39.

 

Auf dem Gelände der hallstattzeitlichen Siedlung traf Karl Meckelburg auf eine kompakte Steinsetzung aus großen Basaltbruchsteinen, die noch mit einer Höhe von 1,20 Meter erhalten waren. Im Mauerwerk fanden sich römische Ziegelbrocken,

Bruchstücke römischer Keramik und Eisenteile (vorwiegend Nägel). Nordöstlich der Steinsetzung fand Herr Meckelburg bereits vorher Reste von Mauerwerk, die durch zahlreiche Keramikscherben ebenfalls als römisch ausgewiesen sind. Möglicherweise handelte es sich hier um die Ecke eines Gebäudes.

Schließlich wurden im abgeschobenem Mutterboden am Ostrand der Kiesgrube ebenfalls zahlreiche Keramikreste und Ziegelbruchstücke aufgelesen, die durch zahlreiche Keramikscherben ebenfalls als römisch ausgewiesen sind.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 10556-59.

Aus dem Nachlaß Meckelburg kamen mehrere Keramikbruchstücke aus der Bandkeramik bis Latènezeit an das Museum Hanau, die vermutlich aus dieser Kiesgrube stammen (Inventar-Nummer A 1979/23. Außerdem ein Hallstattzeitlicher Trichter, fast vollständig erhalten, fehlendes Randstück ergänzt. Inventarnummer A 1977/11 (Abbildung bei den Fundberichten).

(68) Zwei Gefäße

Südlich des Umspannwerkes zwischen Dörnigheim und Kesselstadt,  fand Karl Meckelburg vermutlich beim Bau der Kläranlage die Bruchstücke von zwei Gefäßen der vorrömischen Eisenzeit.

- 5 Scherben einer Schüssel aus gelbbraunem Ton

- Eine orangebraune mit Tupfen und Riefen verzierte Randscherbe eines größeren Gefäßes.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/07.

 

(69) Grabfund

In einer Sandgrube östlich des Ortes konnte von Karl Meckelburg etwa 100 Meter westlich der Kläranlage 1955, nördlich (? Südlich!) des Umschaltwerks, Meßtischblatt: 5819 (90.600/54.600), ein wahrscheinlich hallstattzeitlicher Grabfund geborgen werden. Es lag auf einer auffällig über das angrenzende Niveau hinausragenden Düne. Es fanden sich 2 Wandscherben, ein Bodenstück sowie 36 verbrannte Knochensplitter. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 1983/10.

 

(70) Bronzeringe

Sandgrube Gemarkung „Scheidsand“, nördlich der Bundesstraße Hanau-Frankfurt, bei Kilometer 10,4. Gleiche Stelle wie Fund Nimmer 3.

Etwa 29,50 Meter südwestlich der Fundstelle der Steingeräte und 90 Zentimeter unter der Oberfläche einen hellgrauen schmalen Streifen. Dort konnte er zwei Bronzeringe freilegen, die dicht nebeneinander senkrecht im Sand standen, die Pufferenden nach oben zeigend etwa 4 Zentimeter gegeneinander verschoben. In den Ringes steckte noch ein 6,5 Zentimeter langes Stück des Unterarmknochens in horizontaler Lage.

- Bronzearmring offen, die Pufferenden gehen ohne merkliche Absatz in den Ring über. Durch längeres Tragen stark abgenutzt, Durchmesser 7,9 – 8,1 Zentimeter, Innendurchmesser 5,8 x 6,9, Zentimeter, Stärke 0,6 Zentimeter

- Bronzearmring, offen, verzierte Pufferenden, Wulste und Stoßkanten der Puffer feingeperlt, Durchmesser 7,5-8,1 Zentimeter, Innendurchmesser 6,4 x 7,2 Zentimeter, Stärke 0,6 Zentimeter

- Kleiner gerippter Armring mit Pufferenden, auf dem ovalen Zwischenglied der einen Seite drei Kreisaugen, Durchmesser 4,6-5,2 Zentimeter, Innendurchmesser  3,75 x 4,55 Zentimeter, Stärke 0,35 Zentimeter. Am 5. April 1952 übergab Herr Kunze einen kleinen Kinderarmreif aus Bronze. Er fiel beim Beladen eines Wagens herunter und wurde von seinem dabeistehenden Sohn gefunden. Der Fundort war etwa 8 Meter nordöstlich der Fundstelle der Armringe. Durchgehend grün gerippt, die offenen Enden mit Puffern sind verschieden profiliert. Während das eine Ende nur einen Puffer mit Riefen am Ende hat, ist am anderen Ende zwischen Puffer und Riffelung ein länglich ovales Teil. Mit drei Kreisen verziert und beiderseits mit zwei grün-gestrichelten Wülsten eingefaßt.

Die Gesamtzahl der Funde läßt den Schluß zu, daß sie zur Stufe Latène B gehören.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 820-22.

 

(71) Grabfunde 

Beim Anlegen eines Klärbeckens (nicht die heutige Kläranlage) wurde 1927 ein Brandgrab zerstört. (Fund Nr. 53 an fast gleicher Stelle). Die Funde wurden 1936 von einem Arbeiter in das Museum gebracht:

- Eiserne Spätlatènefibel, Zahl der Windungen und Verlauf der Sehne nicht genau festzustellen

- Kleine eiserne Klammer

- Scherbe einer schwarzen Schüssel, wahrscheinlich Rest eines Gefäßes, in dem der Leichenbrand lag. 

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 7276-77

 

(77) Gefäßbruchstücke:

Sandgrube Honeywell. Lesefund von Karl Meckelburg.

In der bereits mehrfach erwähnten Sandgrube bei der Firma Honeywell fanden sich auch mehrere Gefäßbruchstücke der vorrömischen Eisenzeit (Sammlung Meckelburg)

- Randstück einer Schüssel, Randdurchmesser etwa 30 Zentimeter, aus lilaschwarzem Ton

- Randstück einer Schüssel aus lilaschwarzem Ton, Randdurchmesser etwa 23 Zentimeter

- Randstück einer flachen Schüssel aus lilabraunem Ton, Randdurchmesser 18 Zentimeter

- Randstück eines größeren Gefäßes aus sepiafarbenem Ton mit Randverzierung aus Fingertupfen und getupfter Leiste, Randdurchmesser  32 Zentimeter

- Randstück eines olivbraunen groben Topfes mit Fingertupfenverzierung am Rand und Tupfenreihe unter dem Schulterknick.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 1983/03.

 

(78) Scherben

Aus zwei Gruben an der Straße von Dörnigheim nach Kesselstadt, konnten von Karl Meckelburg verschiedene Scherben und Hütten-Lehmbruchstücke der vorrömischen Eisenzeit geborgen werden. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 1983/09.        

 

(79) Scherben

Westlich der Kläranlage, konnte Karl Meckelburg  vor einigen Jahren zahlreiche Scherben sowie Knochen bergen, die sich überwiegend in die späte Latènezeit datieren lassen. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/08

 

(87) Römische Münze:

Ein Denar des Trajan ist im August 1904 von Jakob Dammköhler auf seinem Acker an der „Landwehr” ausgepflügt und ins Hanauer Museum verbracht worden. Nach einem Briefe des Pfarrers Wörner an den Vorstand des Hanauer Geschichtsvereins vom 3. November 1904 liegt das Grundstück „in der Nähe der Eisenbahnstation, respektive zwischen dem chaussierten Weg vom Dorf nach der Bahn und der Staatsstraße Dörnigheim-Frankfurt. In der Nähe dürfte ein Gehöft gelegen haben. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 4246                                 

 

(88) Brandgrab

Ein römisches Grab wurde im Mai 1892 an der „Äpfelallee“, etwa 1 ½ Kilometer östlich vom Dorfe und 200 Meter südlich von der Hanau-Frankfurter Chaussee, ebenso weit von der römischen Straße Kesselstadt-Vilbel, aufgedeckt.

Auf der Karte bei Wolff sind zwei Gräber eingetragen.

- Mittelerz des Hadrian (Münze?)

- Bruchstücke dreier Teller, Durchmesser 31 Zentimeter, mit Stempel „Sacco fecit....nus“ und unleserlichem Stempel

- Topf aus g. Ton, Höhe 13 Zentimeter

- Fragmente eines zweihenkligen Krugs aus lederbraunem Ton

Verbleib: Museum Hanau. Inventar-Nummer 403-05

 

 

 

 

 (100) (siehe auch 68):

Römische Siedlungsfunde und römische Funde des 3. und 4. Jahrhunderts. Kiesgrube der Stadt Maintal (jetzt verfüllt), Waldabteilung 10, „Tannenheege“, unter der Starkstromleitung, Meßtischblatt: 5819 (90.750/56.200).

Aus der bereits mehrfach erwähnten Kiesgrube wurden im Jahre 1973 von Karl Meckelburg neben neolithischen, urnenfelderzeitlichen, hallstattzeitlichen und latènezeitlichen Funden eine große Anzahl römischer Fundstücke geborgen, welche 1978 durch Erbschaft in den Besitz des Museums Hanau übergingen. Unter diesen römischen Funden finden sich auch eine Anzahl spätrömischer Keramiken des 3. bzw. 4.Jahrhunderts. Einige spätantike Scherben weisen auf die weitere Nutzung dieses Siedlungsplatzes im 4. oder 5. Jahrhundert hin.

Karl Meckelburg traf auf eine kom­pakte Steinsetzung aus großen Basalt­bruch­steinen, die noch mit einer Höhe von 1,20 Meter erhalten waren. Im Mauerwerk fanden sich römische Ziegelbrocken, Bruchstücke römischer Keramik und Eisenteile (vorwiegend Nägel). Nordöstlich der Steinsetzung fand Herr Meckelburg bereits vorher Reste von Mauerwerk, die durch zahlreiche Keramikscherben ebenfalls als römisch ausgewiesen sind. Möglicherweise handelte es sich hier um die Ecke eines Gebäudes. Schließlich wurden im abgeschobenem Mutterboden am Ostrand der Kiesgrube ebenfalls zahlreiche Keramikreste und Ziegelbruchstücke aufgelesen, die durch zahlreiche Keramikscherben ebenfalls als römisch ausgewiesen sind. Nach schriftlicher Mitteilung Klaus Ulrichs handelt es sich dabei um einige Mauer­züge, einen Brunnen und mehrere Abfallgruben, die durch den Kiesabbau restlos zerstört wurden.

Größere Schwierigkeiten bereitet die Feststellung der Siedlungsgrundlage, weil fruchtbarer Boden als eines der typischen Merkmale römischer Landgüter fehlt. Da auch keine charakteristischen Funde oder Befunde vorliegen kann die Wahl dieses Siedlungs­platzes nur anhand von Indizien nachvollzogen werden. Eines der denkbaren Kriterien könnte die unmittelbare Nähe zu den Wilhelmsbader Basaltsteinbrüchen gewesen sein, deren Material in römischer Zeit offenbar einen größeren Abnehmerkreis gefunden hatte und die erst vor einigen Jahren endgültig stillgelegt wurden. Die Spuren früher Abbautätigkeiten sind noch heute in den Anlagen des Wilhelmbader Parks deutlich sichtbar, wobei im Einzelfall noch nicht untersucht wurde und auch schwer feststellbar sein wird, wo hier römische oder mittelalterliche Steingewinnung betrieben wurde.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1980/03

 

 

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1980/03

 

Eisen

- Lanzenspitze mit breitem Blatt, Spitze verbogen

- Axt mit annähernd rechteckigem Schaftloch senkrecht zur Vorderflanke

- Ledermesser mit breitem Blatt, Spitze abgebrochen

- Tüllenmesser. Spitze abgebrochen

- Flacher Hakenbeschlag

- Bandförmiges Eisen

- 2 T-förmige Nägel

- Nagel mit umgebogener Spitze

- Nagel

- Ösenkrampe mit Haken

- Befestigungsring

- Schiebeschlüssel, sehr stark mit anhaftendem Sand korrodiert

- 56 Nägel, 1 bandförmiger Beschlag, 1 keines Messerbruchstück

 

Baukeramik

- 1 Imbrex-Bruchstück

- 1 Verblendziegelbruchstück

- zahlreiche weitere Ziegelfragmente.

 

Tongrundig-rauhwandige Ware

- 42 Randstücke von Töpfen oder Schüsseln

- 9 Randstücke verschiedener Töpfe oder Schüsseln

- Randstück großen Schüssel (Randdurchmesser 26 Zentimeter, grau-verbrannt

- Randstück einer Kragenschüssel aus hellbraunem Ton, der abgesetzte Rand mit roten Streifen bemalt

- 6 Randstücke verschiedener Reibschüsseln

- Randstück einer Reibschüssel, hell- bis gelbbrauner Ton, Rand rot eingefärbt

- Bruchstück einer rotbraunen „rätischen“ Reibschüssel mit Resten einer dunkelroten schlechten Bemalung (Imitation?)

- 4 Randstücke verschiedner Teller

- 2 Randstücke von rotbraun engobierten Tellern

- 2 Krughalsbruchstücke

- Randstück eines feinkeramischen, jedoch nicht engobierten Bechers

- 15 verschiedne Bruchstücke, 7 Deckelbruchstücke,  4 Henkelfragmente. 11 Wandscherben mit Rollrädchendekor, 438 Wandscherben (ausgesondert), zahlreiche Wandscherben im Inventar.

 

Engobierte Ware

- 4 Bruchstücke, 20 Wandstücke und Randstücke  verschiedener Gefäße

- Randstück eines Firnisbechers mit Karniesrand, braun engobiert

- Randstück eines Bechers aus dunkelbraunem Ton, Engobe abgerieben

 

Terra Nigra

Wandstück eines großen Topfes mit Rollrädchendekor (Schachbrettmuster: diagonal entgegengesetzt und Kreuzschraffur) aus grauem Ton mit schwarzem, matt glänzendem Überzug.

 

Terra Sigillata (glatte Ware)

- 6 Bruchstücke einer Reibschüssel Drag. 43 mit Kragenrand

- 2 Randstücke von Reibschüsseln Drag. 43 (Variante)

- Bruchstücke eines Tellers Lud. Tp/Ndb. 5 A

- 7 Ranstücke Teller Lud. Tp/Ndb. A.

- Bruchstück einer Tasse Drag. 27 (südgallisch) mit Stempelfragment „OF“

- Bruchstück eines Tellers wohl Drag. 32 mit Stempel „MACIO“

- 6 Bruchstücke Teller Drag. 18/31

- 2 Randstücke Tasse Drag. 33

- Randstück eines Tellers Drag. 18/31 mit Graffito  „IDVS“ (vielleicht Candidus, Midus o.ä.)

- Randstück eines Tellers Drag. 18/31 mit Graffito  „S-PRIMI“ (vielleicht Jvlivs Primi)

- 8 unbestimmte Wandscherben

 

Terra Sigillata (Reliefware):

- Bruchstücke und Wandstücke einer Schüssel Drag. 37, Blickweiler/Eschweiler Hof. Rechteckstab als obere Bildfeldbegrenzung. Im Bildfeld Person nach links, vermutlich Läufer auf Podest

- Löwe nach rechts und Hase nach rechts; dazwischen schräggestellter gekerbter Schnurstab auf Ornament. Späte Arbeit, wohl Töpfer des Eschweiler Hofes/LÄÄ

- Randstück einer Schüssel Drag. 37, Trier. Eierstab auf vorgeritzter Linie mit drei umlaufenden Stäben ohne Kern ; Bäumchen

- Randstück einer Schüssel Drag. 37, Trier. Kleiner Vaseneierstab des Dexter, stark abgerieben

- Wandstück einer Schüssel Drag. 37, Rheinzabern. Zwillingseierstab. Im Bildfeld von links Herkules mit Keule in sehr schwach eingedrücktem Kreis, daneben Amor mit Fackel. Als unterer Randfries Typen und Art der Dekoration teilweise wie bei der „Ware aus dem Kreis des Cerialis“

- Wandstück einer Schüssel Drag. 37, Rheinzabern. Eierstab mit schmalem Kern und zwei umlaufenden Stäben. Das rechts anliegende Zwischenstäbchen tordiert. In glattem Doppelkreis Löwe nach rechts; im Zwischenfeld auf schräg gekerbtem Schnurstab mit kleinem Querstab das Spitzblatt. Daneben (unlesbar) Stempel. Ware des Primitivus I.

- Randstück einer Schüssel Drag. 37, Rheinzabern. Eierstab

- Bruchstück einer Schüssel Drag. 37 mit Standring

Abbildungen bei den Fundberichten.

Randscherbe einer Terra Sigillata Schüssel (Chenet 320) mit Rädchenverzierung, Keramik  mennigefarben, im Kern etwa  30 Prozent graublau (am oberen Rand etwas mehr). Überzug dunkel-ziegelrot (28)  bis orangerot (29); matt glänzend, zum Teil stumpf. Wenig bis kaum abgenutzt. Besonderheiten:  In der sonst mit bloßem Auge nicht erkennbaren Magerung fällt ein größeres, rotbraunes Kieselkorn in der Bruchkante besonders auf (Verunreinigung  zufälliger Art). Verbleib: Museum Hanau

 

Der hier vorgestellte Fundbestand aus der Kiesgrube bei Maintal-Dörnigheim gehört zu dem typischen Bild limeszeitlicher Ansiedlungen unseres Raumes. Neben einer großen Zahl relativ langlebiger und chronologisch schwer einzuordnender Keramikgefäßbruchstücke zeigen doch einige frühe Formen wie die Terra-Nigra-Scherbe mit Schachbrettornament und die südgallische Tasse Drag. 27 mit dem leider abgebrochenen Stempel OE.., daß hier wohl schon im ersten Viertel des 2. Jahrhunderts eine römische Ansiedlung bestand.

Zu den jüngeren Gefäßen dieser Siedlung gehören zweifellos die Deckelfalztöpfe mit gekehltem Rand, die zum sogenannten Niederbieber-Horizont gerechnet werden, und eine Randscherbe, die von einer Schüssel oder einem großen Teller mit wulstig verdicktem Rand stammt; eine Form, die hauptsächlich im 3. Jahrhundert vorkommt.

In diesen zeitlichen Rahmen paßt auch der Stempel des Macio... aus Rheinzabern. Nach Walther Barthel erscheint der Stempel erst nach der Errichtung der vorderen Limeslinie, also frühestens in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts.

Auch die geborgene Reliefsigillata fügt sich in das bisher gewonnene Bild ein, wobei der Schwerpunkt der kleinen Reihe in der zweiten Hälfte des 2. und den ersten Jahrzehnten des 3. Jahrhunderts liegt. Die älteste dieser Scherben dürfte die Schüssel aus den ost-gallischen Töpfereien von Blickweiler und Eschweiler Hof sein ,die spätestens im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts gearbeitet haben und ihre Belieferung des Wetteraugebietes wohl schon im 3. Viertel dieses Jahrhunderts wiedereinstellten.

Allerdings handelt es sich bei den Scherben trotz des erstaunlich guten Tones und einem fast schon hervorragenden Überzug um eine relativ späte Arbeit aus diesem Töpferzentrum, die wohl dem Produzenten „LÄÄ“ oder dem Eschweiler Hof -Töpfer zuzuweisen ist, einer Warengruppe, die man auch am vorderen Limes noch findet und die demnach auch noch einige Zeit nach der Jahrhundertmitte produziert worden ist.

Die Trierer Werkstätten begannen etwa um 130 n.Chr. mit ihrer Produktion, wobei die Ware des Dexter kaum vor 160 n.Chr. entstanden sein wird.

Auf den ersten Blick scheint die Scherbe Abbildung 6, 2 älter zu sein da der Eierstab zu den frühen Entwicklungen Trierer Werkstätten gehört und hauptsächlich in der 2. Werkstatt Verwendung fand. Bei unserer Scherbe handelt es sich jedoch allem Anschein nach um eine späte Ausformung dieser Ware, worauf uns neben dem relativ hohen Randprofil auch der schlechte Ton und die dicke Wandung des Scherbens hinweist. Sie entstand vielleicht sogar erst im 3. Jahrhundert. Die Ware aus dem Kreis des Cerialis steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Großtöpfereien des Cerialis in Rheinzabern.

Nach Bernhard ist der Beginn dieser von ihm zur Gruppe I b zusammengefaßten Warengruppe im letzten Viertel des 2. Jahrhunderts anzunehmen. Erst einige Jahrzehnte später dürfte die Schüssel des Primitivus (I) entstanden sein), die nach Bernhard zur Gruppe Il c zu rechnen ist. Das Vorkommen dieser Keramik im 233 n.Chr. zerstörten und nicht wieder aufgebauten Kastell Pfünz macht jedoch deutlich, daß auch diese Werkstatt schon im ersten Drittel des 3. Jahrhunderts arbeitete.

Die Lage unserer Ansiedlung erstaunt insofern als hier zwischen den teilweise noch heute sumpfigen,. vor wenigen Jahrhunderten aber noch wasserführenden alten Main- und Kinzigarmen ein relativ saurer und kalkarmer Boden jegliche ackerbautreibende Landbewirtschaftung ausschloß. Insofern wird man als Existenzgrundlage der hier niedergelassenen Bevölkerung eine andere Möglichkeit suchen müssen, die sich dann freilich von einer bescheidenen Viehzucht durch Waldweidewirtschaft bis hin zur Jagd auf Wildtiere, Vögel oder Fischfang erstreckt haben könnte

Einen weiteren Hinweis gibt uns die geologische Karte dieses Raumes, wo nur wenige Meter weiter östlich unserer Fundszelle größere Vorkommen toniger Lehme eingetragen sind. Und so scheint man hier auch in vorgeschichtlicher Zeit eine umfangreiche Keramikproduktion betrieben zuhaben wie die sehr zahlreichen intensiv verbrannten und teilweise sicherlich als Fehlbrände zu bezeichnenden Scherben prähistorischer Gefäße nahelegen, die von Meckelburg im Zuge des Kiesabbaues geborgen wurden. Unter den römischen Funden jedoch scheint es solche Fehlbrände nicht zu geben.

Dies kann damit zusammenhängen, daß die Bewohner ihre Töpferöfen auf der anderen Seite des hier durchfließenden Gewässers inmitten der Tonvorkommen betrieben oder aber die relativ sandigen Lehme den römischen Ansprüchen für die Keramikherstellung nicht genügten.

Denkbar erscheint aber auch, daß hier die „Belegschaft“ eines der Steinbruchbetriebe, die schon zu römischer Zeit die nur rund 500 Meter entfernten oberflächennahen Basaltvorkommen Wilhelmsbads ausbeuteten, wohnte. Gerade die wirtschaftsgeschichtlichen Beziehungen der römischen Zeit sind in unserem Raum noch kaum erforscht und die nicht weit voneinander entfernten Wilhelmsbader und Steinheimer Basaltbrüche könnten damals durchaus eine interessante Konkurrenzsituation hervorgerufen haben.

Völlig aus dem Rahmen der hier vorgestellten Funde fällt eine kleine Gruppe von Keramikscherben, die von Meckelburg zusammen mit den römischen Funden aufgesammelt wurden. Auf sie ist im nachfolgenden Aufsatz noch näher einzugehen.

Zusammenfassend kann man feststellen, daß die römische Ansiedlung südwestlich von Wilhelmsbad spätestens zu Beginn oder wenigstens im Laufe des ersten Quartals des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts an der Stelle eines älteren prähistorischen Siedlungsplatzes entstand.

In den archäologischen Funden spiegelt sich überwiegend die entsprechende Siedlungstätigkeit des zweiten Jahrhunderts wieder, in dessen letzter Hälfte die Zahl der Funde relativ stark zunimmt.

Am Beginn des 3. Jahrhunderts scheint die Siedlung ausweislich der Reliefsigillatascherbe Abbildung 6.5 noch bestanden zuhaben, die zugleich den jüngsten limeszeitlich datierbaren Fund bildet. Wie später noch aufzuzeigen sein wird, wurde die Lokalität dann im 4. oder 5. Jahrhundert nochmals aufgesucht oder genutzt.

 

 

Wo lag Wikramshausen?

Der Ort wird meist westlich von Dörnigheim angenommen. Aufgrund der neueren Grabungen erscheint jedoch auch eine andere Lokalität für möglich. In der Waldabteilung 10, östlich von Dörnigheim, befand sich bis ... eine Kiesgrube der Stadt Maintal. Aus dieser Grube barg der Heimatforscher Karl Meckelburg in den Jahren ... die verschiedensten Funde, u.a. auch spätrömische Keramikbruchstücke des 3. bis 5.. Jahrhunderts. Diese belegen eine kontinuierliche Siedlungsstelle auf der Sanddüne ... nach der römischen Zeit......

Neben der Siedlung an der Römischen Villa in Mittelbuchen bestand hier also eine weitere Ansiedlung nach Zusammenbruch des römischen Imperiums weiter.

Unsicher war bisher der Begriff Surdafalacha. Wie Reimer bereits richtig andeutet, dürfte es sich um die „Nurlachen“ östlich von Dörnigheim handeln, die Kiesgrube liegt auf einer Sandschwelle genau zwischen der Braubach und der Lache

 

(101) Scherben:

Sandgrube Honeywell, Lesefund von Karl Meckelburg.

- ein außen schwarz und innen dunkelviolettbraunes Randstück eines Faltenbechers mit 11 Zentimeter Randdurchmesser

- mehrere Scherben eines ockerbraunen römischen Topfes

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/03

 

(101) Einzelfund

Am 7. April 1971 stieß Karl Meckelburg in einer dunkelverfärbten Einfüllung des Sandes auf die Scherben zweier römischer Krüge, 37 Meter südlich der Hanauer Straße und 17,50 Meter östlich der Sandstraße, heute Honeywellstraße (vergleiche Fund Nummer 1). Es konnte nicht geklärt werden, ob es sich um ein römisches Grab gehandelt hat. Der Fund wurde nicht gesondert unter „7/...“ erfaßt. Verbleib: Historisches Museum Hanau, Inventar-Nummer  10552.

 

(102) Fränkischer Grabfund

Schillerstraße 17, heute Mozartstraße, aus wohl mindestens drei zerstörten Gräbern der Zeit um 700. Möglicherweise befindet sich hier ein größeres Gräberfeld, dessen Belegung bis in die Karolingerzeit hineinreicht. Im Jahre 1939 bei Erdarbeiten etwa 2,26 Meter tief unter der Straße angeschnitten. Eine Nachgrabung durch den Vertrauensmann für Bodenaltertümer verlief ergebnislos. Abbildungen bei den Fundberichten.

Erhalten sind:

- 1 gegossene Bronzeschüssel mit durchbrochenem Standfuß und 2 Omega-Henkeln. Typ der gegossenen koptischen Bronzebecken. Durch zwei aufgesetzte Bronzeplättchen im Inneren geflickt, Höhe 8,3 Zentimeter, Durchmesser 25,3 Zentimeter

- Getriebenes Bronzeschälchen, aus dünnem Bronzeblech getrieben, mit gekehltem Hals, Höhe 6 Zentimeter, Durchmesser 15,1 Zentimeter

- Eiserner, zuckerhutförmiger Schildbuckel mit 2-3 Millimeter breitem Silberreif am Rand und 8 silberbeschlagenen, starken Nieten, Höhe 11 Zentimeter, Durchmesser 15 Zentimeter

- Eiserne Flügellanzenspitze mit achtkantig facettierter Tülle, Länge noch 36,5 Zentimeter

- Konischer Eisenstab, massiv, wohl Lanzenschuh

- Eisenfragment, das auf der Lanze angerostet war. Auf Ihm ist ein 12-13 Millimeter breites, noch 18,5 Zenitmeter langes Goldblechband befestigt (16 karätig).

 

Die weitläufigen Beziehungen der Zeit spiegeln sich in den Metallgefäßen besonders gut wider, denn jenes getriebene Becken gehört zu einem in England und Irland wohlbekannten Typ, den sogenannten „hanging bowls“, wohingegen das sogenannte koptische Bronzebecken aus dem frühchristlichen Ägypten stammt, von wo es durch den Fernhandel vor allem in der Zeit um 600 nach dem Westen gelangte. Dieses Becken weist zwei alte Reparaturstellen auf, die ebenfalls auf das hohe Alter des Gefäßes schließen lassen.

Der Tote, der diese Dinge besaß, war zweifelsohne ein wohlhabender Mann. Dies zeigt auch der Goldblechstreifen, der zur Schildverzierung gehört. Der zuckerhutförmige Schildbuckel und die Flügellanzenspitze sind typische Waffen der Zeit um 750 und danach.

Diese Gefäße können als Hängebecken verwendet worden sein, doch ist ihre eigentliche Funktion ungeklärt. Man dachte an Weihwasserbecken, Taufbecken, an Hängelampen oder an den Gebrauch im Bereich der lavabo-Becken.

Das Bronzebecken von Dörnigheim, das keine Aufhängevorrichtungen hat, ist als ein „Importstück“ aus dem genannten nordwesteuropäischen Bereich anzusehen. Der kulturgeschichtliche Hintergrund dürfte allerdings weniger einem Handel mit Bronzegeschirr zum Kontinent hin rekonstruierbar sein, sondern vielmehr Zusammenhang stehen mit den mannigfaltigen Missionsaktivitäten, die seit dem Beginn de Jahrhunderts aus dem insularen Bereich auf den Kontinent kommen.

Verbleib: Museum Hanau

Die dazugehörige Bestattung wurde erst am  16. März 1953 in einem Graben zur Verlegung von Gasrohren gefunden. Ein menschlicher Schädel lag in 85 Zentimeter Tiefe und wurde von den Arbeitern zerstört. Von dem Skelett waren nur die Oberschenkel und die Unterschenkel erhalten, die Fußknochen und Beckenknochen waren nicht erkannt und bei der Arbeit uzerstört worden. Das Skelett lag in Rückenlage in Ost-West-Richtung, Kopf im Osten. Beigaben fanden sich nicht.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2481.          

 

(105) Münze:

Mozartstraße 1 (früher: Bahnhofstraße), Meßtischblatt 5819  (88.700/55.380). Geschenk des Lehrers W. Jung.

Beim Bau des Hauses Bahnhofstraße 31 (jetzt: Mozartstraße 1) wurde ein Denar des Probus gefunden. Inschrift: IMP PROBUSPFAG - Büste mit Strahlenkrone nach rechts

PAX AVGVSTI, -      Stehende Pax, gesenkte Lanze in der Linken, dahinter im Felde S,       im Abschnitt  XXI.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 4935

 

(110) Schädelknochen:

Bei Ausschachtungsarbeiten zu einem Wohnhaus konnten von Karl Meckelburg verschiedene Schädelknochen einem Menschen gefunden werden. Eine Datierung dieser Knochenreste ist aufgrund fehlender Beifunde und Befunde nicht möglich.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/04

 

(112) Denkmale (Dehio 1982):

- Die kleine Kirche mit geradem Chorabschluß (früher St. Mariae) ist vielleicht karolingerzeiltich. In der Frühgotik (Mitte 13.Jh.) vergrößert; davon die Südwand mit zwei schmalen (vermauerten) Spitzbogenfenstern erhalten, die ursprüngliche ornamentale, inseitige Bemalung der Fenster 1959 freigelegt. Vermutlich in spätgotischer Zeit Anbau des Westturmes. 1705 Erhöhung der Kirche und Verbreiterung nach Norden; ein spätgotisches Portal in der barocken Nordwand wiederverwendet; dreiseitiger Schluß. Turmoberbau 1877. - Muldengewölbe. Emporen auf Baluster-Holzpfeilern mit 1959 freigelegten ornamentalen Brüstungsmalereien. - Kanzel in ursprünglicher Fassung, um 1705. - Orgel mit nachklassizistischem Prospekt, 1870-72 von Georg-Friedrich Wagner, Hersfeld. Außen zwei Wappensteine d’Olné', 1673 und 1688.

- Altes Rathaus (Frankfurter Straße 7) 1760. Fachwerkbau mit fünfseitigem Erker. Daneben Ziehbrunnen mit Hanauer Wappen, 1717.

- Fachwerkhäuser 16.-18.Jahrhundert; Frankfurter Straße 5 (1671) und 13 (1699) mit Hoftor.

- Ortsbefestigung. Anfang 14. Jahrhudnert,1333 erwähnt, Mauerreste an der Lindenstraße.

 

(115) Trichterhalsbecher:

Bei Friedhofsarbeiten fand Norbert Mankel im Oktober 1984 im neuen Friedhof von Maintal-Wachenbuchen (Kilianstädter Weg) aus angefahrener Erde, die vermutlich ans Dörnigheim stammt, ein Bodenstück eines spätmittelalterlichen Trichterhalsbechers. Ton im Bruch grauschwarz, grob mit kleinen Steinchen gemischt, Oberfläche außen und innen violettblau-braun.

Verbleib: Privatbesitz Norbert Mankel, Am Selzerborn 13 (Inventar-Nummer A 1985/08).

 

(116) Lesefund Honeywellstraße

Südlich der Kesselstädterstraße fanden sich 1975 in Höhe der Honeywellstraße am erhöhten Mainufer, 6 Wandscherben, 1 Bruchstück, kleine Knochensplitter sowie  Lehmbrocken (Hüttenlehm). Die Funde lassen sich nicht genauer datieren, sind jedoch prähistorisch.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1983/17

 

 

 

Bodenfunde Bischofsheim

 

10    Hornsteinschaber                                          Nordwestlich des Ortes

11    Rechteckbeil                                       Aus der Gemarkung

12   Trapezbeilchen                                               Sandgrube Klobedanz

19   Bandkeramische Scherben              Walddistrikt 5

20   Bandkeramische Siedlung               An der Hohen Straße

21   Rössenzeitliche Grube                      An der Str. Bischofsheim ‑ Niederdorfelden

22   Schnurkeramischer Becher              Sandgrube Walddistrikt 5

42   UK ‑Siedlungsfunde                          Sandgrube Walddistrikt 5

43   Brandgrab                                            Sandgrube Klobedanz

44   Siedlung                                               Sandgrube Walddistrikt 13

48   Kegelhalsgefäß und Becher                        Sandgrube nördlich der Bahnlinie

55   Gefäß                                        Sandgrube Kern

56   Grabfunde                                    0        Sandgrube nördlich der Bahnlinie

57   Gräber                                       Sandgrube Klobedanz

58   Grabfunde                                            Walddistrikt 13

59   Hügelgrab, Kesselwagen (?)                        Halweg

60   Brandgrab                                            Sandgrube am nordöstlichen Ortsausgang

61   Scherben, Grabfunde                                    Am Bornberg

62   Hügelgräber                                         Walddistrikt 4

       Hallstattzeitliche Scherben               Jagen 4 (Autobahnbau)

69   Hallstattzeitlicher Grabfund              Schlesische Straße

72   Trichtergrube                                       Ziegelei nördlich des Ortes

73   Brandgräber                                         Sandgrube Walddistrikt 5

74   Keramik             Sandgrube am nördlichen Ortsausgang

76   Keramik                                                Sanddüne nördlich der Bahnlinie

81   Römische Straße Kesselstadt ‑ Vilbel

82   Vermutete römische StraßeLangendiebach - Bergen - Heddernheim

83   Röm./vorrömische Fernstraße Alte Gelnhäuser Poststraße

84   Röm./vorrömische Fernstraße Hohe Straße

89   Römische Brandgräber                     Am Bornberg

90   Römische Keramik                             Gemeindewald Jagen 13

91   Römische Villa                                    Charlottenhof, Frankfurt-Bergen

106  Topf mit 177 „Silber“- Münzen         Nördlich des Ortes

107  Notfriedhof von 1743                                    Hochstädter Straße / Alte Dorfstraße

 

 

(10) Hornsteinschaber

Gefunden im April 1963 von Herrn Dr. L. Emmel aus Bergen im rezenten Sinterkalk eines Bachlaufes (Überlauf des Wasserreservoirs nach dem Riedgraben zu). Ein Schaber aus graubraunem Hornstein. Länge 4,6 Zentimeter, wohl neolithisch, noch mit anhaftendem Sinter und sehr stark bestoßen. Das Stück befand sich zunächst im Museum Bergen‑Enkheim, dann im Museum Hanau. Museum Hanau, Inventar-Nummer 9566.

 

(11) Rechteckbeil.

Meßtischblatt 5818, nicht kartiert. Verbleib: Museum Berlin

 

(12) Steinbeil‑Einzelfund: Trapezbeilchen

Sandgrube Klobedanz, nördlich der Bahnlinie Hanau‑Frankfurt‑Ost. Flur „Am Linnes“, Parzelle 50, rund 50 Meter nördlich des Feldwegs, der an der Bahnlinie vorbeiläuft. lm abgestürzten Sand aufgelesen: Trapezförmiges Beilchen, Schneide leicht geschweift und beiderseits nachgeschliffen, etwas beschädigt. Kieselschiefer. Länge 5,8 / Breite 4,6 / St 1,3 Zentimeter. Verbleib Museum Hanau, Inventar-Nummer 682.

 

(19) Bandkeramische Siedlungsfunde

Gemeindewald, Jagen 5, Sandgrube. Gefunden im Jahre 1952 auf der nach Norden zu dem alten Mainbett abfallenden Sanddüne, 150 Meter von diesem entfernt. Die Funde lassen auf eine kleine bandkeramische Siedelung an dieser Stelle schließen.

Das Waldstück Jagen 5 liegt an der Grenze nach Enkheim nördlich der Gelnhäuser Poststraße. An der gleichen Kreuzung, aber südlich der Gelnhäsuer Poststraße, stand das unter Nummer 73 erwähnte Mörtelwerk, heute mit Fichten bepflanzt. Die richtigen Koordinaten für die Fundstelle sind etwa 84.750/57.400). Gleiche Fundstelle Nummer 22 und 42 und 73. Fundstelle 1:

 

Bei der Bergung des Latènegrabes Nummer 3:

Kumpf mit geschweifter Wandung. Ergänzt. Tonfarbe dunkelgrau, Höhe 10 Zentimeter, Durchmesser 12 Zentimeter. Die Verzierung besteht in der oberen Hälfte aus einem Zickzackband, mit bäumchenartigen Figuren in den Zwickeln; in der unteren Hälfte laufen die Zickzackbänder in Wellenbänder aus (Abbildung bei den Fundberichten, auch in: Hanau, Stadt und Land, Seite 44).

Mit den Scherben von Latènegrab 7 (16 Meter nordwestlich von Grab 3) geborgen:

- Bruchstücke von 2 Gefäßen mit Schnurösen, gelber Ton.

- Fast ganz erhaltener schnurkeramischer Becher in etwa 70 Zentimeter Tiefe

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer  A 2469, 24187.

 

Fundstelle 2:

- Randstück und Wandstück eines rundbodigen Kumpfes mit ausgestelItem Rand. Mit Kamm eingedrückte grobe Stichdreierreihe als Randverzierung; auf dem Gefäßkörper schmale dreilinige, mit Kamm eingeritzte Bänder, die sich nicht zu einem gängigen Muster ergänzen lassen; vertikale, mit Kamm hergestellte Stichdreierreihen auf den verbleibenden Flächen. Oberfläche grau bis dunkelgrau, Ton grau, fein gemahlen. Höhe 10,5 Zentimeter, Randdurchmesser 12 Zentimeter, Gesamtdurchmesser 14,4 Zentimeter. Stark ergänzt.

- Einige Bruchstücke eines Vorratsgefäßes mit Schnurösen, einige W mit Verzierungsresten.

Phase IV/V.

 

(20) Bandkeramische Siedlung

Im Juli 1917 wurde eine neolithische Grube mit Wetteraukeramik und Quarzitschaber am Südrande der Hohen Straße gegenüber dem westlichen Teil der Großen Lohe angeschnitten Die Fundstelle gehört zur bandkeramischen Siedlung westlich der Großen Lohe in der Gemarkung Bergen. Verbleib: Früher im Museum Hanau, durch Kriegseinwirkung zerstört.

 

(21) Rössenzeitliche Grube

Wohngrube, etwa zehn Meter lang, westlich an der Straße Bischofsheim-Niederdorfelden, 500 Meter südlich der Hohen Straße, in einem Hohlweg. Verzierte Scherben des Rössen-Monsheim‑Schiersteiner Typus.

- Bruchstücke eines Napfes und eines groben Gefäßes, beide mit Schnurösen.

- Bruchstücke einer parallel zur Schneide durchbohrten, schuhIeistenförmigen Axt mit schrägem Nacken.

Verbleib: Museum Hanau

 

(22) Schnurkeramischer Becher

Sandgrube Gemeindewald Jagen 5. Der Greifer legte am 24. April 1953 einen schnurkeramischen Becher frei. Der Becher war ganz erhalten bis auf ein fehlendes Randstück; die Bruchstelle ist alt. Der Becher stand 70 Zentimeter unter der Oberfläche aufrecht im Sand. Gleiche Stelle Nummer 19 und 42 und 73.

Höhe 18,5 Zentimeter, Durchmesser 13,3 Zentimeter. Feiner, etwas glimmerhaltiger Ton von rötlich‑brauner, stellenweise fleckig dunkelbrauner Farbe, Oberfläche gut geglättet. Unterhalb des Randes umlaufende Reihe von vermutlich 13 stehenden Dreiecken, die mit schräg von oben rechts nach unten links verlaufenden Schnurlinien ausgefüllt sind. Darunter folgt ein Band von fünf horizontal umlaufenden Schnurlinien. Unter diesem Band eine Reihe von zwölf hängenden Dreiecken, die wie die oberen ausgefüllt sind. Den unteren Abschluß biIden acht umlaufende Schnurlinien. Echte Schnurverzierung (Abbildung bei Fundberichten, auch in: Hanau, Stadt und Land, Seite 41). Da ein Hügel über der Fundstelle nicht vorhanden war, bleibt es zweifelhaft, ob es sich um ein Grab gehandelt hat.  Verbleib:. Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2488.

 

(42) Siedlungsfunde

Streufunde, Siedlungsreste in einer Sandgrube im Walddisdrikt 5. Gleiche Stelle Nummer 19 und 22 und 73.

- Zwei getupfte Schrägränder, braun, grob, rauh und rötlich und braun, grob, geschIickt

- Weiterer Tupfenrand

- Schrägrand eines größeren Gefäßes, schwarzbraun, geglättet, poliert, außen heller, rauh

- Scharfkantiger Schrägrand eines Kegelhalsgefäßes, dunkelbraun, geglättet, poliert

- Scherbe eines Bechers mit Riefen, schwarzbraun, geglättet, poliert

- Scherbe eines Bechers mit breiter Riefe, bräunlich, geglättet

- Weitere kleine Wandscherben feintoniger, dünnwandiger Gefäße.

 

Zeitstellung umstritten:

- Spinnwirtel aus einer 9 Millimeter dicken, nur leicht gewölbten Gefäßdube geschnitten, rund, Durchmesser 4,8 Zentimeter, Durchbohrung in der Mitte, Durchmesser 0,9 bis 1 Zentimeter, außen und innen gelbbraun

- Bruchstücke eines flachen, 3,2 Zentimeter dicken Sandsteins, der ursprünglich wohl eine rechteckige Form oder viereckige hatte, verglüht.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 4339-43.

 

(43) Brandgrab

Sandgrube Klobedanz. Die Fundstelle liegt auf dem höchsten Punkt einer Sanddüne in einem Friedhof, der sonst nur hallstattzeitliche Gräber geliefert hat. Die Gefäße standen auf einer rechteckigen Fläche von 1,70 zu 0,70 Meter in 70 Zentimeter Tiefe verteilt, Längenausdehnung in Nord-Süd-Richtung. Knochenreste wurden nicht beobachtet, doch dürfte es sich um ein Brandflächengrab handeln. Die Fundstücke wurden Anfang August 1954 ausgebaggert.

- Drei Randscherben eines Kegelhalsgefäßes mit abgesetztem Trichterrand, Graphitüberzug, Randdurchmesser 20

- Vier Scherben vom Boden und Wandung eines Kegelhalsgefäßes, Hals scharf gegen die Wandung abgesetzt. Bis zum Umbruch Graphitüberzug, darunter fleckig braun, geglättet, poliert

- Bruchstücke eines ganz gleichen Gefäßes

- Scherben eines weiteren solchen Gefäßes, rotbraun, geglättet, poliert

- Kleine Scherbe eines Töpfchens mit Schrägrand mit Henkelansatz, hellgrau bis gelblich, geglättet, poliert

- Knickwandschale mit scharfem Innenabsatz. Braun, gelbgrau und schwärzlich, geglättet, poliert, Glättstriche, innen Graphitüberzug. Höhe 7,6 Zentimeter, Randdurchmesser 25,4 Zentimeter

- Flaue Knickewandschale, fleckig braun, uneben, geglättet, poliert, innen Graphitüberzug. Höhe 9,5 Zentimeter, Randdurchmesser 35,2 Zentimeter

- Scherbe einer Schale mit schwachem Wandknick, Schrägrand, Graphitüberzug

- Kleines Randstück und Bruchstück vom Boden einer Schale ähnlich der vorherigen, hellgelb, geglättet, poliert, innen Graphitüberzug

- Schale mit geschweiftem Profil und leicht eingezogenem Rand, rotbraun mit dunkleren Flecken, geglättet, poliert, Höhe 11,7 Zentimeter, Randdurchmesser

- Zwei gleiche Schalen. Graphitüberzug außer an der Bodenplatte, dort hellbraun, geglättet, poliert. Höhe 11 und 12 Zentimeter.

- Randscherbe einer gleichen Schale, Graphitüberzug, Randdurchmesser 16 Zentimeter

- Scherben einer kleinen Schale, rotbraun und schwärzlich, geglättet, poliert, Randdurchmesser 12 Zentimeter

- Randstück einer konischen Schale, braun und schwärzlich, geglättet, poliert, Glättstriche, wohl Graphitüberzug, Randdurchmesser 21,8 Zentimeter

- Sekundär gebrannte Randscherbe wohl eines Spitzbechers

- Hohlständer mit quadratischem Fuß, rötlichbrauner Ton, Graphitüberzug, Höhe 16,5 Zentimeter, Randdurchmesser 21 Zentimeter

- Geringe Bruchstücke eines zweiten Hohlständers

- Zwei Scherben vom Boden eines dünnwandigen Gefäßes

- Einige Scherben eines großen Vorratsgefäßes mit gekerbtem Schrägrand, gelblich, geschlickt, Randdurchmesser etwa 42 Zentimeter

- Kleiner Bronzering, Durchmesser 2,8 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9122-43

 

(44) Urnenfelderzeitliche Siedlung

Sandgrube im Walddistrikt 13, südlich der Gelnhäuser Poststraße. In der Sandgrube südlich des Weges nach Enkheim wurde schon einmal 1887 und 1911/12 eine Siedlungsstelle aus der Hallstattzeit gefunden (Fundstelle Nummer 58). Bei der im Jahre 1929/30 angeschnittenen und abgetragenen Siedlungsstelle der Urnenfelderzeit kamen beim weiteren Sandabbau 1953 neue Funde zutage. Die Stelle erstreckte sich noch um etwa 8 Meter weiter nach Süden.

- Zwei kleine Wandscherben mit Riefen, rot und bräunlich, geglättet

- Kleines fazettiertes Randbruchstück eines feintonigen Gefäßes

- Zwei getupfte Schrägränder, schmutzig rot und gelblich, grob

- Zwei gekerbte Schrägränder, rötlichbraun und gelb bis schwärzlich, grob, geschlickt

- Kleine Wandscherbe mit Tupfenleiste, ockerfarben, rauh.

Verbleib: Museum Hanau A 1587

 

(48) Kegelhalsgefäß und Becher

Auf einer Sanddüne nördlich der Bahnlinie Hanau-Frankfurt. Im Frühjahr 1975 vom Heimatforscher Karl Meckelburg geborgen. Die Sammlung kam nach dem Tode Meckelburgs 1978 in das Museum Hanau. An gleicher Stelle die Funde Nummer 56 und 76.

Zeitstellung: UK-zeitlich

- Kegelhalsgefäß mit drei Riefen; dunkelbraun, fleckig, untere Hälfte rauh, erhaltene Höhe etwa 18,5 Zentimeter. Der Rand ist offenbar am Hals-Schulter-Knick absichtlich abgebrochen worden.

- Becher mit vier Riefen; dunkelbraun, Höhe 9,2-9,5 Zentimeter, Randdurchmesser 10 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 1978/04-05

 

(55) Gefäß (Einzelfund)

Sandgrube Kern, nördlich der Bahnlinie Hanau-Frankfurt-Ost. Gefunden von Meckelburg. Aus dem ausgebaggerten Sand wurde 1966 etwa 60-70 Zentimeter unter der Oberfläche ein bauchiger Topf mit kurzem Schrägrand ausgebaggert. Tonfarbe rotbraun, Oberfläche geglättet. Höhe 16,5 Zentimeter. Durchmesser des Randes 18 Zentimeter, Durchmesser des Bodens  9,3 Zentimeter.

Verbleib : Museum Hanau, Inventar-Nummer A9567.

 

(56) Grabfunde

Auf einer Sanddüne nördlich der Bahnlinie Hanau-Frankfurt,. wurden im Frühjahr 1975 etwa 250 einfache Wand- und Bodenscherben (handgeformte Keramik)

von Karl Meckelburg geborgen. Sie waren überwiegend spätlatène-zeitliche, zum Teil auch noch urnenfelderkultur-zeitlich, wahrscheinlich aus zerstörten Gräbern. Die Sammlung kam nach dem Tode Meckelburgs 1978 in das Museum Hanau, wurde aber zum Teil nicht aufbewahrt. Gleiche Stelle wie Nummer 48 und 76.

- Bruchstücke einer großen Schale mit einschwingendem Unterteil und Schrägrand. Tonfarbe innen gelbbraun, außen graubraun, Oberfläche gut geglättet und poliert, innen Reste von Graphitierung. Durchmesser des Randes etwa 28 Zentimeter, Durchmesser des Bodens etwa 10 Zentimeter.

- Zwei Bodenbruchstücke von Gefäßen mit Bodendellen, Tonfarbe hellbraun, Oberfläche gut geglättet und poliert

- Randscherbe eines weitmündigen Gefäßes mit kurzem Schrägrand. Tonfarbe schwarzgrau, Oberfläche gut geglättet. Durchmesser der Mündung ca. 24 Zentimeter

- Randbruchstücke einer dickwandigen Schale mit gerundetem Rand. Tonfarbe grauschwarz mit Graphitüberzug, Oberfläche gut geglättet und poliert. Durchmesser des Randes ca. 20 Zentimeter

- Drei Bruchstücke eines doppelkonischen (?) Topfes mit schrägem Rand. Tonfarbe rötlichbraun, Oberfläche rauh

- Unterteil eines kleinen Gefäßes mit Bodendelle. Am größten Bauchdurchmesser scharfer Wandungsknick. Tonfarbe graubraun, Oberfläche gut geglättet. Durchmesser der Bodendelle ca. 2,5 Zentimeter, größter Bauchdurchmesser ca. 12 Zentimeter

- Wandungsscherben eines dickwandigen Gefäßes. Tonfarbe hellbraun, Oberfläche der oberen Gefäßpartie flüchtig geglättet, schwach eingedrückte, um den Gefäßkörper umlaufende Fingertupfenreihe. Gefäßunterteil verziert durch diagonal verlaufendes Fingerstrich-Muster

- Sieben atypische Scherben.

 

Gezeichnete Keramik:

Tafel 1: 6 Randstücke

Tafel 2: Rand- und Wandstück eines Gefäßes, Wandstück, Silexbruchstück mit Abschlagspuren, Randstück mit umlaufender Leiste

Tafel 3: 9 Rand- und Wandstücke

Tafel 4:

- Randscherbe, handgeformt, am unteren Bruch Kerbschnittverzierungen, Randdurchmesser um 30-34 Zentimeter, innen geglättet

- Wandscherbe, außen Kerbschnittdekor, wohl mit einem fünfzinkigen Kamm hergestellt

- Wandscherbe mit umlaufender Kerbschnitt-Leiste, Außenseite oberhalb der Kerbschnitte geglättet

- Randscherbe, Randdurchmesser 35 Zentimeter, handgeformte, rauhwandige Keramik, auf dem leicht auskragenden Rand Leiste mit Eindrücken, wohl eines Holzes.

Tafel 5:

- Randscherbe, handgeformte Keramik, auf der Wand umlaufende Reihe von Fingerabdrücken. Die Scherbe ist möglicherweise Fehlbrand, da Risse in der Wandung Undichtigkeit hervorrufen.

- Keramik - Fehlbrand, graue poröse Keramik, fast schwammartig verbrannt, Gewicht etwa 1/4 vergleichbarer Keramikmasse; es ist wohl der Rand des Gefäßes nach innen umgeknickt.

- 7 Rand-, 11 Wandscherben eines Gefäßes aus handgeformter Keramik mit 5 Zentimeter unterhalb des Randes beginnende Verzierung aus dicht neben- und untereinander liegenden Fingereindrücken

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9640-A 9646.

 

(57) Gräberfeld der End-Urnenfelderkultur und Hallstattzeit

Sandgrunde Klobedanz, Flur „Am Linnes“ Flur 16, Flurstücke 50 und 45. Die Fundstelle liegt auf dem höchsten Punkt einer Sanddüne in einem Friedhof, der sonst nur hallstattzeitliche Gräber geliefert hat. Die Gefäße standen auf einer rechteckigen Fläche von 1,70-1,80 zu 0,70-0,80 Metern in 70 Zentimeter Tiefe. Knochenreste wurden nicht beobachtet, doch dürfte es sich um ein Brandflächengrab handeln. Im Jahre 1954 ausgebaggert.

 

Grab 1: 1936, Körpergrab

- Kleines breites Kegelhalsgefäß, Höhe 18,3 Zentimeter

- Scherben von gleichmäßig gerundeter Schale, innen graphitiert

- Kalottenförmige Schale ohne Standfläche, fragmentiert, vier umlaufende Reihen kreisrunder Eindrücke, Höhe 4 Zentimeter

- Bronzearmring mit Petschaftenden und geraden Strichgruppen, Durchmesser 6,9 – 7,5 Zentimeter

Inventarnummer A 7683-87, vernichtet.

 

Grab 2: 1936

- Kegelhalsgefäß mit fallender Schulter, Unterteil schlickgeraunt, Höhe 30 Zentimeter

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 7 Zentimeter

- desgl., Höhe 6 Zentimeter

- desgl., Höhe 6,3 Zentimeter      

- Scherbe von desgl., Durchbohrung 1,5 Zentimeter unterhalb des Randes, diente als Deckschale         

- konische Schrägrandschale mit Bodenkreuz, Höhe 5,8 Zentimeter

- breiter Spitzbecher, Höhe 6,6 Zentimeter

- schlichter geschlossener Bronzefußring an zwei gegenüberliegenden Stellen stark abgenutzt, Umfang 9,6 Zentimeter

- zwei Bronzearmringe mit Petschaftsenden und geraden Strichgruppen, Durchmesser 6,6 x 7,5 Zentimeter                     

Inventar-Nummer Nr. A 7688-96

 

Grab 3: 1936 

- Scherben von kleinem Kegelhalsgefäß mit verschliffenem Hals-Schulterabsatz. 

- Scherbe von gleichmäßig gerundeter Schale

- Breiter Spitzbecher mit Randdurchbohrung, Höhe 7,4 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 7754-56

 

Grab 4: 1938 zerstört. Grabsohle 80 Zentimeter tief.

- Kegelhalsgefäß

- gleichmäßig gerundete Schale mit abgestrichenem Rand, Höhe

- 4,6 Zentimeter      

- Schale mit eingeschwungener Wand, Höhe 5,4 Zentimeter

- Spitzschale, außen Rand graphitiert, Höhe 6,3 Zentimeter

- Scherbe von Schale

- Spitzbecher, in Kegelhalsgefäß

- kleiner Bronzedrahtring, Durchmesser 3 Zentimeter, in Kegelhalsgefäß

Inventar-Nummer Nr. A 7823 – 7829

 

Grab 5: 1938, zerstört. Grabsohle 80 Zentimeter tief.

Kegelhalsgefäß

konische Schale, Außenseite des Bodens furchenverziert, Höhe 5 Zentimeter

Spitzschale, innen im Spitzboden drei umlaufende Kanneluren, außen und innen Graphitspuren, Höhe 6 Zentimeter          -

Spitzbecher, fragmentarisch, Höhe ca. 6,5 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 7830 – 7833.

 

Grab 6: 1952, Brandgrab, Grabsohle 70 - 80 Zentimeter tief.

- Kegelhalsgefäß mit hochliegender Schulter und leicht eingewölbtem Halsfeld, Höhe 27,5 Zentimeter

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 7,6 Zentimeter

- Schale mit eingeschwungener Wand, Andeutung von Randlippe, Höhe 6,6 Zentimeter

- Spitzbecher, innen Rand graphitiert, außen Graphitspuren, Höhe 6,5 Zentimeter in Kegelhalsgefäß

Inventar-Nummer Nr. A 676 – 679.

 

Grab 7: 1952, Urnengrab

- Topf mit einschwingendem Hals und ausbiegendem Rand, Höhe 23 Zentimeter, darin Leichenbrand

- Scherben von gleichmäßig gerundeter Schale, Randdurchmesser 20 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 680-681.

 

Grab 8: 1952, Brandgrab, Grabsohle 70 Zentimeter tief.

- Kegelhalsgefäß

- Schale mit eingeschwungener Wand und sehr kleiner Standfläche, außen Rand graphitiert, Höhe 6,8 Zentimeter

- Schale mit einbiegendem Oberteil, Höhe 7,7 Zentimeter, im Kegelhalsgefäß

- konische Schale mit waagerechtem Rand, Höhe 4,5 Zentimeter, im Kegelhalsgefäß

- rippenverzierter Bronzearmring mit Petschaftsenden, Durchmesser 7 x 8 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 2476 -2480

 

Grab 9: 1953, Körpergrab (?), Inventar nicht gesichert, da mit Grab 10 vermischt

- Scherben von Kegelhalsgefäß, Schulter graphitverziert

- Scherben von Topf mit abgesetzter Schulter, steilem Hals und ausbiegendem Rand, Randdurchmesser 20 Zentimeter

- Schrägrandschale mit eingeschwungener Wand, außen Graphitspuren, innen graphitverziert, Höhe 4,7 Zentimeter

- Scherben von zwei Schalen

- breiter Spitzbecher mit Randdurchbohrung, innen Rand, außen vollständig graphitiert, Höhe 7,4 Zentimeter

- hohler geschlossener rippenverzierter Bronzearmring auf Tonkern, Durchmesser  9,1 x 10,3 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9024 – 9030

 

 

Grab 10: 1953, Brandgrab (?), Inventar nicht gesichert, da mit Grab 9 vermischt

- Scherben von Kegelhalsgefäß

- Scherben von kleinem breitem Kegelhalsgefäß mit verschliffenem Hals-Schulterabsatz, Höhe ca. 18,5 Zentimeter

- Schale mit sehr schwach einbiegendem Oberteil, außen Rand graphitiert, Höhe 6 Zentimeter

- Stark gerundete Schale mit einbiegendem Oberteil, Höhe 6,5 Zentimeter

- Spitzbecher mit Randdurchbohrung, fragmentarisch, Höhe ca. 7,2 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9031 – 9036.

 

Grab 11: 1953, Brandgrab (?), Gefäße standen in schwarz verfärbter Sandschicht, Sohle 70-80 Zentimeter tief.

- Scherben von bauchigem Schrägrandtopf mit getupfter Leiste in Halskehle, Randdurchmesser 29,5 Zentimeter

- tiefe Schrägrandschüssel mit verschliffenem Rand, Höhe 11,5 Zentimeter

- Scherben von gleichmäßig gerundeter Schale mit kleiner Randlippe, Randdurchmesser 16 Zentimeter 

Inventar-Nummer Nr. A 9075- 9077

 

Grab 12: späturnenfelderzeitlich Fundstelle Nr. 43

 

Grab 13: 1954, Brandgrab, Grabsohle 1 Meter tief

- schiefes Kegelhalsgefäß, Hals graphitiert, Schulter graphitverziert, über Schulterabsatz drei umlaufende Riefen, Rand innen graphitiert, Höhe 32,5 Zentimeter

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 6,5 Zentimeter

- desgl., Höhe 6,2 Zentimeter

- desgl. mit kleiner Griffknubbe am Rand, außen Rand graphitiert, Höhe 6 Zentimeter

- Schale mit schwach angedeuteter Schulter, Höhe 5,8 Zentimeter

- schlanker Spitzbecher, Höhe 8 Zentimeter, im Kegelhalsgefäß

Inventar-Nummer Nr. A 9153 - 9158.

 

Obwohl seit 1955 der Sand mit Baggern abgebaut wird, konnten noch Reste einiger Gräber geborgen werden: Grab 14:1955

- Scherben von Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter Schulter

- Scherben von Schale mit eingeschwungener Wand, Höhe 7,5 Zentimeter

- tiefe konische Schale, fragmentarisch, Höhe 8,7 Zentimeter

- Schale mit einbiegendem Oberteil, Höhe 6,6 Zentimeter

- Scherben von Spitzbecher, Randdurchmesser 8 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9208 – 9212

Grab 15:1955

kleines breites Kegelhalsgefäß mit gedrücktem Köper, Rand beidseitig, Hals, Schulter und Bauch außen graphitiert, Höhe 16,5 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9244

 

Grab 16: 1955

Scherben von Kegelhalsgefäß

Scherben von Schrägrandtopf, innen Rand, außen vollständig graphitiert, Randdurchmesser 14 Zentimeter

Wandscherbe von großem Gefäß mit umlaufender Reihe länglicher Einstiche

Scherben von Schrägrandschale, innen graphitiert

Randscherbe von Schale mit einbiegendem Oberteil

Scherben von Schulterschüssel

Inventar-Nummer Nr. A 9245 – 9249

 

Grab 17

Scherben von Schulterschüssel, Randdurchmesser. 18,6 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9361 - 9363, jede Scherbe hat eigene Nummer)

 

Grab 18

- Scherben von Kegelhalsgefäß, Randdurchmesser 21,7 Zentimeter

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 6,8 Zentimeter

- Schrägrandschüssel mit eingeschwungener Wand und stark verschliffenem Schrägrand, Höhe 5,6 Zentimeter

- Stufenschale, in Innenseite zwei Stufen, Höhe 4,6 Zentimeter

- Spitzschale, außen vollständig, innen Oberteil graphitiert, darunter fünf umlaufende Warzenreihen, mehrere Wanddurchbohrungen (Anzahl nicht mehr festzustellen), jeweils drei untereinander, Höhe 6,8 Zentimeter

- Randscherben von Spitzbecher, innen Rand, außen vollständig graphitiert, Randdurchmesser 7 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 9441 - 446

 

(58) Grabfunde

Im Jagen 11 des Bischofsheimer Gemeindewaldes und im östlich anschließenden Jagen 6 des Enkheimer Gemeindewaldes liegt eine Gruppe von etwa 30 Grabhügeln. In den Jahren 1887 und 1911/12 wurden sechs dieser Hügel untersucht: fünf enthielten Brandgräber der mittleren Hallstattzeit (Stufe H C), der sechste ein Bestattungsgrab der Späthallstattzeit (Stufe H D). Gleiche Fundstelle Nummer 44.

Im nördlich anschließenden Jagen 13 verlief eine breite, hohe Sanddüne in Richtung Nordost-Südwest; sie reicht westlich des Halweges (im Dialekt für Hell = Höllweg), der die Gemarkungsgrenze zwischen Enkheim und Bischofsheim bildet, bis in den Jagen 5. Diese Düne wurde in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg, von Norden nach Süden fortschreitend, abgebaut und ist heute verschwunden.

Auf dem Rücken der Düne waren drei flache Erhebungen, jeweils etwa 28-30 Meter voneinander entfernt, zu erkennen; eine vierte hügelartige Erhebung lag (etwas isoliert) südöstlich.

Im Jahr 1951 wurden beim Sandgraben im Gemeindewald, Jagen 13, östlich des Halweges (heute: Maintaler Grenzschneise) und südlich der Gelnhäuser Poststraße, neue Funde gemacht. Die ersten Funde aus dieser Grube, vier Bronzeringe und einige Scherben, die im Schüttelsieb des Mörtelwerkes gefunden waren, überbrachte Herr Lehrer Lippert am 4. Mai 1951 (Grab 1). Von diesem Zeitpunkt an wurden die Baggerarbeiten ununterbrochen kontrolliert. Achtzehn Gräber der Späthallstattzeit konnten festgestellt werden. Herr O. Linnemann hat sich durch dauernde, oft tägliche Überwachung der Grube ein besonderes Verdienst erworben.

Die genaue Lage von Grab 1, 6, 15 und 16 konnte festgelegt werden, die Lage der übrigen Gräber konnte nur ungefähr nach dem jeweiligen Stand des Greifers und den Angaben der Arbeiter ermittelt werden, weil viele Funde erst im Schüttelsieb entdeckt wurden.

Auf einer Sanddüne im Südwest-Teil der Sandgrube lagen vier verflachte Hügel. Die Gräber befanden sich unter und zwischen den Hügeln. Sie lagen teilweise so dicht nebeneinander, daß ursprünglich nicht jedes von einem Hügel überdeckt gewesen sein konnte. Sie kamen während des Sandabbaus zutage und wurden nicht fachmännisch geborgen. Die meisten Funde stammen aus dem Baggersieb. Die Fundpunkte der Gräber 2 - 12 wurden nach Angaben der Arbeiter sowie später gefundenen Scherben rekonstruiert.

 

Grab 1: Körpergrab, 24 Meter westlich von Hügel 1, Sohle 1,6 Meter tief, darauf einzelne Steine. Toter lag 70 Zentimeter über der Sohle, Süd-Nord-Richtung. Gefäße ein Meter östlich, annähernd in Hüfthöhe außerhalb der Grabgrube.

- Oberteil von Kegelhalsgefäß mit fallender Schulter und kurzem Rand, Randdurchmesser 24 Zentimeter

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe 6,3 Zentimeter

- Schale mit eingeschwungener Wand, Bodenkreuz und Tupfer auf Unterseite des Bodens, Höhe 6,2 Zentimeter

- Schale mit einbiegendem Oberteil, Höhe 6,4 Zentimeter

- breiter Spitzbecher, außen Oberteil, innen Rand graphitiert, Höhe 7,2 Zentimeter

- Becher mit ausbiegendem Rand, Höhe 8,6 Zentimeter

- zwei schlichte, geschlossene Bronzefußringe, Durchmesser. 10 Zentimeter

- hohler, geschlossener Bronzearmring mit C-förmigem Querschnitt und geraden und schrägen Rippengruppen, Durchmesser 8 Zentimeter

- Bruchstücke von zwei Bronzehohlringen mit spitz auslaufenden Enden, Durchmesser ca. 9 Zentimeter und zwei ringförmigen Anhängern aus Bein, Durchmesser 2 - 2,6 Zentimeter in Kopfgegend zusammen mit mehreren Zahnkronen

- Gürtelreste, 35 sechseckige Bronzebuckel, Durchmesser 2,5 Zentimeter, umgaben ringsum vier erhaltene Rückenwirbel mit Holzresten vermengt

- kleiner vierkantiger Bronzering, Durchmesser 3,8 Zentimeter

- kleines Eisenstück mit aufgenietetem Bronzeknopf

Inventar-Nummer Nr. A 953 - 964, Kiste 70

 

(Grab 2 bis 5 lagen 8 -10 Meter südlich im Viertelkreis um Grab 1).

Grab 2: Brandgrab

Kleines Trichterrandgefäß ohne kantig abgesetzten Rand, Höhe 16,4 Zentimeter

Randscherbe von gleichmäßig gerundeter Schale, Randdurchmesser 20 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 965 - 966, Kiste 71

 

Grab 3: 4 Meter nordwestlich von Grab 2

Gefäßunterteil mit wirren Ritzlinien, Bauch-Durchmesser 24,8 Zentimeter

hohler Bronzearmring mit C-förmigem Querschnitt, kleinen Stollenenden und Rippenverzierung, Durchmesser 7 - 8 Zentimeter

desgl., Durchmesser 6,5 - 7,7 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 967 – 968

 

Grab 4: 7,5 m von Grab 2

- Schrägrandtopf, Höhe 16,6 Zentimeter

- kleine Schale mit schwach gerundeter Wand, Höhe 4,2 Zentimeter

- kleine Schale mit eingeschwungener Wand, Höhe 4,2 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 970 – 972

Grab 5: 6 Meter nordöstlich von Grab 4

kleines Trichterrandgefäß, Höhe 20,2 Zentimeter (Nr. A 973)

 

Grab 6: unter Hügel 1. Steinsetzung aus hochgestellten ortsfremden Kalksteinplatten, lichte Weite in Querrichtung 70 Zentimeter. Nord-Süd.

Scherben von Gefäßunterteil

Randscherben von kleiner tiefer Schale mit einbiegendem Oberteil, Randdurchmesser 14 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 974 – 976

 

Grab 7: unter Hügel 2

- Wandscherben von kleinem Kegelhalsgefäß

- Wandscherben von Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter Schulter, auf Hals schräge Graphitstrichgruppen

- Randscherben von Schale

- zwei Bronzearmringe mit Stollenenden, dreieckigem Querschnitt und geraden und schrägen Rippengruppen, Durchmesser 6 - 7,4 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 977 - 979)

 

Grab 8: etwa 20 Meter östlich der Mitte von Hügel 1

- geschlossener schlichter Bronzehalsring, Durchmesser 17 Zentimeter

- geschlossener schlichter Bronzearmring, Durchmesser 7,6 - 7,8 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 980 - 981

 

Grab 9 – 12: um Mitte von Hügel 3

- Scherben von Kegelhalsgefäß mit fallender Schulter und kurzem Rand, innen Rand, außen Hals ganz graphitiert, graphitverziert, Randdurchmesser 25 Zentimeter

- Scherben von drei Kegelhalsgefäßen

- Randscherben von drei Schalen, eine mit Graphitrand auf Außenseite

- Scherben von grobem Gefäß

Inventar-Nummer Nr. A 982-987

 

Grab 13: im Zentrum von Hügel 3

- Scherben von Kegelhalsgefäß, Rand beidseitig, Hals außen graphitiert, graphitverziert

- gleichmäßig gerundete Schale, außen Graphitrand, Höhe 6 Zentimeter

- schwach gerundete Schale, fragmentarisch, Höhe 7,2 Zentimeter

- Spitzschale, Höhe 6,2 Zentimeter

- breiter Spitzbecher mit Randdurchbohrung, Höhe 5,4 Zentimeter

- zwei geschlossene Bronzearmringe mit D-förmigem Querschnitt, sehr schlecht erhalten, ursprünglich verziert, Durchmesser 8 - 8,7 Zentimeter

- Bruchstück von ovalem, in der Mitte durchbohrtem Bronzebuckel, Länge 3,6 Zentimeter

- Bruchstücke von Eisenschwert in Resten der Holzscheide mit Bronzeniete, Länge noch 54 Zentimeter

- Bruchstücke von Eisenmesser mit gebogener Griffangel, Breite 3,6 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 988 – 997

 

 

Grab 14: unter Hügel 3, zwischen Grab 7 und 13

- Gefäßunterteil

- römische Scherbe

Inventar-Nummer Nr. A 998 - 999

 

Von Hügel 4 wurde eine Fläche von 6 x 6 Meter um das Zentrum bis auf den gewachsenen Boden untersucht. 3 - 4 Meter südlich der Mitte, 1,2 Meter tief. Im Umkreis von einem Meter fanden sich regellos einige Steine, wohl Reste einer zerstörten Bestattung.

 

Grab 15 (?): unter Zentrum von Hügel 4, die Funde wurden in einer Tiefe von 0,6 - 1,2 Meter in einer Fläche von ca. 2 x 2 Meter aufgelesen.

- Scherben von größeren Gefäßen

- verbrannte Knochen

Inventar-Nummer Nr. A 670

 

Grab 16: 3,9 Meter südwestlich des Zentrums von Hügel 4

- Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter hochliegender Schulter und leicht eingewölbtem Halsfeld, Höhe 29 Zentimeter

- kleine konische Schale, Höhe 4 Zentimeter

- desgl., Höhe 3,6 Zentimeter

- desgl., Höhe 4,5 Zentimeter

- breiter Spitzbecher mit eingedrucktem Boden und Randdurchbohrung, außen Rand und Schulter, innen Rand graphitiert, Höhe 7,5 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 671 – 675

 

Grab 17: im Nord-Teil von Hügel 4

Schale mit steilwandigem Oberteil und straff eingezogenem Unterteil, Höhe  6,7 Zentimeter

Inventar-Nummer Nr. A 683

 

Aus zerstörten Gräbern, 1952

- Randscherben von zwei Schrägrandtöpfen

- Scherben von großem Gefäß

Inventar-Nummer Nr. A 1489 – 1491

 

(59) Hallstattzeitlicher Kesselwagen

Der Berger Ortspfleger des Frankfurter Museums für Vor- und Frühgeschichte, Herr Dr. Ludwig Emmel, Bergen-Enkheim, Borngasse 1, überlieferte am 24.11.1972 einen mündlichen Bericht von Herrn Dr. Heinrich Bingemer, dem früheren Direktor des Frankfurter Historischen Museums, der aus Bergen-Enkheim stammte. In  den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde bei einer Raubgrabung in einem Hügelgrab auf der Bischofsheimer Seite des Bergen-Enkheimer Waldes in der Hügelgrabgruppe an der Gelnhäuser Poststraße, Meßtischblatt: 5818 (84.570/57.180), ein vierrädriger bronzener Wagen von etwa Halbmetergröße gefunden. Der Hügel, ziemlich hoch, mit dem Raubloch sei noch zu sehen. Der Wagen wurde damals zerschlagen und als Altmetall verkauft. Es soll auch eine gerichtliche Untersuchung gegeben haben. Es dürfte sich um einen hallstättischen Kesselwagen handeln.

 

(60) Hallstattzeitliches Brandgrab

Sandgrube Peter See am nördlichen Ortsausgang, im Winkel der Straße Bischofsheim-Niederdorfelden und des Feldweges (eigentlich Straße) Bischofsheim-Bergen, gefunden 1928.

 

Brandgrab:

- Scherben von großer Urne

- gleichmäßig gerundete Schale, Höhe  6 Zentimeter

- desgl., Höhe 4,7 Zentimeter

- Schale mit eingeschwungener Wand, Höhe 6 Zentimeter

- Scherbe von desgl., Höhe 5,8 cm

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 4959 - 4994, vernichtet.

Streufund:

Scherbe von Kegelhalsgefäß (Inventar-Nummer A 7697)

 

(61) Scherben, Grabfunde

Die Fundstelle liegt auf der Anhöhe nördlich des Ortes an der Straße Bischofsheim-Bergen, heute Berger Straße 68 (Pfarrhaus), östliche Hälfe (früher P. Reul, Parzelle 53). Dort auch die römische Funden Nummer 89.

 

Streuscherben:

- Wandscherbe mit horizontal umlaufenden Fingertupfen, von denen zwei auf der Scherbe erhalten sind, Abstand 6 Millimeter, rotbrauen Tonfarbe.

- Schrägrand, glatt waagrecht abgestrichener Rand

- Randscherbe von Schale mit einbiegendem Oberteil, Trichterrand, Ton auffallend hart gebrannt, Tonfarbe rotbraun.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A G 2298-2300

 

(62) Hallstattzeitliche Hügelgräber

Aus einem Hügelgrab im Gemeindewald, Walddistrikt 4, etwa 1863 vom Bürgermeister geöffnet.

- Bruchstück eines offenen Bronzearmring mit Scheiben an den Enden

- Hälfte einer Bronzetrense, am kräftigem MauIstück die Ösen mit vierkantigen Zügelringen, Durchmesser 5 Zentimeter

- Unteres Ende eines Eisen-Schwertes und Bruchstücke des Griffes mit Nieten aus Bronze und Bronzeresten von Scheide

- Bruchstücke zweier eiserner Armringe, einer mit Durchmesser 6,5 Zentimeter.

 

Im Juli 1912 nahm der Forscher Wolff mit Lehrer Bingemer vier Hügel auf, die 300 - 400 Meter weit südöstlich im Eichwald, Jagen 4, an der 200 Meter östlich vom Halweg diesem nicht ganz parallel von Norden nach Süden ziehenden Schneise liegen.

Einer derselben, der sich durchs eine stattliche Größe (noch 2,5 Meter Höhe bei 30 Meter Umfang) auszeichnet, der südlichste von allen, zeigt in der Mitte eine alte schachtartige Grube, von der sich ein nicht aufgefüllter Graben nach Nordosten zieht. Er ist offenbar der Hügel, aus dem die Funde stammen, die Amtsgerichtsrat Hille (Bergen) im Jahre 1873 dem Hanauer Geschichtsverein schickte und die der Bürgermeister etwa zehn Jahre früher in einem Hügelgrab gefunden hatte. 

 

Es waren aus Eisen:

- das Bruchstück eines Schwertes

- ein 6 Zentimeter breiter und ein kleinerer Ring

aus Bronze:

- zwei Stücke eines Pferdegebisses

- die Hälfte eines 8 Zentimeter breiten Ringes

- die Hälfte eines 5 Zentimeter breiten Ringes mit knopfartigem Schluß. 

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer G 94, vernichtet.

Nachuntersuchung:           Suchschnitt, 1,1 Meter breit,1,4 Meter tief.

- Schrägrand von Kegelhals- oder Trichtergefäß, Randdurchmesser 26 Zentimeter

- Randscherbe von Spitzbecher,  außen und innen graphitiert, Randdurchmesser 8 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9305.

 

(62) Hallstattzeitliche Scherben

Im Zusammenhang mit dem Autobahnbau Jagen 4, wurde am 23.5.75 von W. Wilhelm (Sprendlingen) eine Begehung durchgeführt. Dabei wurden von dem Erdauswurf eines altgegrabenen Grabhügels einige Scherben eines hallstattzeitlichen Kegelhalsgefäßes aufgelesen. Er berichtete noch, daß ein weiterer, zu dieser Gruppe gehöriger Hügel wohl neuerdings bei Wegeplanierungen zur Hälfte abgetragen wurde. Der fund wurde nicht gesondert erfaßt. Verbleib: Museum Hanau

 

(69) Hallstattzeitlicher Grabfund

Bischofsheim, Gewann „Am Wellenpfad“, Schlesische Straße, damals fünftes Grundstück von der Mainkurstraße her, etwa Haus Nr. 3 oder 5, gefunden im Spätherbst 1950 von Landwirt Ludwig Grimm, Obergasse. Vermutlich unpubliziert: Eine Urne und zwei flache Schalen.

 

(72) Trichter-Grube der Latènezeit

Eine „Trichtergrube“ sah Welcker im Herbst 1911 an der Südwand einer Backsteinbrennerei, die neben dem nördlich vom Dorfe nach Vilbel führenden alten Weg (welche der römischen Straße Kesselstadt-Vilbel nur in der Gesamtrichtung entspricht) ein Kilometer vom Dorfe entfernt liegt, am Ende der Vilbeler Hohl.

 

(73) Brandgräber der Latènezeit:

Gemeindewald, Jagen 5, nördlich der alten Gelnhäuser Poststraße, die die Grenze zwischen Jagen 13 und Jagen 5 bildet. Gleiche Fundstelle Nummer 19 und 22 und 42.

Im Herbst 1951 ließ die Leitung des Mörtelwerkes einige Probelöcher von etwa     1,50 x 1,50 Meter graben um die Beschaffenheit des Sandes festzustellen. In einem der Löcher stieß der Arbeiter auf vermutlich 2 Brandgräber der Spätlatènezeit, deren Inhalt er nicht weiter beachtete, die Funde gerieten in den ausgeworfenen Sand. Im Mai 1952 erhielten die Bodendenkmalpfleger davon Kenntnis. Das in Frage kommende Probeloch konnte durch einige auf dem Sand liegende Scherben rasch ermittelt werden.

Die Durchgrabung des Sandes ergab eine große Anzahl Scherben von 8 Gefäßen, von denen 5 zusammengesetzt und ergänzt werden konnten. Ausserdem fanden sich 2 eiserne Spätlatènefibeln, ein eisernes Rasiermesser, ein Wetzstein, Reste einer feingliedrigen Bronzekette und viele Knochenreste. Im Verlauf des im Mai 1952 beginnenden Abbaues wurden noch 7 Gräber gefunden. Damit ist ein kleines,  bisher nicht bekanntes Gräberfeld der Spätlatènezeit festgestellt (Funde der Jungsteinzeit von dieser Stelle siehe Bandkeramik und Schnurkeramik).      

 

Fund 1:

- Wulstrandtopf, wenig gewulsteter Rand, Kammstrichverzierung, Drehscheibenarbeit, gelbbrauner sandiger Ton. Höhe 15,5,  Durchmesser 15-16 Zentimeter.

- Flasche, Drehscheibenarbeit, hellroter Ton, Höhe 16,5 Zentimeter.

- Kleine handgeformte Schüssel, hellroter, stellenweise grauer Ton, Höhe 5,3, Durchmesser 11, Form Schönberger.

- Schüssel, handgeformt, grauer Ton, stark gemagert, Höhe 6,2 Zentimeter, Durchmesser 15 Zentimeter. Form etwa Schönberger

- Schüssel handgeformt, gelbbrauner Ton, Höhe 5,7 Zentimeter, Durchmesser 20 Zentimeter, Form Schönberger

- Bruchstücke einer dickwandigen Schüssel, Handarbeit, gelber Ton, verglüht.

- Viele Bruchstücke eines Gefäßes, Form richt sicher, Drehscheibenarbeit, schwarzer Ton. Auf der Schulter zwischen zwei horizontal umlaufenden Rillen senkrechte Glättstreifen metopenartig angeordnet

- 3 Randstücke eines Wulstrandtopfes, Drehscheibenarbeit,  schwarzbrauner Ton, Profil etwa Schönberger

- Eiserne Spätlatènefibel, fragmentiert, Rolle mit 4 Windungen und unterer Sehne; der  Drahtbügel verbreitert sich zur Rolle. Erhaltene Länge 9,9 Zentimeter

- Fragmentierte eiserne Drahtfibel mit oberer Sehne, erhaltene Länge 6 Zentimeter, Gesamtlänge etwa 8 Zentimeter

- Rasiermesser Eisen, vom Griff nur die Ansatzstelle erhalten, Länge noch 8 Zentimeter

- Zu einem kleinen Klumpen  zusammengeschmolzene feingliedrige Bronzekette

- Stein von rechteckigem Querschnitt, 3 x 2,1 Zentimeter, Länge 9,3 Zentimeter, verglüht (Wetzstein?).

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1492-1500

 

Fund 2 (Grab?):

- Unterteil, Randstück und weitere Bruchstücke eines eiförmigen Topfes, leicht ausladender Rand, handgeformt, gelbbrauner Ton, Höhe etwa 25-27 Zentimeter

- Bodenstück mit aufgehende Wandung, wohl Kelchgefäß wie Schönberger, Drehscheibe, gelbbrauner Ton

- Zwei Randstücke von Töpfen und drei Randstücke von Schalen, handgeformt, gelbbrauner und rötlichgelber Ton

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1492-1500

 

Fund 3, Grab:

- Bruchstücke einer weitmundigen Flasche, Drehscheibenarbeit, rötlichgelber Ton, Oberteil fehlt, erhaltene Höhe 18,5 Zentimeter

- Scherben einer kleineren Flasche, Boden und Oberteil fehlt, wohl Drehscheibenarbeit, rötlichgelber Ton

- Schüssel mit eingezogenem Rand, Drehscheibe, gelbbrauner Ton, Höhe 6 Zentimeter, Durchmesser 19 Zentimeter

- 3 Bruchstücke einer Schüssel, handgeformt, Rand verdickt, hellrötliche Ton

- Kleiner steilwandiger Topf, flacher Boden, handgeformt, gelblichbrauner Ton, Höhe 5 Zentimeter, Durchmesser 9 Zentimeter

- Miniaturgefäß in Schüsselform, stark eingezogener Rand, handgeformt, gelbbrauner Ton, Höhe 4 Zentimeter, Durchmesser 4,5 Zentimeter

- Knochenreste.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1682-89.

 

Fund 4:

- Eiförmiger Topf, handgeformt, gelbbrauner Ton. Form Schönberger, Höhe 20,5 Zentimeter, Durchmesser 16 Zentimeter

- Eiserne Fibel, Mittellatène-Schema, 8 Windungen, obere Sehne, Länge 5,5 Zentimeter

- Knochenreste. 

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2450-51.

 

Fund 5, Grab:

- Schlanke Drehscheibenflasche, zwei Rillen auf der Schulter; vom Hals und Rand nichts erhalten, gelbbrauner Ton, Höhe noch 27 Zentimeter

- 2 offene Ringe, Eisen, runder Querschnitt, 0,6 Zentimeter stark, Durchmesser 2 Zentimeter

- Knochenreste.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2452-53.

 

Fund 6, Grab:

- Unterteil einer Flasche, vom Oberteil nichts erhalten, Höhe noch 21 Zentimeter. Drehscheibenarbeit, gelbbrauner Ton

- Bruchstücke einer kleinen Flasche, Hals und Rand fehlt, Drehscheibenarbeit, gelbbrauner, im Bruche rötlicher Ton, Höhe noch 9,5 Zentimeter, Form etwa Schönberger

- Bruchstücke einer handgeformten Schüssel mit eingezogenem Rand, gelbbrauner Ton, Höhe etwa 8 Zentimeter, Durchmesser 7,5 Zentimeter

- Bruchstücke einer dickwandigen, handgeformten Schüssel mit eingezogenem Rand, gelbbrauner Ton, Höhe und Durchmesser nicht bestimmbar

- Kleine Scherbe eines Drehscheibengefäßes, Form nicht bestimmbar, gelbbrauner Ton

- Knochenreste.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2454-59.

 

Fund 7, Grab:

- Topf, handgeformt, Oberfläche geglättet mit siecht ausgeführten leicht kurvig angelegten Kammstrichen, Rand leicht abgesetzt, verdickt und horizontal glatt abgestrichen, rötlichbrauner Ton, Höhe 28 Zentimeter, Durchmesser 21,5 Zentimeter

- Als Deckel diente: Handgeformte Schüssel mit eingezogenem Rand und flachem Boden, gelbbrauner Ton, Höhe 7,5 Zentimeter, Durchmesser 21,5 Zentimeter.

- Bruchstück einer dritten Fibel von gleicher Form

- Bruchstücke von 2 Drahtfibeln

- Bruchstücke eiserner Fibelkettchen. Ein 4Zentimeter langes Stück ist mit einem größeren Ring in die Rolle der einen Fibel eingehängt.

- Ein ebensolcher Ring mit dem ersten Glied des Kettchens hängt in einem Fibelfuß

- 2 Bruchstücke einer kleinen Eisenfibel, offener dreieckiger Fuß, auf dem Bügel 2 Knoten

- Knochenreste.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2401-03.

 

Fund 8, Grab:

Bruchstücke .....

 

(74) Keramik der Latènezeit:

Lesefunde im Jahr 1929 beim Bau der Straße nach Bergen nördlich der Sandgrube Peter See (Fundstelle 60), Winkel der Straße Niederdorfelden-Bergen. Die in Hanau A 5460 als „Scherben vom Spätlatènegefäß“ angesprochenen Fundstücke sind 3 grobe unscheinbare Scherben, deren zeitliche Stellung nicht klar ist. Verbleib: Museum Hanau

 

(76) Keramik der Spätlatènezeit:

Vermutlich bei Bauarbeiten wurden im Frühjahr 1975 auf einer Sanddüne nördlich der Bahnlinie, (heute Autobahn A 66), von Karl Meckelburg verschiedene Keramikscherben geborgen. Die Sammlung kam nach dem Tode Meckelburgs am 21. Januar 1978 in den Bestand des Hanauer Geschichtsvereins im Historischen Museum Hanau. An gleicher Stelle die urnenfelderzeitlichen Funde Nummer 48 und 56.

- 5 Scherben einer weitmündigen Flasche mit leicht verdickter Randlippe sowie durch Rippen und breiten Wulst gegliederte Schulter, gut geglättet, feinkörnig gemischt, violettschwarz

- 3 Randscherben einer kleinen Schale, geglättet, feinkörnig gemischt, dunkelbraun

- Randscherbe einer Schale mit spitzer Lippe, sehr gut geglättet, feinkörnig gemischt, schwarzbraun

- Randscherben eines Topfes mit geschweifter Wandung, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, ockerbraun bis braun

- Randstück einer Schüssel mit eingebogenem Rand, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, sepiafarben

- Randstück von Gefäß mit innen gekehltem Rand, Oberfläche zum Teil geglättet

- 3 Randstücke eines größeren Fasses oder Topfes, Oberfläche unbehandelt, sehr grobkörnig gemischt, graubraun bis lilaschwarz, Randdurchmesser etwa 34 Zentimeter

- 2 Randstücke eines Topfes, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, schwarzbraun, Randdurchmesser etwa 30 Zentimeter

- Randstück eines Topfes, sehr grobkörnig gemischt (organisch?), braunschwarz

- 2 Randstücke einer weitmundigen Schüssel, Oberfläche unbehandelt, sehr grobkörnig gemischt, gelbbraun bis schwarz, Randdurchmesser etwa 33 Zentimeter

- Randstück von Schüsseln mit eingebogenem Rand

- Randstück eines Topfes mit innen verdicktem Rand, Randdurchmesser etwa 22 Zentimeter, hart gebrannter Ton, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, violettschwarz

- Randstück einer Schüssel mit Kammstrich-Verzierung, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, graubraun bis lilaschwarz, sekundär verbrannt

- Randstück einer Schüssel, Randdurchmesser etwa 35 Zentimeter, Oberfläche außen aufgerauht, sehr grobkörnig gemischt, braunschwarz

- Randstück eines Topfes, Oberfläche unbehandelt, grob gemischt, schwarzbraun

- Randstück eines Gefäßes, Randdurchmesser etwa 25 Zentimeter, Oberfläche unbehandelt, grob gemischt, gelbbraun

- Randstück eines Gefäßes, Oberfläche feinkörnig gemischt, orangebraun bis schwarzbraun

- Randstück eines Topfes, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, lilabraun bis lilaschwarz

- 2 Randstück eines größeren Topfes mit Riefen-Verzierung, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, rötlichbraun bis blauschwarz

- Randstück eines Topfes mit Tupfen- oder Riefenverzierung, Oberfläche gut geglättet, grobkörnig gemischt, innen gelb- bis orangebraun, außen violettschwarz

- Randstück eines Topfes mit Tupfenverzierung, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, orangebraun

- Randstück eines Gefäßes mit aufgesetzten Wülsten und schrägen Doppelstichen, Oberfläche unbehandelt, sehr grobkörnig gemischt, überwiegend schwarzbraun

- Randstück eines Topfes mit einbiegender Wandung und schräg gestelltem Rand, Fingertupfendekor, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, braunschwarz

- Randstück eines eiförmigen Topfes mit Fingertupfen-Reihe, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, überwiegend orangebraun

- 2 Randstücke, 2 Wandstücke eines eiförmigen Topfes mit (Hölzchen?)-Einstichen, Oberfläche unbehandelt, grob gemagert, lilabraun

- 14 Bruchstücke eines Topfes mit einer durch Fingertupfen überzogenen Wandung, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, gelbbraun bis schwarzbraun

- 3 Randstücke einer Schüssel (?), Oberfläche unbehandelt, grob gemischt, gelbbraun

- 2 Randstücke eines Gefäßes, unbehandelt, sehr grobkörnig gemischt, ockerbraun

- Randstück eines weitmundigen, eiförmigen Topfes, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, orangebraun

- 2 Randstücke eines Topfes mit Einstichen auf der Randlippe, Oberfläche unbehandelt, grob gemischt, lilabraun

- Randstücke eines Gefäßes mit Fingertupfen auf der einbiegenden Randlippe. krakelierende, unbehandelte Oberfläche, sehr grobkörnig gemischt, gelbbraun bis blauschwarz

- 11 Bruchstücke eines Topfes mit umlaufender Fingertupfenverzierung, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, braunschwarz bis dunkelbraun

- Zahlreiche Bodenscherben

- Randstück einer Schulterschüssel mit abgerundetem, schräg gestellten Rand, Oberfläche gut geglättet, feinkörnig gemischt, graubraune, etwas krakelierende Oberfläche, Ton braunschwarz

- 2 Bruchstücke eines vollständig im Brand verschmolzenen Gefäßes, grobkörnig gemischt, grauer, blasiger Ton (Fehlbrand?)

- Wandscherbe eines Gefäßes mit kommaförmigen Einstichen, Oberfläche unbehandelt, feinkörnig gemischt, violettbraun

- Wandscherbe eines Gefäßes mit Kerbleistenverzierung, Oberfläche gut geglättet, teilweise aufgerauht, feinkörnig gemischt, braunschwarz

- Wandscherbe eines Gefäßes mit fingertupfenverzierter Leiste, Oberfläche unbehandelt, grob gemischt

- Randstück eines Siebgefäßes mit vier erhaltenen Durchbohrungen, Oberfläche unbehandelt, grobkörnig gemischt, graubraun

- Zahlreiche Wandscherben mit verschiedenen Besen- und Kammstrichverzierungen

- Mehrere Scherben bronzezeitliche Keramik

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 1980/04 (Abbildungen bei den Fundberichten).

 

Der kleine Lesefundkomplex, dessen Geschlossenheit aufgrund der ungeklärten Fundzusammenhänge nicht gesichert und durch die darunter befindliche bronzezeitliche und vielleicht noch hallstatt- oder frühlatènezeitliche Keramik auch wenig wahrscheinlich ist, enthält zahlreiche für die „keltisch“ geprägte Spätlatènezeit typische oder doch zumindest nicht ungeläufige Formen.

Dazu gehört die weitmündige Flasche, zu deren Form mit einem über der halben Gefäßhöhe liegenden größten Durchmesser es bereits in der späten Mittellatènezeit gute Parallelen gibt. Derartige Gefäße scheinen jedoch, wie ein mit einer „Nauheimer Fibel“ vergesellschafteter Fund aus einer Grube in Frankfurt-Nied nahelegt, noch in den letzten Jahrzehnten des ersten Jahrhunderts v. Chr. und vielleicht sogar noch später verwendet worden zu sein.

Daneben gibt es eine Reihe von Gefäßbruchstücken, die sich während des gesamten letzten, vorchristlichen Jahrhunderts, aber auch noch später einordnen lassen. Dazu gehört u.a. die mit geringfügigen Kammstich-Resten verzierte Schulterschüssel, einem Gefäßtyp, der nach H. Schönberger offensichtlich in unserem Gebiet eine eigenständige Entwicklung durchlaufen hat. Derartige Gefäße finden sich jedoch nicht nur in der „keltischen“ Spätlatènezeit, sondern beispielsweise auch noch in augusteischer Zeit in Bad-Nauheim.

Einige der Bischofsheimer Gefäße haben jedoch keine einheimischen Vorbilder, sondern knüpfen ganz offensichtlich an eine während des letzten vorchristlichen Jahrhunderts im germanischen Siedlungsgebiet verbreitete Keramik an. So taucht in unserem Raum die Form der eiförmigen, handgemachten Töpfe erst ganz am Ende der Spätlatènezeit auf.

Auch das mit Fingertupfenreihen überzogene Gefäß steht wohl im Rahmen einer Entwicklung, die mit einzelnen Tupfenreihen wie bei einem Gefäß von Bad Nauheim (Fund 39) und einem ähnlichen Gefäß aus dem augusteischen Abwassergräbchen in Bad Nauheim zu beginnen scheint und zu den hauptsächlich in der römischen Kaiserzeit verbreiteten „Wulstgrubengefäßen“ des ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhunderts führt.

 

Derartige Gefäße kommen beispielsweise noch in der römischen Periode I in Frankfurt-Heddernheim vor und führen gegen Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts sogar zur Ausbildung eines römischen Gefäßtypes mit gleicher Verzierungsart, der beispielsweise im Erdlager von Hofheim (etwa 40-69/70 n.Chr.) sehr beliebt gewesen zu sein scheint. Daß es sich bei den Funden aus Bischofsheim um Siedlungskeramik handeln dürfte, geht unter anderem aus dem Vorkommen eines Siebgefäßes sowie des vermutlichen Keramik-Fehlbrandes hervor. Außerdem fehlen für die Grabfunde typische Beigaben, wie sie etwa aus dem 1952 ausgegrabenen, wohl gleichaltrigen Gräberfeld westlich von Bischofsheim bekannt sind.

Abschließend kann festgestellt werden, daß durch die Geländearbeit der vergangenen Jahre zu den relativ bescheidenen Fundstellen germanischer Keramik der Spätlatènezeit und der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n.Chr. einige neue Fundorte getreten sind. Wenn noch Raffael von Uslar 1980 im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises keinen einzigen Fund dieser Zeitstufe kartierte, so können jetzt durch die Bearbeitung des in den letzten Jahren geborgenen Fundmaterials aus Maintal-Bischofsheim sowie Hanau-Mittelbuchen zwei derartige Fundstellen namhaft gemacht werden (auf der Karte Abbildung 5 nachgetragen).

Ganz unvermischt mit älter erscheinenden Funden ist dieses Material jedoch nur in wenigen Fällen, was Hans Schönberger bereits 1952 vermuten ließ, daß in diesen Jahren der ständigen Bedrohung der jungen römischen Reichsgrenze am Rhein trotz der fortwährenden Germanenzüge durch die Wetterau sowie der folgenden Strafexpeditionen durch die Römer an den meisten Fundstellen doch mit einer gewissen Kontinuität - wahrscheinlich sogar durch die einheimische Bevölkerung - gerechnet werden muß.

 

(89) Römische Brandgräber

Die Fundstelle liegt auf der Anhöhe nördlich des Ortes an der Straße Bischofsheim-Bergen, heute Berger Straße 64 (Pfarrhaus), östliche Hälfe (früher P. Reul, Parzelle 53), Meßtischblatt 5818 (86.140/57.830). Dort auch die Funden Nr. 61.

Bei Anlage eines Kanals für eine Scheinwerferstellung im Jahre 1943 wurden einige römische Gräber gefunden. Herr Installateurmeister Bauch, der die Arbeiten seinerzeit ausführte, hat von den Funden nur einige ganz erhaltene Krüge mit nach Hause genommen, die in der Folgezeit verloren gingen bis auf einen, den ein Bodendenkmalpfleger im März 1952 zufällig in seiner Werkstatt stehen sah. Bei einer Besichtigung der Stelle fand sich auf der Oberfläche noch ein Sigillat-Tellerboden mit Stempel. Im Frühjahr 1953 wurden auf dem Acker drei Versuchsgräben gezogen, die außer wenigen Scherben der 1943 zerstörten Gräber keine weiteren Funde erbrachten. Es handelt sich vermutlich um ein kleines Gräberfeld, das zu einem römischen Gutshof gehörte, dessen Gebäude auf der leicht ansteigenden Höhe nordwestlich der Fundstelle zu suchen sein dürften. Die Lage am Südhang mit Blick in die Mainebene entspricht der Lage solcher Gutshöfe in der Wetterau.

- Einhenkliger Krug, Henkel fehlt, bauchige Form, Lippe gut unterschnitten, hellroter Ton mit Resten des weißen Farbüberzuges. Höhe 15,7 Zentimeter

- Gewölbter Tellerboden, Sigillata, Stempel „PECULIA FE“

- Einige Scherben ohne Profile.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 687-88.

 

 

(90) Römische Keramik

Kiesgrube, Jagen 13.. Im Rüttelsieb mit urnenfelderzeitlich-hallstattzeitlichen Gräbern zusammen gefunden.

Hals- und Wandungsstücke eines römischen Krugs, hellroter Ton, die Lippe ist zum Hals scharf abgesetzt und unterschnitten, 2. Jahrhundert.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 999

 

(91) Römische Funde auf dem Aussiedlerhof „Charlottenhof“

Das Grundstück liegt nördlich der Straße Bergen - Bischofsheim. Es wird im Westen abgeschlossen durch das Wohngebäude mit den Stallungen, im Osten durch eine lange Halle und im Norden mit einigem Zwischenraum durch eine offene Scheune.

Beim Bau des an das Wohnhaus anschließenden Stalles, wurde bereits 1954 eine römische Mauer angeschnitten und Funde geborgen (A 9306 a-g).

An der östlichen Schmalseite der offenen Scheune wurde im April 1956 eine etwa einen Meter tiefe Baugrube von 9 x 13 Meter für einen Putenstall ausgehoben. Dabei stieß man auf eine Mauer von etwa 70 Zentimeter Stärke. Diese aus plattig brechenden Kalksteinen gefügt, wie sie in diesem Gebiet unter dem Löß anstehen. Als Bindung wurde kein Mörtel, sondern gelber Ton verwendet. Die Mauer verläuft in Richtung West-Südwest nach Ost-Nordost. Von der Südwand der Baugrube ist die Südkante der Mauer im Westen 7, 35 Meter entfernt, an der Ostwand 9,30 Meter. Die Mauer scheint römischen Ursprungs zu sein, da sich im Aushub einige Scherben fanden, darunter das Randstück eines römischen Kochtopfs und einige vermutlich römische atypische Scherben. Außerdem fanden sich zwei vorgeschichtliche Gefäßbruchstücke.

 

(106) Topf mit 177 „Silber“- Münzen

Der Kippermünzenfund von „Bischofsheim“

Im Juni 1929 wurde für den Ausbau der Straße von Bischofsheim nach Bergen in der Sandgrube des Landwirtes Peter See Sand gegraben. Die Grube liegt hart nördlich des Ortes Bischofsheim in dem Winkel, den die Straßen nach Bergen und Niederdorfelden bilden. Bei diesen Arbeiten stießen die Arbeiter eines Tages in etwa 60 Zentimeter Tiefe auf einen kleinen Topf, der mit Münzen gefüllt war.

Der Topf  eine sogenannte hessische Krause ist 11,5 Zentimeter hoch, dünnwandig, aus klingend hart gebranntem Ton von blaugrauer Farbe und hat auf dem Boden Glasspuren in grünlich-grauer Farbe. Die Form ist im Brand etwas verbogen, die Wandung an einer Stelle   etwas eingedrückt. Der Gefäßkörper ist horizontal gerillt. Zwei kräftigere Rillen laufen unterhalb der Mündung um.

Der Inhalt des Topfes bestand aus 177 Silbermünzen. Sie waren stark mit Grünspan überzogen und teilweise zu mehreren durch den Grünspan zusammengebacken. Nach der Reinigung zeigten die Münzen kaum Spuren des Umlaufs, die Solmser Gepräge vom Jahre 1621, die die Hauptmasse des Fundes ausmachen, haben ohne Ausnahme Stempelglanz.

Die Gewichte sind folgende:

2     Stück 24 Kreuzer                                   11,2g

3     Stück 12 Kreuzer                                    7,9 g

14   Stück 12 Kreuzer, Solms                     39,4 g

158 Stück  3 Kreuzer,  Solms                   101,6 g, insgesamt 160,1 Gramm.

 

 

 

Beschreibung (gekürzt):

Brandenburg in Franken, Linie Bayreuth (Christian zu Culmbach 1603-1655):

Vierundzwanzig-Kreuzer-Stück 1621, einköpfiger Adler, innen Seilkreis, außen Perlkreis.

 

Sachsen-Coburg-Eisenach (Johann Kasimir 1572-1633 und Joh. Ernst 1572-1638):

Vierundzwanzig-Kreuzer-Stück  o.J., ovales Wappen in barocker Umrahmung

 

Schwarzburg-Rudolstadt (Karl Günther 1605-30, Ludwig I 1605-46, Albrecht Günther 1605-34): Zwölf-Kreuzer-Stück 1621 (aus der Münzstätte Leutenberg),

vierfeldiges Wappen, Rückseite Reichsadler mit Wertzahl 12.

 

Hohenlohe-Neuenstein-Langenburg (Philipp Ernst 1610-28):

Zwölf-Kreuzer-Stück 1621, Wappen, Rückseite Reichsadler mit Wertzahl 12.

Bistum Chur (Johann V. Flug von Aspermont 1601-27):

Zwölf-Kreuzer-Stück (halber Dicken) 162...(?), Hüftbild des Heiligen Lucius nach rechts.

 

Solms-Hohensolms (Philipp Reinhard I. 1613-35; er residierte meist in Butzbach und münzte in Nieder-Weisel, 1620 verlegte er die Münze nach Butzbach, in der Kipperzeit war Hans Jakob Ayrer sein Münzmeister):

Zwölf-Kreuzer-Stück (Dreibätzner) 1620, verzierter spanischer vierteiliger Schild

Zwölf-Kreuzer-Stück 1621,  wie vorhergehendes Stück

Zwölf-Kreuzer-Stück 1621, einfacher Schild, Rückseite mit Wertzahl 12

Zwölf-Kreuzer-Stück 1621, verzierter spanischer vierteiliger Schild.

..........                                                                        wie vorhergehendes Stück

2     Stück  Zwölf-Kreuzer-Stück 1621,               wie vorhergehendes Stück

4     Stück  Zwölf-Kreuzer-Stück 1621,               wie vorhergehendes Stück

3     Stück  Zwölf-Kreuzer-Stück 1621,               wie vorhergehendes Stück

104 Stück  Drei-Kreuzer-Stück 1621, vierteiliger Schild, Rückseite mit Reichsadler

    1 Stück  Drei-Kreuzer-Stück 1621,                 wie vorhergehendes Stück

 

Solms-Laubach (Albert Otto II., 1610-39):

 52 Stück Drei-Kreuzer-Stück 1621, vierteiliger Schild

   1 Stück Drei-Kreuzer-Stück 1621, wie vorhergehendes Stück

 

Der Fund gehört in die Zeit der Kipper und Wipper, wie die Jahre von 1619 bis 1622 genannt werden. Durch die Reichsmünzordnung von 1559 war als Ersatz für den Goldgulden der silberne Reichsgulden im Gewicht von 24,62 Gramm geschaffen worden. Durch das Ansteigen des Silberpreises in den folgenden Jahrzehnten, hervorgerufen durch den stärkeren Bedarf an Zahlungsmitteln und den im Verhältnis zum Gulden zu teuren Fuß der Kleinsilbermünzen, warf die Ausprägung der letzteren für den Münzherrn keinen Gewinn ab, so daß die Reichsstände mit der Prägung von Kleinsilbermünzen, Dreikreuzern, Halbbatzen usw. sich zurückhielten; dadurch machte sich ein immer mehr fühlbarer Mangel an Kleingeld bemerkbar. Die drohende Kriegsgefahr im zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts, die dadurch veranlaßte Rüstung, die Verpflegung und Besoldung der angeworbenen Truppen, macht weitere große Mengen an Kleingeld erforderlich, Man half sich nun damit, die guten, alten Sorten einzuschmelzen und in neue, geringwertigere Kleinmünzen  umzuprägen.

Im ganzen Lande zogen nach Ausbruch des großen Krieges die Aufkäufer herum und suchten die guten, alten Münzen gegen neue, schlechte einzutauschen. Bei der Prägung zu schwer ausgefallene Münzen wurden von der Wagschale gewippt und durch Beschneiden (kippen) leichter gemacht, Neue Münzstätten - Heckenmünzen - entstanden aller Orten und wetteiferten in der Prägung schlechten Geldes.

Der Feingehalt wurde  immer geringer, die Münzen bekamen zu viel Kupferzusatz, so daß sie eine rötliche Farbe annahmen und weiß gesotten werden mußten; das Gewicht sank immer mehr, so daß die Kreuzerstücke schließlich (wie es in Flugblättern der Zeit heißt) so leicht waren, daß sie auf dem Wasser schwimmen konnten. So ging es immer mehr bergab bis zum Ende des Jahres 1622. Dann kam das Ende mit Schrecken: Weder konnten die Regierenden mit ihrem eigenen, durch Steuern und Abgaben vereinnahmten Geld die Beamten und Soldaten besolden, noch selbst ihre persönlichen Bedürfnisse damit bestreiten, da die Preise für alle Waren und Lebensmittel entsprechend der Entwertung des Geldes ins Unermeßliche gestiegen waren; dem Beamten, dem Handwerker, dem Metzger und Bäcker erging es nicht besser. Es gab nur eine Abhilfe: Verrufung des eben erst geprägten Geldes durch die Münzberechtigten, Ausrottung der Heckenmünzen und Ausgabe neuen, guten, nach den alten Bestimmungen geprägten Geldes. Und das Resultat: im Laufe weniger Jahre war das Volk verarmt, große Vermögen waren ebenfalls wie die sauer ersparten Groschen des kleinen Mannes zu nichts zerronnen.

Der kleine Fund spiegelt die Verhältnisse der damaligen Zeit gut wider. Außer den fünf fremden Stücken enthält er nur Solmser Gepräge aus den Münzstätten Butzbach und Laubach. Die Stücke sind alle ohne Ausnahme flüchtig ausgeprägt. Wie fieberhaft die Münze arbeitete und welche Mengen gemacht worden sein müssen, ersieht man schon daran, daß die Zwölfkreuzerstücke von 1621 in dem kleinen Fund allein sieben verschiedene Stempel Verwendung gefunden haben.

Die neu geprägten Münzen wurden in den Städten der Nachbarschaft, vorwiegend in Frankfurt, gegen alte, grobe Sorten eingewechselt. Dabei kam es vor, daß eine Sendung angehalten und beschlagnahmt wurde.

Das passierte dem Butzbacher Münzmeister Hans Jakob Ayrer selbst einmal im Jahre 1622 in Frankfurt. Das bei ihm vorgefundene Geld wurde eingezogen, die drei jüdischen Geldwechsler, die an der Sache beteiligt waren, mußten 500 Taler Strafe bezahlen.

Auch dem Laubacher Münzmeister Gerhard Toßban erging es nicht besser: Er gab im Verhör an, daß er nicht mehr als einmal in Frankfurt gewesen sei. Er hätte diesmal „nur zwei Säcke mit Geld hergebracht, da ihm dann von seiner gnädigen Frau solche zu verwechseln ohne Bennennung einiger Anzahl freigestellt und macht gegeben. Ein Jude von Höxter, Soßmann genannt, sei dieser Tage zu Laubach gewesen und habe ihm Anleitung gegeben, solche in das Haus ‚Zum goldenen Hut’ zu verschaffen, allda er mit ihm wechseln wolle“. Das Geld, „nichtswürdige Dreikreuzer“, im Wert von 2.000 Gulden, wurde eingezogen, außerdem erhielt er eine Strafe von mehreren hundert Reichstalern, die aber dann auf 100 Taler ermäßigt wurde.

Was das Volk von diesen Münzen hielt, ersieht man aus einem vom 29. Juni datierten Bericht des Münzverwalters Jakob Textor in Lich an den gräflichen Solms’schen Rat Valentin Purgold in Frankfurt: Die Pfarrer auf den Kanzeln schreien öffentlich die Münz für eine Landbetrügerei und Dieberei aus. Es werden Galgen gemacht, die Dreikreuzer daran gehängt nebst geschnitzten Bildern und unter das Rathaus gestellt. Es sind unterschiedliche Schmähschriften (Pasquille) angeschlagen: Etliche der Bürger sind mit Prügel in die Häuser der Juden gelaufen, um sie niederzuschlagen.

Auch wollten sie Türen und andere Sachen aufschlagen, unter dem Vorwande, sie hätten Befehl dazu. Es werden von der Bürgerschaft heimliche Zusammenkünfte gehalten. Auch sind mutwillige und hochbedrohliche Worte gefallen. Der Schultheiß hat daraufhin die Bürgerschaft zusammen kommen lassen und sie verwarnt.

Mit Ausnahme von drei Stücken zeigen alle Münzen des Fundes die Jahreszahl 1621.Die Solmser Gepräge sind alle stempelfrisch, können also nur kurze Zeit im Umlauf gewesen sein. Auffallender Weise sind Münzen des Landesherrn Philipp Moritz von Hanau-Münzenberg im Fund nicht enthalten. Im Frühjahr 1621 wurde Bischofsheim von den spanischen Truppen des Marquis Spinola gebrandschatzt. Im Spätherbst des Jahres wurde die Wetterau erneut von spanischen Truppen unter Don Goncalo Fernandez de Cordova heimgesucht, Niederdorfelden wurde am 22. Oktober ausgeplündert und Rumpenheim am 1. November ausgeraubt und in Brand gesteckt. Bei einem diese Ereignisse wird der Besitzer seinen kleinen Schatz der Erde anvertraut haben und ist bei den Wirren dann ums Leben gekommen.

 

(107) Notfriedhof von 1743

Am 27. März 1984 wurden der Unteren Denkmalschutzbehörde Grabfunde in Bischofsheim gemeldet. Vor dem Haus Hochstädter Straße 11, Nordseite, östlich der Einmündung der Alten Dorfstraße, Meßtischblatt 5818 (86.310/57.480), waren mehrere Gräber mit Skelettresten und Sargteilen bei Baggerarbeiten angeschnitten. Die Bestattungen lagen in etwa 1,70 Meter Tiefe und waren nord-südlich orientiert. In den Profilwänden des Kanalgrabens waren zahlreiche Grabgruben an der dunkler verfüllten Erde zu erkennen. Knochenreste wurde,  - soweit sie nicht bereits bei den Baggerarbeiten zerstört worden waren - an Ort und Stelle belassen. Sichergestellt wurden lediglich einige Holzteile der Särge.

Nach Herbert Lippert handelt es sich um Notgräber von 326 infolge der Schlacht von Dettingen in Bischofsheimer Lazarett verstorbenen Soldaten und ihrer Angehörigen sowie Bischofsheimer Bürgern, die 1743 „auf dem oberen Breul, wo derselbe nacher Hochstadt ziehet, wegen Mangel des Platzes hat begraben müssen“. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Verzeichnis A 1984/11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bodenfunde Hochstadt

 

13   Steinbeil                                               Aus der Gemarkung

16   Pfeilspitze                                            Flur „In der Betz“

32   Grabhügelgruppe mit Funden         Töngeswald, östlich des Ortes

45   Depotfund, späte UK-Kultur             Nördlich des Ortes

63   Grabfunde                                            Gemeinde-Sandgrube östlich vom Ort

64   Einzelgräber, Funde                          Burgheege, östlich vom Ort

65   Bronze‑Reif                                         Im Dorf Hochstadt

75   Keramik-Fundstück                            Vermutlich aus der Gemarkung

81   Römische Straße Kesselstadt ‑ Vilbel ‑ Saalburg

84   Röm./vorrömische Fernstraße Hohe Straße

85    Vermutete römische Straße Marköbel ‑ Hochstadt

92   Einzelfund (TS‑Scherbe)                  Alte Hochstädter Sandgrube

93   Verschiedene Einzelfunde               Bei Hochstadt

103  fränkischer Grabfund                                   Wohl südlich des Ortes

109  WüstungGroschlag (1615 wüst)

111 Kirche         Ortslage

       Niederdorfelden

 

 

 

(13) Steinbeil

Ein Steinbeil, vermutlich Kieselschiefer, etwa 11,5 Zentimeter lang. Im März 1953 von dem Schüler Norbert Weilbächer, Gartenstraße 14 (heute Rosenstraße), auf einem Schuttplatz der Gemeinde im Kehricht gefunden und durch den Schulleiter Polke an das Museum in Hanau eingesandt. Vermutlich aus der Gemarkung.

Verbleib Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2470.

 

(16) Pfeilspitze

„In der Betz“, Flurstück 103/13, auf einem Beet im Garten der Familie Begemann. Fundnummer Hochstadt 310397. Beim Ablesen von Steinen und Keramikresten spätmittelalterlicher und neuzeitlicher Herkunft (Reste von gotischen Ofenkacheln und Nuppengläsern) fand sich auch eine Pfeilspitze mit herzförmigem Umriß und eingezogener Basis mit feinst retuschierten (sägeartigen) seitlichen Flügeln, weißer Feuerstein (Silex), auf einer Seite partiell leicht gelblich verfärbt, Länge 2,4 Zentimeter, Breite 1,85 Zentimeter, größer Durchmesser 0,45 Zentimeter. Da bisher keine Begleitfunde entdeckt wurden, ist anzunehmen, daß die Pfeilspitze bei der Jagd verlorenging. Eine ähnliche Pfeilspitze wurde in Lämmerspiel gefunden. Veröffentlicht in Fundberichte 1991

 

(32) Grabhügelgruppe

Grabhügelgruppe im „Töngeswald“, 40 Meter südlich der Straße Hochstadt-Wilhelmsbad, zwischen der 250 Meter östlich von dem scharfen Knie (heute: Parkplatz) derselben nach Süden ziehenden und der 250 Meter weiter östlich ihr parallel laufenden Schneise.

Drei Grabhügel wurden vom 8. bis 10. April 1884 ausgegraben im Osten des Gräberfeldes (bei Punkt 102) und der westlichste Hügel der Gruppe. Es fanden sich neolitische Funde („Scherben mit Schnurösen“) und bronze‑ und hallstattzeitliche Gräber.

Zwei der Hügel enthielten Gräber aus der Bronzezeit mit Nachbestattungen aus der Hallstattperiode; mehrere von den Gräbern machten sich nur durch sehr unbedeutende Überreste von Gefäßen bemerkbar; in einem verriet nur ein durch Patina grün gefärbter Backenzahn, daß ein Skelett mit wahrscheinlich sehr dünnem Bronzeschmuck vorhanden gewesen war. Bei anderen ließ sich Leichenbrand erkennen. Unter den Fundstücken sind auch neolithische Scherben mit Schnurösen, die in den Berichten nicht erwähnt sind, wohl weil man sie zur Zeit der Beschreibung noch nicht bestimmen konnte.

Die dazwischenliegenden Hügel wurden im Sommer 1936 mit Schülern der Hohen Landesschule untersucht, enthielten aber nur Scherben der jüngeren Steinzeit und einen Feuersteinschaber. Die Fundstücke kamen ins Museum in Hanau unter verschiedenen Inventarnummern. Es gibt über sie eine umfangreiche Literatur. Von den wenigstens zwölf Hügeln wurden drei untersucht:

 

Hügel I: G 218-25. 

Höhe zwei Meter. Frauenbrandgrab. Die Funde waren zerstreut dicht unter der Oberfläche. G 218-20 steckten zwischen Knochen- und Aschenresten und zeigen Spuren des Feuers, die anderen nicht. An verschiedenen Stellen Scherben, Asche und Holzkohlenreste mit Leichenbrand (Reste von Nachbestattungen). In der Hügelschale, zum Teil bei grün gefärbten SkeIettresten, fanden sich (kaum als Spuren einer Bestattung):

Bronze:

- Zwei Doppelradnadeln, runder Kopf mit großer runder Öse, gußgleich.  Durchmesser 6 Zentimeter, Länge 24 Zentimeter

- Doppelradnadel, runder Kopf,  Durchmesser 5,4 Zentimeter

- Armband, flach und offen mit breiten Stollenenden, fünf Horizontalrippen auf der Außenseite, Durchmesser 5,8 Zentimeter

- Bruchstücke eines zweiten gleichen Armbandes

- Zwei flache offene Ringe. Durchmesser 3 Zentimeter.

- Drahtreste, vielleicht von schmächtigen Armspiralen

Ton:

- Schale mit gekerbtem Rand und Wulstband innen innerhalb des Randes, brauner Ton.  Durchmesser  31 Zentimeter.

- Weitmundige Schale, leicht verdickter Rand mit Kerben. Unterhalb des Randes im Inneren gekerbte pIastische Leiste. Höhe 9,2 Zentimeter.

- Scherben mehrerer Gefäße. Darunter von einer Schale und einer Urne, die von einer Nachbestattung der Hallstattzeit stammen (K 418).

- Dunkelblaue kugelige Glasperle, Durchmesser 2 Zentimeter.

- Sechs Bernsteinperlen, meist unregelmäßiger Form und verschiedener Größe bzw. kieselförmiger Anhänger (Länge 4 Zentimeter) und fünf Perlen aus Bernstein

Hügel II. Keine Funde außer verwitterten Scherben, die nicht gesammelt wurden.

                       

Hügel III:  G 226 bis 31

Höhe 1,50 Meter. Steinkranz von 13 Meter Durchmesser. Am Südrand die unverbrannten Beinknochen und die Armringe. Am Nordrand der Nadelkopf. In der Tiefe des Hügels anscheinend Urnen mit Asche, ganz vergangen. In der Mitte über dem gewachsenen Boden, als Rest einer nicht nachweisbaren Männerbestattung dicht unter der Oberfläche die Bronzen:

 

Bronze:

- Kurzschwert mit verkohlten Resten der hölzernen Scheide. Die Griffplatte ist abgebrochen, der Griff fehlt.  Doch es bestanden wenigstens ehemals acht Nietlöcher am Heftansatz, Reste einer augenartigen Verzierung im bogenförmigen Ausschnitt des vergänglichen Griffs. Verzierung der KIinge durch  Linienbündel, die sich im oberen Drittel auf dem dachförmigen Grat der Klinge treffen. Länge 44,3 Zentimeter. Große Plattenbreite (noch 3,9 Zentimeter) und große Klingenbreite (noch 2,7 Zentimeter). Fleckige seegrüne Patina; Schwert verbogen und in zwei Stücke zerbrochen. Beifunde: Reste der hölzernen Schwertscheide.

- Absatzkelt (Absatzbeil), gerader Nacken, gerader Absatz, leichte Verdickung am Absatz. Länge 16,5 Zentimeter

- Kopf einer Radnadel, Länge 8,5 Zentimeter

- Nadelschaftstück (ehemals angeblich zwei Nadeln). Länge 12,8 Zentimeter

- Zwei Spiralarmringe mit 5 und 6 Windungen, Durchmesser 6 Zentimeter

- Reste einer Halskette aus Stücken spiralig geroIlten Bronzedrahts und kleinen Anhängern (Scheibenspiralen)

Am Südrand des Hügels bei unverbrannten Knochen:

- Armspirale, fünfzweidrittel Windungen, dreieckiger Querschnitt

- Armspirale, fünfeinviertel Windungen, dreieckiger Querschnitt, ein Ende umgeschlagen.

Am Nordrand: Kopf einer einfachen Radnadel mit großer runder Öse. Durchmesser 4,3 Zentimeter

Ohne nähere Bestimmung: Spiralröllchen, Reste planospiral gewundener Drahtspiralen.

 

Griffplattenschwerter vom Typ Hochstadt:

Die frühen Griffplattenschwerter und Griffzungenschwerter sind derart individuell gestaltet, daß man sie entweder nach einem gemeinsamen Merkmal, etwa dem der Griffbefestigung als einheitliche Gruppe auffassen kann, oder man stellt typologische Einzelmerkmale in den Vordergrund und erhält dann kleine Gruppen. Die dem Schwert von Hochstadt nahestehenden Rapiere könnten zu einem Typ von großer Variationsbreite zusammengefaßt werden, dennoch wird man mit einer differenzierten Gliederung der Schwerter dem tatsächlichen Sachverhalt näher kommen.

Dieser enger definierte Typ besitzt eine dreiviertelkreisförmige Griffplatte mit sechs bis acht dünnen, kantigen Pflocknietstiften. Der Heftausschnitt umrahmt dreiviertelkreisförmig die Griffplattenverzierung der üblichen Sauerbrunn-Boiu-Keszthely-Art.

Das durch Korrosion weitgehend zerstörte Griffplattenmuster des  Schwertes von Hochstadt ist

am besten mit den Ziermotiven der Stücke aus „Bayern“, von Donawitz, Keszthely und Martfü zu vergIeichen. Darunter zieht die Klinge in weichem Bogen ein, um nach einer mäßigen Ausbauchung rapierförmig bei betontem Mittelgrat und schmal rautenförmigem Querschnitt zu verlaufen; alle Schwertklingen tragen ein zungenförmiges Rillenmuster, die Länge der Stücke schwankt zwischen 40 und 45 Zentimeter.

Der Griff des Hochstädter Schwertes wurde in geläufiger Manier mit der Klinge verbunden, während sonst die Pflockniete mit Dellennäpfchenenden in der Griffplatte des Schwertes paarweise angeordnet sind. Man kann mit dem Beginn dieser Schwertform in der Anfangsphase der Hügelgräberzeit rechnen, ihre Lebensdauer mag bis zum Ende von deren mittlerer Stufe gereicht haben.

Das Hochstädter Schwert ist weit entfernt vom ostalpin-ungarischen Raum, dem mutmaßlichen Herstellungsgebiet dieser Waffen, gefunden worden. Der Bronzegriff solcher Schwerter entstammt wohl einer Gießerwerkstatt des Voralpengebietes, die genau in den Griffschlitz eingepaßte Klinge wird man dem Einfluß ostalpinisch-ungarischer Werkstätten zuschreiben dürfen.

Verbleib: Museum Hanau

 

(45) Depotfund der späten Urnenfelderkultur

Um 1838 nördlich des Dorfes gefunden, Depotfund von 43 Gegenständen, teils Händlerware, teils Sammelerz, aus der jüngsten Bronzezeit.

- Schwertbruchstück, Länge 7,8 Zentimeter, größte Heftbreite 5,1Zentimeter, größte Klingenbreite noch 4 Zentimeter, schwarzgrüne Patina mit dunkelgrünen Flecken

- zwei Beile mit eng zusammenstehenden Lappen und oberständiger Öse

- Beil mit oberständiger Öse und breiten Lappen

- zwei Tüllenbeile mit Ösen und stark verbreiterten Schneiden

- Querbeil mit breiten Lappen

- Lanzenspitze mit breitem Blatt

- Lanzenspitze mit tropfenförmigem Blatt

- Bruchstück eines Lanzenblattes

- zwei Bruchstücke von Vollgriffschwertklingen

- Rohgußstücke eines Griffzungenschwertes

- drei Lochsicheln

- Bruchstück einer vierten Lochsichel

- Gehängemittelstück

- zwei kegelförmige Drahtspiralen

- drei Tüllenmesser

- Knebel einer Pferdetrense

- Bruchstück einer großen Ringscheibe mit Stielöse (wurden paarweise in die etwa 30 Zentimeter großen Klapperbleche eingehängt)

- Fragment eines großen Klapperbleches  (in die Klapperbleche wurden Ringscheiben paarweise eingehängt. Man hat sie als Pferdegeschirrschmuck gedeutet, aber auch als Attribute eines Priesters

- verbogenes Armband mit Kreisaugen und Strichgruppen verziert

- sechs offene Armringe, strichverziert mit Petschaftenden

- zwei hohle Armringe, strichverziert mit Petschaftenden

- Bruchstück eines weiteren hohlen Armringes, strichverziert mit Petschaftenden

- vier Bruchstücke von Armringen (davon zwei strichverziert)

- Offener Armring mit übereinandergeschobenen Enden, mit Fischgrätmuster und Strichgruppen verziert

- zwei Gußbrocken; ein Gußkuchenfragment wurde als Amboß verwendet, Gewicht 232 Gramm, Arbeitsplatte 3,2 x 2,4 cm, später dann wieder zum Einschmelzen weggeworfen.

Verbleib: Museum Kassel (in Hanau nur Replik)

 

(63) Hallstattzeitliche Grabfunde

Sandgrube im Gemeindewald, Jagen 8, nördlich der Straße Hanau‑Hochstadt. Im Gebiet der Sandgrube wurden in den Jahren 1931‑38 vier Hallstattgräber zerstört, von deren Beigaben bei Kontrollgängen Reste geborgen werden konnten.

Bei einer Besichtigung der Grube am 7. Juli 1951 war ein Grab in der Grubenwand gerade angeschnitten, so daß der Inhalt gerettet werden konnte. Über der Fundstelle war kein Hügel festzustellen. Die Sohle des Grabes lag 1,10 Meter tief.

Gefunden wurde eine Koberstadter Urne, verflaute Form, Schulterabsatz kaum angedeutet, Oberteil geglättet, mit Spuren von Graphitierung, Unterteil gerauht, gelbbrauner Ton. Höhe 35 Zentimeter, Durchmesser 26‑27 Zentimeter.

In der Urne lag: Ein Spitzbecher mit Resten von Graphitierung auf Rand und Schulter. Im Randknick eine Durchbohrung. Gelbbrauner Ton. Höhe 7,5 Zentimeter, Durchmesser 7,3 Zentimeter.

Westlich neben der Urne standen 3 Schalen: zwei mit leicht eingedelltem Boden, eine mit kleiner Standfläche von 1,5 Zentimeter Durchmesser. Gelbbrauner Ton. Höhe 6,5-8,5 Zentimeter, Durchmesser 15‑17,5 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 591-95.

 

Dieser Grabfund diente als Vorbild für ein Plakat „Helft Bodenfunde retten“, das in den Schulen und Bürgermeisterämtern des Stadt und Landkreises Hanau als Werbung zur Mitarbeit aufgehängt wurde.

 

Grab 1: 1931, gestörtes Brandgrab, 20 Zentimeter unter dem Humus, eine mit schwarz gefärbtem Sand gefüllte Grabgrube.

- Scherben von „Urne“

- Scherben von Topf „mit eingezogenem Hals und Schrägrand“, Durchmesser etwa 14 Zentimeter

- Randscherbe von Schale

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 5755, vernichtet.

 

Grab 2:1937, gestörtes Brandgrab.

- Unterteil von Topf mit konischem Oberteil, Höhe noch 25 Zentimeter

- bauchiger Topf mit einschwingendem Hals und steilem Rand, Höhe etwa 20 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 7271-72, vernichtet.

 

Grab 3: 1951, Grabsohle 1,1 Meter tiefe. Schalen links neben Trichterrandgefäß.

- Trichterrandgefäß mit verschliffenem Rand, Koberstadter Urne, verflaute Form, Schulterabsatz kaum angedeutet, Oberteil geglättet, mit Spuren von Graphitierung, Unterteil gerauht, gelbbrauner Ton, Höhe 35,4 Zentimeter, Durchmesser 26‑27 Zentimeter.

- Spitzbecher mit Randdurchbohrung im Randknick, innen Rand, außen Oberteil graphitiert (mit Resten von Graphitierung auf Rand und Schulter), gelbbrauner Ton, Höhe 7 Zentimeter, Durchmesser 7,3 Zentimeter, in Trichterrandgefäß gefunden

Westlich neben der Urne standen drei Schalen: zwei mit leicht eingedelltem Boden, eine mit kleiner Standfläche von 1,5 Zentimeter Durchmesser. Gelbbrauner Ton. Höhe 6,5-8,5 Zentimeter, Durchmesser 15‑17,5 Zentimeter.

- Schale mit eingeschwungener Wand, leicht einbiegendem Oberteil und Bodenkreuz, Höhe 7,3 Zentimeter

- Konische Schale, Höhe 7 Zentimeter

- stark gerundete Schale mit einbiegendem Oberteil, Höhe 8,3 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer 591‑595).

 

ohne Grabangabe:

- Randscherbe von KegelhaIsgefäß

- Wandscherbe von desgl.

- Unterteil von „Urne“

- Randscherbe von kleiner Schale

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 7080-82, vernichtet)

 

(64) Hügelgräbergruppe

Gemeindewald, Burgheege, Jagen 11, 500 Meter östlich des Dorfes zwischen den Straßen von Hochstadt nach Hanau und Wachenbuchen. Von den Grabhügeln wurde am 30./31. August 1878 von Mitgliedern des Hanauer Geschichtsvereins geöffnet. Unter einer Steinpackung lag die Urne und der Becher, unweit davon die übrigen Beigaben:

- Urne

- Kegelhalsgefäß mit schwach abgesetzter Schulter, mächtigem Körper und kleiner Standfläche, umlaufende Rille auf Hals-Schulter-Absatz, Randdurchbohrung, Höhe 50 Zentimeter

- Zwei Schrägränder, einer fazettiert

- Randscherben von zwei gleichmäßig gerundeten Schalen

- Randscherbe von breitem Spitzbecher

- Randscherbe von Becher (?) mit ausbiegendem Rand

- Eisenschwert in Holzscheide, Länge 1,06 Meter

- Bruchstück von sichelförmigem Eisenmesser, Länge noch 8 Zentimeter

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer G 71, vernichtet

 

(65) Hallstattzeitlicher Ring aus Bronze

Frau Ute Johann legte dem Institut für Vor- und Frühgeschichte in Erlangen einen Bronzering aus dem Besitz ihres Vaters vor, Dr. Hans Johann, Physiker in Amberg. Der Ring wurde vor einigen Jahren gefunden (geschrieben 1958) in Hochstadt an einem angeblich sehr alten Weg („Römerstraße“). Es könnte sein, daß Herr Johann den Ring in seinem Garten ausgegraben hat. Sein Haus stand in der Jägerstraße 27.

Der Ring ist von D-förmigem Querschnitt und außen durch einfache Strichkerben verziert. Er hat keine Patina angesetzt, sondern ist in der ursprünglichen Bronzefarbe. Er trägt eine kleine Beschädigung durch einen Spatenstich.

 

(75) Keramik Fundstück: Spätlatène-Einzelfund

Einzelfund. Fuß eines schwarzgrauen, scheibengedrehten Kelches, „1850 gefunden von Phil. Stein in Hochstadt“. Damit ist nicht ausdrücklich gesagt, daß Hochstadt Fundort ist, aber doch wahrscheinlich. Verbleib: Museum Hanau, B 68

 

(92) Römischer Einzelfund

An der alten Hochstädter Sandgrube wurde im März 1877 ein Bruchstück mit dem Durchmesser 37 Zentimeter gefunden. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 2371.

 

(93) Römische Funde

Über nicht näher lokalisierte „römische Funde“ bei Hochstadt und eine „in den Weinbergen“ gefundene „römische Urne“ vgl. Hammeran, Urgeschichte, Seite 62 nach Period. Bl. 1847,S. 84.

 

(103)   Fränkischer Grabfund

Nach Kutsch aus einem Frauengrab hinter dem alten Felsenkeller an der Straße nach Dorfelden, nach Wolff soll der „fränkische Grabfund“ aber im Jahre 1898 „am Weg nach Dörnigheim“ (Kreuzung Südumgehung mit Bahnhofstraße) gemacht worden sein. Abbildung bei den Fundberichten

 

Bronze:

- Fragmentierte Scharnierfibel

- Ring, Durchmesser 2,5 Zentimeter

 

Eisen:

- Wiegemesser, Länge 18 Zentimeter

- Fragmentarisches Messer, Länge jetzt 9 Zentimeter

- Zwei Ringe, Durchmesser 3 und 5 Zentimeter

- Topf, blaugrauer Ton. horizontale gerade und Wellenlinien, Höhe 12,5 Zentimeter

- Kette aus Glas-, Fritt- und Bernsteinperlen aus kugel‑, walzen‑ und scheibenförmigen Perlen, Länge 56 Zentimeter. Diese Kette wurde zunächst hoch eingeschätzt, auch als fränkisch bezeichnet, wird aber heute als unecht angesehen.,

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 108-09.

 

(109) Groschlag

Südwestlich von Hochstadt lag bis zu den Zeiten des dreißigjährigen Krieges das Dorf Groschlag. Seine Entstehung ist in Dunkel gehüllt. Die älteste Urkunde von Groschlag datiert vom 15. Mai 1270. Es ist eine Schenkungsurkunde, nach welcher Siegfried am Graben von Marburg und seine Frau Gisela ihre Güter zu Hochstadt dem Zisterzienser-Kloster Haina als Eigentum vermachten, Diese Güter bildeten einen Bestandteil des Landsiedels des Klosters Haina zu Groschlag.

In den weiteren Urkunden um 1300 wird der Ort Graslach oder Grasloch, auch Grasloch genannt, woraus man schließen kann, daß vor undenklichen Zeiten auf einem freien Grasland die erste Siedlung entstand und davon ihren Namen erhalten hat Im Laufe der Zeiten bat sich der Name auf Groschlag abgeschliffen.

In einer weiteren Urkunde vom Oktober 1364 wird zum erstenmal ein Dinghof und Gericht zu Groschlag erwähnt, nach welcher am vorgenannten Tag zwischen dem Ritter Frank von Kronberg und dem höfischen Schultheißen, den Schöffen und Dingleuten, die in den Hof zu Grasloch gehören, über die Lieferung des Beedweines ein Vergleich abgeschlossen wurde. Nach dieser Urkunde ist zum erstenmal bekannt, daß zu Grasloch oder Grosschlag ein Dinghof und Gericht mit alten altdeutschen Einrichtungen bestand, der dem Benediktiner-Kloster St. Gallen im Konstanzer Bistum gehörte und dem Ritter Frank von Kronberg zu Erblehen verliehen war.

Es würde zu weit führen, den Lehensbrief des Abtes Kaspar zu St. Gallen aus dem Jahre 1444 sowie den Revers-Brief des Ritters Frank von Kronberg aus demselben Jahre wiederzugeben.

Durch Heirat einer Enkelin des Frank von Kronberg mit Philipp Grafen zu Solms-Rödelheim ging der Dinghof und Gericht zu Groschlag durch eine weitere Schenkungsurkunde vom 4. April 1506 an die Gräflich Solms-Rödelheimsche Familie über. Mit dem Lehensbrief von 1444 ist auch ein „Weistum“ verbunden, das die gegenseitigen Rechte und Pflichten des Dinghofes zu Groschlag regelt.

Außerdem ist dem Weistum eine Ordnung über die Kauf- und Sterberechte sowie über die Regelung des Besthaupts beigefügt. Auch gibt eine „Formalia“ in allen Einzelheiten Auskunft über die Hegung und die Zusammensetzung des höfischen Gerichts zu Groschlag.

Das Zisterzienser-Kloster wurde 1533 von Philipp dem Großmütigen säkularisiert; damit ging auch der Klosterhof zu Groschlag in dieser Zeit in private Hände über.  Dem Dinghof und Gericht des Benediktiner-Ordens zu Groschlag wird um diese Zeit wohl auch dasselbe Schicksal widerfahren sein. Groschlag wurde im dreißigjährigen Krieg, wahrscheinlich, bei der Belagerung von Hanau 1635-36 vollständig zerstört. Am Anfang des dreißigjährigen Krieges waren noch 34 Familien vorhanden, so daß die Einwohnerzahl mit 140 bis 150 nicht zu hoch gegriffen ist.

Wenn sich in der Jetztzeit, infolge des Wohnungsmangels Menschen bereit finden, auf der historischen Stätte, wo vor mehr als 300 Jahren das Dorf Groschlag bestanden hat, - bei den Kellerausgrabungen kommen überall die alten Fundamente wieder zum Vorschein - auf den Trümmern dieses alten Ortes einen neuen Ortsteil, ein „neues Groschlag“ entstehen zu lassen, So möge diese Abhandlung die Erinnerungen an den ausgegangenen Ort wieder wachrufen. Eine soeben im SeIbstverlag des Bürgermeisters Mankel von Hochstadt erschienene Broschüre behandelt ausdrücklich die Geschichte des im dreißigjährigen Krieg zerstörten Ortes Groschlag.

 

(111) Evangelische Kirche Hochstadt

Wenn zur Osterzeit 1987 die evangelischen Christen im Maintaler Stadtteil Hochstadt ihre Kirche wieder betreten können, dann hat sich das Gesicht des Inneren überraschend gewandelt. Nicht nur die Ergebnisse der seit Januar andauernden Renovierungsarbeiten werden erfreuen, erst der Blick hinauf zur Decke zeigt etwas völlig Neues, nämlich zartfarbige Malerei, wo es bisher nur einen einheitlichen Farbton gab.

Bei den Renovierungsarbeiten wurde die Malerei teilweise freigelegt; nachdem 16 Farbschichten behutsam entfernt waren, kamen die Blumenmotive zum Vorschein. Über Jahrhunderte hinweg waren sie verschwunden, zugepinselt wurden sie 1596.

Neben den freigelegten Malereien im Mittelschiff sind in den beiden Seitenschiffen welche unter den Farbschichten der vergangenen Renovierungen verborgen. Auch diese sind bereits entdeckt, auf der Seite des Kircheneingangs ist ein kleiner Teil davon freigelegt worden. Allerdings fehlen die finanziellen Mittel, um dort weiter zu machen.

Anders als bei den Wandgemälden in der Sakristei und dem Chorraum, die schon früher entdeckt und richtig restauriert wurden, ist dies unter der Decke nicht nötig.

Zwar müssen etliche Stellen ausgebessert werden, aber die Farbe selbst benötigt nur eine Auffrischung, um wieder zu erstrahlen. Vorsichtig legen die Restaurateuere die Blumenmotive frei, und dabei hat sich gezeigt, daß auch die Seitenschiffe weitere Malereien aufweisen.

 

(111) Funde aus dem mittelalterlichen Ortskern

In der Auffüllung der Erdgeschoßwohnung des Fachwerkhauses Kirchberg 6,Meßtischblatt:  5819  (88.230/57.800), aus dem 17. Jahrhundert fand der derzeitige Besitzer Dr. Schellmann bei Umbauarbeiten 1981 zahlreiche spätmittelalterliche und neuzeitliche Bodenfunde, Abbildungen bei den Fundberichten.

 

A. Münzen:

- Rechenpfennig, Ende 15./Anfang 16. Jahrhundert. Frankreich bzw. zum Export nach Frankreich gefertigt. Vorderseite: Schrift in Art der englischen Nobles. Rückseite: Rhombus mit vier Lilien innerhalb Perlkreis, nicht mehr lesbar, Messing, 20 Millimeter, 0,7 Gramm.

- 1 Heller von 1734, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Friedrich I. (1730-1751), Münzstätte Kassel, Kupfer, 186 (ß) Gramm.

 

B: Kupferlegierung:

- Türblech oder Schloßblech, vermutlich von einem Schrank oder einer Truhe

- Uhrzeiger (?)

- Ring

- Hutförmiger Knopf

C. Sonstige Metalle:

- Zink (?), verschiede Blechteile, vermutlich von Fenstereinfassungen (kein Blei).

 

D. Keramik:

- Steingut-Spinnwirtel, grau bis hellbraun, glasiert, 14 Gramm.

- Steingut-Spinnwirtel, grau bis dunkelbraun, glasiert, 11,5 Gramm

- 3 Murmeln

- Stielbruchstück einer Tonpfeife

 

E. Ofenkachel-Keramik:

- Mehrere Bruchstücke einer grün glasierten gotischen Nischenkachel, spätes 14./Anfang 15. Jahrhundert, Dieburg-Oberroden

- Mehrere Bruchstücke einer grün glasierten gotischen Nischenkachel mit Vogelmotiv. Dieburg-Oberroden, Mitte 15. Jahrhundert

- Zwei Bruchstücke einer gotischen Nischenkachel, grün glasiert, möglicherweise zum vorhergehenden Stück gehörig. Oberer Abschluß einer Bekrönungskachel.

- Dieburg-Oberroden, Mitte 15. Jahrhundert

- Weitere Kachelfragmente

- Mehrere Fragmente verschiedener unglasierter Ofenkachel. Motiv: Rahmen HANS BERMAN 1562, mehrfach gegliederte Säule mit schuppenbesetztem Bogen. In den oberen Zwickeln dreiblättrige Blüte mit einem Fruchtknoten. Im Bildfeld Judith mit dem Haupt des Holofernes (Apokryphen, Jud.13,9)

- Mehrere Fragmente einer unglasierten Ofenkachel aus der Serie der Lebensalter (7. Kachel), Aufschrift: 70.IAR.DINBEr.BEWAR. (70 Jahre, Deine Ehre bewahre), Burgholzhausen (?), zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Verbleib: Privatbesitz Dr. Reinhard Schellmann, Kirchberg 6.

 

Bandkeramische Lesefunde aus Niederdorfelden

Im Frühjahr 1968 wurden bei einer Feldbegehung südlich von Niederdorfelden band-keramische Keramik- und Steinartefakte aufgelesen. Nach Angaben des Finders stammen die Funde aus einer vom Pflug aufgerissenen Grube. Die Fundstelle liegt etwa 11 Meter nördlich der Hohen Straße, rund 700 Meter westlich der Landstraße zwischen Maintal-Wachenbuchen und Niederdorfelden.

Ganz in der Nähe der Fundstelle wurden nach Georg Wolff im Jahre 1904 neolithische Gruben mit Scherben, von welchen einige Ornamente des Großgartacher Stils zeigten, sowie Hüttenlehm und zwei Feuersteinmesser aufgedeckt. Und 300 Meter östlich von der Stelle sah Dir. - Assistent Welcker im Herbst 1912 gleichfalls neolithische Gruben. Die damals geborgenen Funde gingen durch Kriegseinwirkung verloren. Zwischen 1916-18 wurden an diesem Siedlungsplatz zahlreiche „bandkeramische Wohngruben“ entdeckt, die damals geläufige Bezeichnung für die entlang der Langhäuser angelegten Lehmentnahmegruben. Die gleichzeitig entdeckten „Brandgräber“ gehören in den Kreis der inzwischen als Fälschung erkannten „Wetterauer Brandgräber“.

 

Fundkatalog

- 4 Wandscherben einer Flasche oder Butte mit zwei Henkeln. Farbe innen orangebraun, außen schwarz; Bruch rotbraun, im Außenbereich schwarz. Magerung Sand und Steinchen

- 7 Wandscherben eines Großgefäßes mit einer erhaltenen Knubbe. Farbe außen und innen rotbraun; Bruch rötlich im Außenbereich dunkelgrau; innen waagrechte Verstrichspuren. Magerung Sand und Steinchen

- 3 Wandstücke eines Gefäßes mit einer Griff-Knubbe und einer geschlitzten Knubbe. Farbe braunschwarz; Bruch braunschwarz. Stark mit Steinchen gemischt

- 6 Bruchstücke eines kalottenförmigen Kumpfes mit daumenförmigem Randprofil und hochgezogener, leicht nach vorne geneigter Wandung. Randverzierung aus einer Reihe einzelner, von unten mit dem Finger eingedrückten Punkten. Die Primärverzierung besteht aus Bändern, welche aus zwei Reihen einzeln mit Fingern eingedruckten Punkten besteht (Fingerkniffe); beiderseitig geglättet. Farbe außen dunkelbraun mit hellbraunen Brandflecken, innen grauschwarz; Oberfläche löcherig. Magerung Sand, vereinzelt Steinchen

- Schulterfragment einer Flasche oder Butte mit Bandverzierungen aus Ritzlinien. Farbe außen dunkelbraun mit hellbraunen Brandflecken, innen schwarz; Bruch dunkelbraun. Magerung große und kleine Steinchen.

- Randstück und 6 Wandstücke eines Kumpfes mit Fingertupfen unterhalb des Randes und auslaufendem Randprofil. Farbe außen graubraun. innen grau; Bruch dunkelgrau. Magerung glimmerhaltige Steinchen, Oberfläche löcherig.

- Wandstück eines Gefäßes mit Verzierung aus zwei Leiterbändern, zwischen denen sich eine Gruppe von drei kurzen Ritzlinien befindet. Farbe  ockerbraun, Bruch ockerbraun. Magerung nicht erkennbar, Oberfläche geglättet

- Randstück eines kalottenförmigen kleinen Kumpfes mit Bänderverzierung aus zwei Ritzlinien und Notenköpfen. Farbe braun-schwarz: Bruch mittelbraun. Magerung nicht erkennbar

- Randstück eines Gefäßes mit zweifacher Strichreihe (Dreiecke) und schrägem Leiterband. Oberfläche gut geglättet. Farbe grau-schwarz. Bruch grauschwarz. Magerung nicht erkennbar

- Randstück eines Kumpfes mit daumenartigem Profil und zwei sich kreuzenden Ritzlinien. Farbe schwarz, Bruch braunschwarz. Magerung aus Steinchen, Oberfläche geglättet.

- Randstück eines Gefäßes mit zwei Ritzlinien. Farbe schwarz. Bruch rötlich. Magerung aus kleinen Steinchen. Oberfläche geglättet

- Randstück eines Gefäßes mit Ritzlinie. Farbe schwarz. Bruch rotbraun. Magerung nicht erkennbar. Oberfläche geglättet

- Verschiedene Wandstücke mit Ritzlinien-Verzierung

- Randstück eines Kumpfes mit senkrechten Ritzlinien und Notenkopfverzierung. Farbe schwarz. Bruch grau. Magerung nicht erkennbar

- Randstück eines Kumpfes mit zwei Ritzlinien. Farbe braunschwarz. Bruch braunschwarz. Magerung aus kleinen Steinchen

- Randstück eines Gefäßes mit horizontaler und vertikaler Strichverzierung. Farbe   violettgrau. Bruch grau. Magerung aus kleinen Steinchen

- 5 Wandstücke mit Henkelfragmenten. 8 Wandstücke mit einfachen Ritzlinien sowie weitere 33 unverzierte Wandstücke.

- 4 Reibsteinfragmente aus Basalt

- Fragment eines Felsgesteinbeiles. sekundär verwendet (?)

- Abschlag mit partieller Retusche. Graubrauner Quarzit

- Klingenbruchstück aus graubraunem Quarzit.

 

Die Notenkopfverzierung auf oder am Ende von Ritzlinien beginnt schon in Phase II aufzutreten und ist somit das älteste datierbare Verzierungsmotiv im Niederdorfelder Material. Allerdings ist dieses Motiv auch in Phase III noch geläufig. Neu tritt in Phase III die Notenkopfverzierung auf senkrechten Ritzlinien auf. Sekundärmuster, bestehend aus kleinen Gruppen von Ritzlinien auf den freien Flächen des Gefäßkörpers treten zwar auch schon in der späten Phase II auf, werden aber erst in Phase III etwas häufiger. Sie ist hier wohl eher der dritten Phase zuzurechnen, da sich die Verzierung auf einer Scherbe mit dem bekannten Leiterbandmotiv befindet. Bezeichnend für die Phase IV ist eine Randverzierung durch eine doppelte Stichreihe Der wohl jüngste datierbare Fund ist ein Kumpf, dessen Bänderverzierung aus Fingerkniffreihen besteht. Die Randverzierung besteht aus umlaufenden Fingertupfen (Hanauer Geschichtsblätter, Band 29, Seite 19, dort auch Abbildungen).

 

 

Funde der Michelsberger Kultur in Hochstadt entdeckt

Jungsteinzeitliche Siedlung in der Maintaler „Grünen Mitte“ entdeckt

Schutz der Fundstelle hat oberste Priorität                                                                  03.02.2010

Zwei Scherben neolithischer Machart, die im Frühjahr 2000 zufällig auf einem frisch gepflügten Acker entdeckt wurden, verrieten erstmals, was unter der Erde in der „Grünen Mitte“ verborgen liegt: eine jungsteinzeitliche Siedlung der Michelsberger Kultur. Zwar sind archäologische Funde auch in Maintal nicht selten. „Allein im Main-Kinzig-Kreis gibt es etwa 3000 bekannte Fundstellen“, informiert Kreispressesprecher Lennart Meyer, doch diese Entdeckung ist außergewöhnlich.

„Die Michelsberger Kultur ist eine äußerst spannende Kultur, die vor allem in Höhenlagen zu finden ist. Daher ist es besonders interessant, in einer Niederung eine Siedlung in diesem Ausmaß zu finden“, schwärmt der Kreisarchäologe Dr. Hans- Otto Schmitt. Denn eine geophysikalische Prospektion im Frühjahr 2006 zeigte auf dem 2,88 Hektar großen untersuchten Areal etliche Anomalien, „bei denen es sich um prähistorische Gruben handeln dürfte. Ein Ende des befundreichen Areals ist bislang in keine Richtung erreicht. Für einen jungneolithischen Fundplatz von solchem Ausmaß wäre zudem mit dem Graben eines Erdwerks zu rechnen“, heißt es in einem Artikel von Britta Ramminger, der 2008 in der Zeitschrift „Hessen-Archäologie“ erschienen ist.

Aufschluss über die tatsächliche Größe der Siedlung könnten allein weitere geomagnetische Untersuchungen oder Grabungen ergeben. Doch solche Maßnahmen sind nach Auskunft des Kreispressesprechers unwahrscheinlich. Stattdessen sei geplant, das Gelände im Zuge der Errichtung der Sport- und Freizeitanlage in der „Grünen Mitte“ um einen Meter aufzuschütten. Denn die Auflagen des Denkmalschutzes sind erfüllt, sobald die Fundstelle vor dem Pflug sicher ist. „Der Schutz der Fundstelle hat oberste Priorität“, erläutert Meyer.

Glaubt man den Worten des Kreisarchäologen, dann ist die jungsteinzeitliche Siedlung in Hochstadt ein ganz außergewöhnlicher Fund. „Es gibt nur wenige bekannte Siedlungen aus der Zeit der Michelsberger Kultur und diese besitzt eine Größe, die über das bekannte Maß hinaus geht“, so Hans-Otto Schmitt. Typische Funde seien Pfeilspitzen und Beile oder Keramik mit charakteristischen Gefäßformen wie dem Tulpenbecher, so der Experte.

Datiert wird die Michelsberger Kultur auf die Zeit von etwa 4400 bis 3500 vor Christus. Zahlreiche Lesefunde konnten bereits geborgen werden. „Dabei handelt es sich um wenige verzierte und reichlich unverzierte Scherben überwiegend grober Machart inklusive einiger Backtellerfragmente, sechs Bruchstücke von Beilen aus unterschiedlichen Felsgesteinen, Kieselgesteinartefakte, darunter mehrere Pfeilspitzen sowie Mahl- und Schleifsteine“, listet Britta Ramminger in ihrem Artikel „Jungsteinzeit vor der Gartentür - ein Fundplatz der Michelsberger Kultur bei Maintal-Hochstadt“ auf.      03.      0

Eine räumliche Ausdehnung der geomagnetischen Untersuchungen, die weitere Erkenntnisse liefern könnte, ist durch die Begrenzung des Areals durch die Autobahn und die Querspange sowie einen nahe gelegenen Teich jedoch nicht möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bodenfunde Wachenbuchen

 

14   Steinbeil                                               Südöstlich des Ortes bei der „Burg“

15   Feuerstein‑Artefakt                             Nordöstlich der „Burg“

16   Silex-Klinge                                         In der „Burg“

       Pfeilspitze                                             Hinter der Mühle

23   bandkeramische Siedlungsstelle    Nordwestlich des Ortes

33   Grabfund der Hügelgräberbronzezeit Hühnerberg

46   Grabhügel und Gräberfeld                Winkel zwischen BAB und K 872

47   Urnenfelderzeitliche Funde             Südsüdöstlich des Ortes

48   Urnenfelderzeitliche Funde             Über der Bolane

66   Siedlungsstelle                                               Ortsausgang nach Niederdorfelden

81   Römische Straße Kesselstadt ‑ Vilbel - Saalburg

82   Vermutete römische Straße Langendiebach - Bergen - Heddernheim

85   Vermutete römische Straße Marköbel ‑ Hochstadt

94   Viergötterstein                                     Sekundäre Fundstelle in der Kirche

95   Mühlstein, Villa (?)                             Südlich des Ortes

96   Fundamente einer römischen Villa Südöstlich des Ortes

97   Röm. Grabhügel mit Bestattung       Südöstlich des Ortes

98   Römisches Steinkistengrab              600 Meter nordwestlich des Ortes

99   Römische Villa                                    Nördlich des Ortes

104 Burg von Buchen                               Südöstlich des Ortes

108 siehe Fundstelle 94                           Kirche

114 Kirche                                                   Mittelalterlicher Ortsbereich

       Mittelbuchen

 

 

(14) Steinbeil

Einzelfund, Hammeraxt mit Facetten, 1879 auf dem südlichen Hügel der Burg derer von Buchen gefunden.

 

(15) Feuerstein‑Artefakt 

Auch auf einem Acker nordöstlich der Burg, findet Peter Jüngling im November1979 eine Steinklinge aus olivbraunem Material mit wenigen helleren Einschlüssen, an allen Kanten fein retuschiert.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1980/ß1.

 

(16) Silex-Klinge

Schließlich finden Schüler der Büchertalschule 1984 im Bereich der Burg ein Klinge aus schwarzgrauem Feuerstein mit hellen Flecken, unten mit einer natürlichen Kante, vielleicht aus dem Bereich der Burg.

 

(16) Pfeilspitze

Hinter der Mühle, Flur 6, Flurstück 38/2. Gefunden von Wilhelm Schäfer, Bachstraße 18, beim Pflügen und bei Begehungen:

Beidseitig fein retuschierte gestielte Pfeilspitze aus schwarzgrauem Kieselschiefer, Spitze abgebrochen, Länge noch 2,ß Zentimeter, Breite 1,7 Zentimeter, Durchmesser 0,5 Zentimeter. Verbleib: Fundnummer: Wa 06/1993, Besitzer Wilhelm Schäfer.

 

(23) Bandkeramische Siedlungsstelle

Südlich des großen Grenzsteins an der Hohen Straße im nordwestlichen Winkel der Gemarkung. Meßtischblatt 5819 (88.120/60.200) (nicht: Kleine Loh).

- 282 Scherben des linearen Wetterautypus, zum Teil mit weißer Paste

- Rohe Scherben mit Griffwarzen und Henkeln

- Feuersteinsplitter

Weitere Siedlungen dieser Gruppe liegen in Mittelbuchen an der Straße nach Kilianstädten nordwestlich des Ortes.

Verbleib: Museum Hanau, durch Kriegseinwirkung verloren.

 

(33) Grabfund der Hügelgräberbronzezeit

Südhang des Hühnerbergs, Gewann „Am Baudert“, Besitzer Kaspar Puth VII. Die Flur „Am Baudert“ liegt östlich der Bauten auf dem Hühnerberg, die Fundstelle ist nördlich der Biegung des Weges, der von der Landstraße nach Osten führt. Der Besitzer schnitt beim Pflügen ein Skelettgrab an und überbrachte die Bronzenadel.

Die Untersuchung ergab: Das Grab lag nur 25 Zentimeter unter der Oberfläche, weil der Rain durch die Flurbereinigung kurz vorher eingeebnet worden war. Das Skelett eines etwa 40 Jahre alten Mannes ist nur teilweise erhalten.

An Beigaben fanden sich ein

- Nadel, profilierter Kugelknopf, doppelte Knotung des Schaftes, zwei tief eingeschnittene Rillen, Hals reich profiliert und gerillt, Länge 7,3 Zentimeter

- Kleine Kerbschnittkanne (Henkelkrug), schwarzer Ton, Hals abgebrochen, Henkel über der weitesten Ausladung sitzend, ergänzt. Höhe des Erhaltenen: 11,5 Zentimeter (andere Angabe: 15),

- Kugeliger Napf, neben dem Kopf des Toten, dunkelbrauner Ton, mit schwach abgesetztem einziehenden Band, Höhe 10 Zentimeter (andere Angabe 7,5), Durchmesser 9 Zentimeter.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 5149-5151

 

(46) Grabhügel und Gräberfeld der Urnenfelder/Hallstattzeit

Wald-Distrikt 6, etwa 133,50 Meter südlich der Straße, dicht südlich der Sandgrube. Der westliche kleinere der beiden Hügel liegt 138,70 Meter von der Mitte der Kreisstraße entfernt.

Die beiden Hügel liegen dicht südlich des vorgeschichtlichen Weges, der von Bischofsheim kommend über Hochstadt in den Bruchköbeler Wald und zum Kastell Langendienbach führt (Der Kilometerstein 1 ist heute beim Butterbaum. Die Fundstelle ist aber an der Autobahn, teils von der Autobahn überbaut, im nordöstlichen Winkel zwischen Autobahn und Straße).

Gefunden  Frühjahr 1955 aus einem Grabhügel beim Roden eines Baumstumpfes und unsystematischer Nachgrabung. Brandgrab der Stufe Hallstatt B, etwa 700 bis 500 v. Chr. Dies bezeugt einen Wohnplatz der in Südhessen häufig vertretenen Koberstädter Gruppe.

- Scherben, zum Teil sekundär verbrannt, eines großen Gefäßes mit schwachem Kegelhals, schmutzig rot, geglättet, unten rauh, Randdurchmesser 32,5 Zentimeter

- Bruchstück eines Kegelhalsgefäßes mit Riefen, braun, geglättet, poliert, unten rotbraun, unsorgfältig, rauh, Höhe etwa 16,8 Zentimeter, Randdurchmesser 15,8 Zentimeter

- Unterteil eines ähnlichen Gefäßes, rotbraun, geglättet, poliert, unten rauh mit Knetspuren, Höhe noch 12,3 Zentimeter, größter Durchmesser 22,6 Zentimeter

- Scherben eines Töpfchens mit schwachem Kegelhals, unter dem Randknick senkrechte Kerben, braun, geglättet, sehr uneben, derb, verzogen, Höhe etwa 10,2 Zentimeter, Randdurchmesser 13,8 Zentimeter

- Kleien Scherben eines Gefäßes mit schwachem Kegelhals und Schrägrand, rotbraun, geglättet, poliert

- Einige Wandscherben eines gleichen Gefäßes, fleckig braun, geglättet, poliert

- Schale mit leicht eingezogenem Rand, dunkel gelblich, gut geglättet, Höhe 8,9 Zentimeter, Randdurchmesser 19,6 Zentimeter

- Scherben einer kleineren Schale mit eingezogenem Rand, rötlich-braun, gut geglättet, Randdurchmesser 14 Zentimeter

- Bruchstücke einer Schale mit vier Dellen um den eingewölbten Boden, dunkel gelblich, geglättet, poliert, Höhe 5,6 Zentimeter, Randdurchmesser 13 Zentimeter

- Kleine Randscherbe einer weitmundigen Schale, braun, geglättet, poliert, Randdurchmesser etwa 32 Zentimeter

- Bruchstück einer flachen, leicht konischen Scheibe mit konzentrischem Riefenband, hellbraun und schwärzlich, gut geglättet, derb, Durchmesser 15,8 Zentimeter

- Bruchstücke einer zweiten Schale mit zwei Riefenbändern, rotbraun und schwärzlich, gut geglättet

- Bruchstücke von zwei länglichen Griffknubben, die wahrscheinlich waagrecht am Gefäß saßen (oder zusammenhängend mit den Scheiben?), Länge 6 Zentimeter, Breite 2,2 Zentimeter, Dicke 0.5 – 1,3 Zentimeter

- Knochenreste.

Verbleib.: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9232-43

 

Vor dem Bau der Autobahn gräbt man 1979 noch einmal nach und findet in dem größeren Hügel vier Gräber: Zwei Körpergräber mit Keramik und Bronze-Beigaben und zwei Brandbestattungen in Urnen, dabei das Grab eines etwa fünfjährigen Kindes. Die große Flugsanddüne in der Nähe gibt in einer Tiefe von 130 bis 170 Zentimeter drei Gräber frei.

Daß es sich um Grabhügel und nicht um natürliche Formationen handelt weiß man, weil in dem kleineren der beiden Hügel im Jahre 1955 beim Roden eines Baumes ein vorgeschichtliches  Brandgrab zutage kam. Nach andernorts gemachten Erfahrungen könnte auch die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Düne ein vorgeschichtlicher Bestattungsplatz gewesen sein.

Der kleine Hügel erwies sich - von einzelnen Streuscherben abgesehen - als fundleer; offenbar war das 1955 gefundene Grab die einzige Bestattung gewesen. Der größere Hügel, der von einem Kreisgraben umgeben war, enthielt dagegen insgesamt vier Gräber: Zwei Körpergräber mit Keramik- und Bronze-Beigaben und zwei Brandbestattungen in Urnen, dabei das Grab eines etwa vier- bis fünfjährigen Kindes.

Die große Flugsanddüne gab in einer Tiefe von 1,3 bis 1,7 Metern drei Gräber frei. Alle Bestattungen - auch der Fund von 1955 - gehören der früh-keltischen Hallstattkultur (700 bis 500 v. Chr.)an, und zwar der für Südhessen sogenannten Koberstäter Gruppe.

 

Zwei dieser von September bis Ende November geborgenen Gräber enthielten jeweils sieben zum Teil reich mit Graphitbemalung verzierte Gefäße, dabei flachere Schalen mit einem außen auf dem Boden eingeritzten einfachen Kreuz, die in den Gräbern mit der Gefäßöffnung nach unten standen. Offenbar haben die Boden-kreuze ihre besondere Bewandtnis.

Ungewöhnlich ist die plastische Verzierung kleinerer Schalen mit nach innen gewölbten, von punktartigen kleinen „Tonlinsen“ gesäumten Dellen, die an Blumenmuster erinnert. Der Boden einer weiteren Schale war vor der Grablegung offenbar mit Absicht ausgebrochen worden, ebenso der Rand einer der Urnen.

An Bronzefunden sind außer einem Armring, einer Pinzette und einem kleinen Kratzer mit tordiertem Schaft ein späthallstattzeitliche Fibel (Gewandspange) und eine Gewandnadel mit einfacher Schaftschleife zu nennen.

Bei der Nadel handelt es sich wahrscheinlich um das Erzeugnis eines einheimischen Bronzeschmiedes, da bis lang nur ein Vergleichsstück vorliegt, das im benachbarten Mittelbuchen gefunden wurde. Ein kleines, verziertes Metallgewicht aus Bronze zählt zu einer in Mittel- und Westeuropa noch  seltenen Fundgattung.

Die zahlreichen Tonscherben, die in der Aufschüttung der beiden Grabhügel gefunden wurden, weisen darauf hin, daß die Erbauer der Hügel bei der Beschaffung des notwendigen Materiales in der Umgebung der Denkmale ältere Siedlungen oder Gräber zerstört haben. Zu diesen „Streufunden“ gehört auch eine kupferzeitliche, sogenannte  „Armschutzplatte“ aus Kupfer, die dem Schutz des Armes dient, wenn die Bogensehne wieder zurückschnellt.

 

(47) Grabhügel

An der Stelle südsüdöstlich des Ortes ist ein Grabhügel auf der Karte bei Wolff eingetragen. Aus der Zeit Hallstatt B ist auch das Grab südlich des Ortes, von dem man aber keine näheren Angaben hat.

 

(48) Urnenfelderzeitliche Funde

Über der Bolane, Flur 23, Flurstück 44/2, (Eine Flur „Über der Bolane“ gibt es nicht)

Gefunden von Wilhelm Schäfer, Bachstraße 18, beim Pflügen und bei Begehungen:

- Randscherbe eines bauchigen Gefäßes (Bechers?) mit drei fast senkrecht angeordneten Kerbreihen unter dem Rand, brauner, grob gemagerter Ton mit rotbraunen Flecken. Höhe  noch 8,9 Zentimeter, Randdurchmesser 10 Zentimeter, Durchmesser etwa 11,6 Zentimeter

- Randscherbe eines Schrägrandbechers mit umlaufender Fingertupfenleiste am Rand, grauer Ton mit außen rauh, innen glatt verstrichener Oberfläche, Höhe  noch 6,7 Zentimeter, Randdurchmesser 14 Zentimeter, Durchmesser etwa 13,5 Zentimeter

- Randscherbe einer großen Trichterrandurne, ockerfarbener, gut geglätteter Ton, Randdurchmesser etwa 40 Zentimeter

 

Im Grund, Flur 26, Flurstück 36, Meßtischblatt 5819 (89.000/50.820)(die Koordinate muß heißen 59.820). Gefunden von Wilhelm Schäfer, Bachstraße 18, beim Pflügen und bei Begehungen:

- Wandungsscherbe mit Henkel einer kleinen Tasse, grauer, grob gemischter Ton, Höhe  noch 3,4 Zentimeter, Randdurchmesser 9,4 Zentimeter, Durchmesser etwa 9,4 Zentimeter

Verbleib: Fundstellen-Nummer: Wa 1973a/1- (39), Besitzer Wilhelm Schäfer.

 

(66) Hallstattzeitliche Siedlungsstelle

Beim Verlegen von Versorgungsleitungen für das Neubaugebiet am Ortsausgang in Richtung Niederdorfelden, wurden von Karl Meckelburg aus dem Grabenaushub südlich der Straße Wachenbuchen‑ Niederdorfelden die Inhalte zweier Abfallgruben geborgen.

Fundstelle I:

- 2 Randbruchstücke einer bauchigen Urne mit Schrägrand. Im Randknick umlaufende Tonleiste mit rautenförmigem Querschnitt. Tonfarbe graubraun, Oberfläche rauh, geschlämmt

- Randstück eines großen Vorratsgefäßes mit Schrägrand. Im Randknick umlaufende Tonleiste mit Zickzack‑Ornament. Der Gefäßrand durch Fingertupfeneindrücke wellenförmig modelliert. Tonfarbe gelbbraun, Oberfläche rauh, geschlämmt

- 3 Randbruchstücke eines bauchigen Gefäßes mit kurzem Schrägrand. Im Randknick Fingertupfeneindrücke. Abstand der einzelnen Dellen 1,5‑2 Zentimeter. Tonfarbe hellbraun bis rötlichbraun. Oberfläche rauh, geschlämmt

- 4 Randbruchstücke eines bauchigen Gefäßes mit gerundetem Rand auf kurzem zylindrischem Kragen. Tonfarbe hellbraun, Oberfläche geschlämmt und gut geglättet

- Randbruchstück eines bauchigen Topfes mit kurzem zylindrischem Hals und gerundetem Rand. Tonfarbe rotbraun, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet

- Bruchstück eines bauchigen Topfes mit kurzem Schrägrand. Tonfarbe hellbraun bis schwarzbraun. Oberfläche fein, geschlämmt und gut geglättet. Höhe etwa 10 Zentimeter

- Randbruchstück eines Spitzbechers mit kurzem Schrägrand und scharfem Randknick. Tonfarbe graubraun, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet

- Randbruchstück eines kugeligen Bechers mit gerundetem, etwas eingezogenem Rand. Tonfarbe hellbraun, Oberfläche fein geschlämmt und gut geglättet

- 9 Randbruchstücke von sechs weitmündigen Schalen mit gerundetem Rand. Tonfarbe dunkelgrau und rötlichbraun, Oberflächen fein geschlämmt und gut geglättet

- 3 Randbruchstücke zweier weitmundiger Schalen, deren Ränder durch Fingereindrücke ein Wellenornament bilden. Torfarbe hellbraun und gelbbraun. Oberfläche rauh, geschlämmt, teilweise verglüht

- 2 Wandscherben mit Resten von Graphitbemalung. Tonfarbe hellbraun und graubraun. Oberflächen fein geschlämmt und poliert

- Weiteres Scherbenmaterial.

Fundstelle II:

- Wenige Bruchstücke von Rand, Hals und Schulter eines Kegelhalsgefäßes mit kurzem Schrägrand. Tonfarbe graubraun, Oberfläche geschlämmt, mäßig geglättet

- Randbruchstück einer weitmundigen Schale mit kurzem Schrägrand. Schulterpartie eingezogen. Tonfarbe graubraun, Oberfläche geschlämmt, mäßig geglättet

- Schulterscherben eines Kugelhalsgefäßes mit Resten von Graphitbemalung auf der Außenwandung

- Bruchstück einer Schale mit Graphitbemalung auf der Innenwandung

- Bodenbruchstücke verschiedener Gefäße.

Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 9595 ‑ 9609 (Dr. Dielmann).

 

(94) Viergötterstein

Ein Viergötterstein wurde 1903 beim Umbau der Kirche... ins alte Mauerwerk verbaut gefunden....Er läßt auf eine Gigantensäule schließen, die nach den anderwärts gemachten Beobachtungen wohl vor einem Gehöfte am Wege aufgestellt war.

Roter Sandstein 66 x 44 x 43 Zentimeter. In Nischen Juno, Mercur, Hercules, Minerva. Verbleib: Museum Hanau, jetzt Heimatmuseum Hanau-Mittelbuchen.          

 

(95) Mühlstein

Förster Mankel fand im Wachenbucher Gemeindewald beim „Fuchsgraben“ eine Handmühle, die er an das Museum abgab. Der Bau liegt links einer jungen Tannenpflanzung an der Waldschneise, welches die Wachenbucher Fahrstraße, wo sie nach Wachenbuchen abbiegt, in gerader Richtung nach Hochstadt fortsetzt. Eine am 12. Juli 1878 unternommene Grabung förderte nur eine Scherbe zutage.

 

(96) Fundamente einer römischen Villa

Mauerreste eines Hauses (ein Raum 6,5 x 5,6 Meter) im Gemeindewald zwischen den „WinkeIwiesen“ und dem riedigen Teil des Mittelbucher Waldes. Unter einer flachen Bodenerhebung  wurden die Fundamente eines Gebäudes mit einem an der Westseite entlang führenden Kiesweg (oder Hof?) gefunden.  Die aufgedeckten Teile, ein Raum von  6,45 Meter Länge und 5,60 Meter Breite, an den sich noch weitere Mauerstücke ansetzten, zeigten weniger sorgfältige Bauart, als es bei römischen Gehöften der Fall zu sein pflegt. Die Scherben entsprachen den in den Grabkisten und im Hügel gefundenen.

Eisen:

- Schilfblattförmige Lanzenspitze, Länge 21 Zentimeter

- Messerklinge, Länge 15 Zentimeter

- Fragmentarischer Meißel

- Ring, Durchmesser 3,2 Zentimeter

- Schiebschlüssel, Länge 20,5 Zentimeter.

Ton:

- Bruchstücke von vier Bilderschüsseln, Durchmesser 37 Zentimeter, Rheinzaberner (3) und Trierer (1) Ware und tongrundige Scherben des 2. Jahrhunderts.

Verbleib: Museum Hanau

 

(97) Römischer Grabhügel

Unmittelbar an  dem geradlinigen Abschnitte des Verbindungsweges von Wilhelmsbad nach Wachenbuchen, ein Kilometer von Wilhelmsbad und der Mittelbucher Landstraße gelegenes Hügelbrandgrab. Durchmesser 23 Meter, Höhe 1,60 Meter.

Am 7. September 1875 wurde der Hügel ohne Ergebnis untersucht. Suchier und Hausmann fanden nur rohe, scheinbar prähistorische Scherben. Das stattliche Hügelgrab erhielt ein neues Interesse, als sich herausstellte, daß jenem Stück des Waldweges die römische Militärstraße von Kesselstadt  nach Friedberg, deren 5,50 Meter breiter Steinkörper mit seinen Gräben unter dem Wege noch aufgedeckt werden konnte, teilweise genau entsprach.

 

Georg Wolff ließ daher im Jahre 1898 vollständig aufgraben. Der Hügel enthielt in den als Kugelklappen übereinander liegenden Schichten der Dammerde, aus welchen er gebildet war, nur vereinzelte Scherben provinzialrömischer Gefäße. Der Hügel war also zweifellos über dem Grab aufgeworfen.

Unter dem Mittelpunkt aber war -  fast berührt von dem alten Versuchsgraben - im gewachsenen Boden ein römisches Grab eingelassen. Die Aschenreste mit verschlacktem Glas und angebrannten Tonscherben waren in einer runden Sandsteinkiste mit Nasen und einem Durchmesser von 43 Zentimetern untergebracht.

Die Kiste war sonst rauh, aber auf der oberen Seite sorgfältig geglättet, offenbar für einen Holzdeckel. Auf diesem hatte eine eiserne Lampe gewöhnlicher Form gestanden, die nach Verwitterung des hölzernen Deckels auf dem Rand der Kiste liegen geblieben  war, wo sie zerbrochen gefunden wurde.

Es liegt daher eine Kombination von germanischem und römischem Grabritus vor, die vermuten läßt, daß der verbrannte Tote ein halbromanisierter Provinziale germanischer Herkunft war.

In der Kiste waren: Scherben des 2. Jahrhunderts, im Charakter die gleichen wie in  dem Gebäude Fund Nr. 96 (Inventar-Nummer 417c).

Aus unmittelbarer Nähe muß auch die „am alten Weg gegenüber der Buchenburg“ gefundene Scherbe, Durchmesser 31 Zentimeter stammen (Inventar-Nummer A 782). Verbleib: Museum Hanau

 

(98) Römisches Steinkisten-Grab

Flur „Pfingstweise“, Flurnummer            25 (Furche zwischen 128/5 und 129/5). Beim Pflügen stieß der Landwirt Wilhelm Schäfer, Bachstraße 18, Ende März 1950 auf Steine, die er beseitigen wollte. Die Fundstelle liegt etwa 600 Meter nordwestlich des Dorfes auf halber Höhe zwischen dem Nordrand des Dorfes und dem Wasserbehälter der Wachenbucher Wasserleitung, westlich des Feldweges nach der Pfingstweide  Die Flur fuhrt die Bezeichnung „Am Auborn“.

Beim Nachgraben stieß der Finder nach Entfernung einiger kleinerer Steine auf eine annähernd viereckige 0,60 x 0,65 Meter messende Steinplatte aus gelblichem Sandstein von etwa 10 Zentimeter Dicke.

Die Steinplatte bedeckte als Deckel eine fast viereckige aus dem gleichen Sandstein hergestellte Steinkiste. Die Größe der Kiste beträgt außen gemessen 56 x 62 Zentimeter, die Höhe 35 Zentimeter, die Wände sind 10 Zentimeter dick.

Nach Angabe des Finders war das Innere mit eingeschwemmtem Erdreich ausgefüllt, den Boden bedeckte eine Schicht von Holzkohle, in der sich einige eiserne Nägel fanden, die wohl von einem Holzkasten herrühren. Außerhalb der Kiste an Ihrer Südostseite standen drei einhenklige Krüge nebeneinander, Höhe 17 Zentimeter, 18,5 Zentimeter und 20 Zentimeter.

Zwischen den Krügen lagen zwei größere Bruchstücke einer Sigillatbilderschüssel mit Medaillondekoration aus der Werkstatt des Rheinzaberner Töpfers Comitialis; eine der Scherben trägt den rückläufigen Stempel LATIN(NI).

Bereits drei solcher Steinkisten von viereckiger oder rechteckiger Form und eine runde steinerne Urne wurden in den Gemarkungen Wachenbuchen und Mittelbuchen gefunden. An anderen Stellen des Landkreises Hanau haben sich bis jetzt noch keine Gräber mit Steinkisten gefunden, weder bei bürgerlichen Niederlassungen noch in den Gräberfeldern der Limeskastelle Marköbel, Rückingen und Großkrotzenburg.

Die vier vorerwähnten Gräber liegen in unmittelbarer Nähe römischer Gutshofe, so daß man auch für das Grab von Wachenbuchen mit ziemlicher Sicherheit in seiner nächsten Umgebung einen römischen Gutshof annehmen kann. Dafür sprechen auch die geschützte Lage und die Nähe des Auborns, der von der Fundstelle etwa 200 Meter entfernt ist.

Funde:

- Steinkiste (Grabbehälter) mit Deckel, gelblicher Sandstein, außen gemessen 56 x 62 Zentimeter, die Höhe 35 Zentimeter, die Wände sind 10 Zentimeter dick.

- annähernd viereckige 0,60 x 0,65 messende Steinplatte aus gelblichem Sandstein von etwa 10 Zentimeter Dicke

- Einhenkelkrug mit Kragenrand, abgerundeter Lippe und konischem Hals, mit weißen Inkrustationsflecken, Höhe 16,5 Zentimeter, Randdurchmesser 4,7 Zentimeter, Durchmesser 13,5 Zentimeter, Bodendurchmesser 3,8 Zentimeter

- Einhenkelkrug mit Kragenrand, abgerundeter Lippe und konischem Hals, mit schwarzem (Schmauch?-) Fleck am Ausguß, Höhe 18,4 Zentimeter, Randdurchmesser 5,0 Zentimeter, Durchmesser 14,6 Zentimeter, Bodendurchmesser 4,7 Zentimeter

- Einhenkelkrug mit senkrecht abgekanteter Randlippe und konischem Hals, Höhe 20,5 Zentimeter, Randdurchmesser 4,9 Zentimeter, Durchmesser 17,2 Zentimeter, Bodendurchmesser 4,2 Zentimeter

- Wandscherbe einer Bilderschüssel, Durchmesser 37 Zentimeter

Verbleib: Steinkiste Museum Hanau, Inventar-Nummer 1488,

Krüge und Scherben Privatbesitz Wilhelm Schäfer, Bachstraße 18.

 

(99) Römische Villa

„Auf den Mauerecken“. Beim Pflügen fand Herr Puth, Erbsengasse 9, in den vergangenen Jahren des öfteren Scherben, die er jedoch zum größten Teil weggeworfen hat. Im November 1978 meldete er die Funde an das Historische Museum Hanau. Bei einem Hausbesuch waren noch zwei Scherben (ein Deckel, ein Boden) vorhanden, die der Finder dem Museum überließ. Eine Begehung erbrachte auf dem ungepflügten Boden keine Scherbenfunde aber Ziegelscherben und Schieferstückchen, der  Feldbereich ist steinig.

In Verbindung auch mit dem Flurnamen kann man eine kleine römische Ansiedlung (Villa) als wahrscheinlich annehmen. Das Gelände ist derzeit nicht bedroht; der Finder achtet weiter auf Kleinfunde. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A79/18

 

(104) Burg derer von Buchen

Die 500-600 Meter südwestlich vom Dorfe in den feuchten Wiesen gelegenen beiden Hügel („Burg derer von Buchen, bedürfen noch einer Untersuchung. Der Ort Wachenbuchen wird bereits im Jahre 798 erwähnt. Fränkisches Königsgut ist auch aus diesem Grunde in Wachenbuchen anzunehmen.  Beachtenswert ist die Lage der Burghügel  nur 150 Meter westlich von der römischen Straße Kesselstadt-Friedberg.

Lehrer Hanisch und Schüler der Gesamtschule Mittelbuchen (Thorsten Wehler u.a.) fanden 1979 beim Spielen auf der Burg bei Wachenbuchen Scherben. Eine  Besichtigung ergab, daß die Kinder auch kleine Löcher gegraben hatten. Bei der stark überwucherten Anlage handelt es sich um eine höheren, soweit feststellbar runden Hügel mit Graben und einen kleineren, möglicherweise viereckigen.

Ein Säuberung von Unterholz und eine planmäßige Aufnahme der Anlage (die - soweit ersichtlich - nie genauer vermessen wurde) ist angeraten. Den Schülern wurde das „Weitergraben“ untersagt.

Funde: Mittelalterliche Scherben.

Keramik:

1 Bruchstück, Innenseite glasiert, dunkelchrom (Nr. 17 nach Schwaneberger)

2 Bruchstück, Innenseite glasiert, ocker (Nr. 126)

3 Bruchstück, Innenseite glasiert, braunocker (Nr. 127)

4 Bruchstück, weißlich heller Ton, auf der Innenseite Reste eines farbigen Überzugs

5 weiteres Bruchstück

6 Randscherbe, Innenseite glasiert, braunocker (Nr. 127)

7 Randscherbe, Innenseite glasiert, braun (Nr. 133)

8 Randscherben verschiedener Gefäße, unglasiert

9 Wandscherben verschiedener Gefäße, alle unglasiert

10 Gefäßbruchstück,  unbestimmbar (Ausgußtülle?)

Eisen:

Ein an einer Seite abgeplatteter Metallring, 4,5 x 5,5 Zentimeter, vermutlich Teil eines Pferdegeschirrs. Verbleib: Museum Hanau, Inventar-Nummer A 1979/19.

 

(108) Evangelische Kirche Wachenbuchen

Ausgrabungen an der evangelischen Kirche in Wachenbuchen ab 24.3.1986. Abbildungen bei Fundberichten. Die evangelische Kirchengemeinde Wachenbuchen wollte ihr Gotteshaus nördlich neben dem Chor mit einer Sakristei erweitern. Eine Gruppe des Hanauer Geschichtsvereins (Andreas Scherer, Hochstadt, und Rainer Tews, Bischofsheim) grub deshalb nach Vorgängerbauten und weiteren älteren Siedlungsspuren. Alle an der Kirche geborgenen  Bestattungen müssen aus der Zeit vor 1832 stammen, denn damals wurde der Friedhof zum Ort hinausgelegt.

Die erhofften Spuren einer römischen Niederlassung auf dem Kirchberg kamen zwar nicht zu Tage, aber außer den Überresten von 15 Gräbern konnten prähistorische Keramikscherben geborgen werden, die die Archäologen nach ersten vorsichtigen Schätzungen in die vorrömische Eisenzeit datieren.

Eine Fläche von rund vier mal vier Meter wurde ausgegraben. Erst in einer Tiefe von etwa 1,20 Meter stießen Scherer und Tews auf ein nahezu unversehrtes Skelett. Aus einer runden Verfärbung des Bodens schloß Tews auf eine in unbestimmter Vorzeit angelegte Grube. Was Tews bergen konnte, sah eher dürftig aus: eine Handvoll kleiner Scherben. Aber auf Anhieb war der junge Wissenschaftler sicher, daß diese Reste „prähistorischer Machart“ sind. Eine präzise Datierung sei - da jegliche Verzierungen fehlen - schwer möglich. Mit Sicherheit aber stammten die Scherben aus vorchristlicher Zeit.

Der Hanauer Peter Jüngling ging noch einen Schritt weiter bei der Bewertung der winzigen Funde „Vermutlich aus der vorrömischen Zeit“. Wachenbuchen liegt exakt auf der Grenze zwischen fruchtbaren Ackerflächen am Südhang des Höhenrückens der „Hohen Straße“ und  der weiten Talniederung des Mains. In dieser Lage wurden seit der Jungsteinzeit  immer wieder von Menschen besiedelt. Von hierwar nicht nur eine intensive Landwirtschaft durch Ackerbauern  möglich, sondern auch Jagd und Weidewirtschaft in den Wäldern und Auenlandscharten und Fischfang in den Gewässern der FlußtäIer. Mit anderen Worten: Wachenbuchen ist ein uralter Siedlungsraum.

Aus moderner Humusschicht (Oberfläche bis etwa 25 Zentimeter) überwiegend  nachkriegszeitlicher Schutt.

Funde aus der unteren, humosen Schicht (etwa 25 Zentimeter bis 60 Zentimeter), die jedoch teilweise durch jüngere Eingrabungen (Gräber, Blitzableiter, Kanal) gestört ist Skelettreste in der Verfüllung von Befund 4 (gestört):

- Vermutlich hierzu gehören die Teile eines noch in Originallage angetroffenen Skelettes, die jedoch stark verkrümmt und verschoben wurden (wohl bei Anlage des folgenden Grabs).

- Beinbereich eines Grabes unter (bzw. neben) dem vorhergehenden Fund, durch diese Grablegung wurde dieser gestört.

- Verfärbung eines tiefer liegenden Befundes

- größere Grubenartige Verfärbung. In ihr lag ein beschädigter Schädel auf zwei Langknochen deponiert im Langknochen, Rest in Profilwand

- Rest einer Grabverfärbung, wohl keiner der Funde mehr aus originaler Lage

- Kanalgraben eines Abwasserrohres mit zahlreichen gestörten Knochen u.a.

- geringer Grabrest, keine Funde mehr in originaler Lage

- Grab eines KIeinkindes, teilweise bereits durch Bauarbeiten vor Beginn der Grabung zerstört. Schädel war zerstört, rechte Hälfte des Kindes blieb ebenso wie Beinbereich im Profil.

- Rest vom Grab eines Kleinkindes, Beine erhalten, Oberkörper durch Graben zerstört.

- Rest vom Grab eines Kleinkindes, nur noch Beinknochen erhalten, Rest zerstört

- Rest vom Grab eines Kleinkindes, hier keine Knochen mehr in Originallage

- deutlich erkennbare Verfärbung, aber nur noch etwa 1- 2 Zentimeter tief. Vermutlich von der Konstruktion des Blitzableiters

- Rest eines Grabes, wohl bereits beim Bau der Chorfundamente gestört.

- Zwei Gräber genau übereinander. Oberes Grab und unteres Grab durch Kanalgräben  gestört. Es fällt auf, daß beide Gräber offensichtlich wirklich genau aufeinander, gelegt sind (z.B. Oberschenkel auf Oberschenkel) und der geringe Abstand von teilweise nur 1 - 3 Zentimetern zwischen den Knochen auf einen deutlichen Bezug beider Gräber hinweist

- Rest eines völlig verworfenen Grabes, wohl keine der Funde mehr in Originallage.

- Beinbereich eines Grabes (unter dem sich möglicherweise noch ein weiteres befindet). In der Verfüllung dieses Grabes zahlreiche Knochen, Eisenteile (wie Nägel, Beschläge und ein Sarggriff), die je doch möglicherweise nicht (alle) zu diesem sondern dem (vermutlich) tieferliegenden Grab, gehören.

- Rest des Grabes einer erwachsenen Person, gestört

- Pfostenartige Grube mit einem Stein (als Verkeilung?)

Die Sakristei wurde übrigens nicht angebaut, weil man inzwischen sich für eine Gasheizung entschieden hatte, die nicht so viel Platz brauchte, so daß die Sakristei im Inneren der Kirche eingebaut werden konnte.

 

 

Eine neue mittelneolithische Siedlungsstelle bei Hanau-Mittelbuchen

Im Spätherbst 1977 wurde auf dem Schwaberg bei Hanau-Mittelbuchen in einem neu erschlossenen Baugebiet (zwischen Fichtelgebirgstraße und Altkönigstraße) eine bis dahin nicht bekannte mittelneolithische Siedlungsstelle entdeckt. Im Auftrag der Abteilung Vor- und Frühgeschichte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen konnten daraufhin von November bis Januar etwa 40 Quadratmeter des Geländes untersucht werden. Eine im Mai 1978 durchgeführte Nachuntersuchung des Platzes erbrachte keine weiteren prähistorischen Befunde.

Der Raum nördlich von Hanau liegt in den südlichen Lößgebieten der Wetterau und damit der Randzone eines Zentrums der mittel-neolithischen Kulturgruppen. Es gelang mit der Fundstelle bei Hanau-Mittelbuchen erstmals in unserer Gegend, einen nicht mit älteren oder jüngeren Kulturüberresten vermischten Siedlungskomplex der jungsteinzeitlichen Gruppe „Planig-Friedberg“ zu erfassen.

Der Schwaberg bildet einen von Nordwesten nach Südosten gerichteten Höhenrücken der „Hohen Straße“, der sich als Rotliegendzug zwischen dem Mainbett bei Frankfurt und den Höhen des Büdinger Waldes am Rande des Vogelsbergs hinzieht. Dieses rotliegende Gestein wird zunächst von tertiären und diluvialen Schichten bedeckt, die von Löß und Lehm überlagert sind. Südlich und nördlich des Schwaberges befinden sich einzelne Quellhorizonte.

Dieser ausgeprägte nach Südosten auslaufende Geländesporn westlich der „Kilianstädter Hohl“, im Winkel zwischen der stellenweise noch feuchten Niederung des „Hirzwaldes“ und dem „ Alten Dorfelder Weg“ gelegen, hat auf seiner Süd- und Ostseite seit alter Zeit vorgeschichtliche Funde, vorwiegend aus der bandkeramischen, römischen und fränkischen Epoche erbracht. Insbesondere die bandkeramische Siedlung in der „Kilianstädter Hohl“ scheint, wie auch die im Jahre 1977 geborgenen Funde belegen, im Laufe ihres Bestandes eine recht beachtliche Fläche eingenommen zu haben.

Die Lage der neuen mittelneolithischen Siedlungsstelle auf einem Südosthang in relativer Nähe zu fließendem Wasser entsprach offenbar den Lebensgewohnheiten der einstigen Bewohner. Allgemein ist im Mittel-Neolithikum eine zunehmende Nutzung höherhegender - damals offenbar günstigerer Flächen als heute - festzustellen. Diese Tendenz führte im Laufe der Zeit zu ausgesprochenen Höhensiedlungen wie beispielsweise auf dem Glauberg bei Büdingen.

 

Befunde

Die Oberfläche des Schwaberges fällt im Bereich der Siedlungsstelle leicht nach Nordosten in Richtung des „Alten Dorfelder Weges“, der von einem kleinen Bach begleitet wird, ab. Wie die generellen Erhaltungsbedingungen der Befunde zeigen, erfolgte im Siedlungsbereich eine in Gefällrichtung zunehmende Abtragung des Geländes. Demzufolge sind auch die höher liegenden Befunde wesentlich schlechter erhalten als tiefer reichende Gruben. Der neolithische Wohnhorizont ist nicht mehr vorhanden.

Auf ein Gebäude oder einfaches Bauwerk unbestimmter Funktion weisen einige in den Boden eingegrabene Holzpfosten hin. Drei gesicherte Pfostengruben und zwei pfostenartige Vertiefungen lassen zwar keine zweifelsfreie Ergänzung eines Hausgrundrisses zu, es dürfte jedoch gesichert sein, daß die Pfosten 5-7-8 den östlichen, am Schmalende 2 Meter breiten Gebäudeabschluß bildeten. In der Verfärbung 5 war der nur 12 Zentimeter breite Pfosten als graubraune Verfärbung im ausgehobenen, gelbbraun verfüllten Pfostenloch gut zu erkennen. Aufgrund dieses Pfostendurchmessers kann man auf dem Schwaberg kein massives Holzgebäude voraussetzen.

Dennoch läßt sich möglicherweise der Grundriß des Mittelbuchener Hauses aufgrund des Forschungsstandes zu mittel-neolithischen Gebäuden, der festgestellten Anordnung der Pfostenlöcher sowie einer leicht gelblichbraunen Bodenverfärbung trotz umfangreicher Zerstörung durch den Straßenbau rekonstruieren.

Wandgräben des Gebäudes waren nicht vorhanden. Dennoch kann die Lage der anzunehmenden Südwand des Gebäudes durch eine Bodenverfärbung ermittelt werden, die von tiefer in den Boden gerammten Spaltbohlen stammen könnte. Diese Bohlen wurden, wie beispielsweise die Grabungsbefunde in Aldenhoven zeigen, in Stabbauweise in die Erde gerammt. Dabei gelangten die Bohlen mit unterschiedlicher Tiefe in den Boden. was sich am ehesten durch herstellungsbedingte Längenunterschiede der Stämme erklären läßt.

Neben diesen speziell auf das Gebäude bezogenen Überlegungen mußten auch die

Gruben auf ihre Entstehung und Bedeutung geprüft werden. Während solche Gruben im Rheinland primär als Lehmentnahmestellen für die Gebäude gedeutet werden, scheint diese Funktion nicht nur wegen ihrer besonderen Lage innerhalb des anzunehmenden Gebäudegrundrisses in Hanau-Mittelbuchen relativ unwahrscheinlich zu sein.

Grundsätzlich kann man in der freigelegten Siedlungsstelle zwei Grubenarten unterscheiden: Erstens die beiden Einzelgruben 1 und 2, die möglicherweise als Abfallgruben angelegt wurden und mit verhältnismäßig zahlreichen Kleinfunden, Holzkohle und verbranntem Lehm durchsetzt waren. Weiterhin der größere Grubenkomplex    3-4, der in seinem unteren Bereich ohne Spuren des damaligen Siedlungsgeschehens verfüllt wurde. Einige wenige, humusartig verfärbte Stellen unterstreichen diesen Eindruck.

Die oberen Bereiche dieses Grubenkomplexes haben anscheinend über längere Zeit offen gestanden. Sie lösen sich unter einer relativ dünnen, gemeinsamen Deckschicht in einen vielgestaltigen Komplex von Einzelgruben auf. Die unregelmäßig gestalteten Grubensohlen reichen unterschiedlich tief. Es konnten mindestens vier einzelne Perioden des Komplexes festgestellt werden.

Die Gruben waren mit einem humosen, mittelbraunen Boden verfüllt, der durch zahlreiche, zumeist aus reinem oder verlehmten Löß bestehende Einlagerungen untergliedert wird. Ausgesprochen typisch für derartige Gruben - nicht nur für die Fundstelle in Mittelbuchen - scheint das Fehlen von Holzkohleschichten, Brandhorizonten oder fundreichen Abfallkomplexen zu sein.

 

Funde

Für die zeitliche und kulturelle Einordnung der Siedlungsstelle sind nicht nur die Baubefunde und Gruben von Bedeutung, sondern insbesondere die Kleinfunde. Bei dem geborgenen Fundmaterial sind unterschiedliche Erhaltungszustände zu beobachten. Relativ gut erhalten sind die teilweise hart gebrannte Keramik und das Steinmaterial. Knochen und andere organische Reste fanden sich nicht mehr bzw. nur noch in Spuren; hiervon ausgenommen war gelegentlich Zahnschmelz.

Daher kommt insbesondere der Keramik, die den größten Teil der Fundmenge ausmacht, eine relativ große Bedeutung zu. Von den insgesamt 317 geborgenen Scherben sind 100 verziert, weitere 59 gehören zur Feinkeramik (50,15% der Gesamtmenge). 208 Gefäßfragmente stammen aus den Gruben 1 und 2 (66,24%), 106 Scherben (33,76%) aus Grube 4. Die Grube 3 und 5-8 enthielten keine keramischen Funde.

 

An unverzierter Gebrauchskeramik konnten die beiden im Profil rekonstruierten Kugeltöpfe Abb. 5 geborgen werden, ferner die Randscherben Abb. 6,1 und 7,1. Der kleine Kugeltopf Abb. 5,1 ist mit vier gegenständig angebrachten Knubben sowie umlaufender Randkerbung versehen, das Gefäß Abb. 5,2 mit vier gegenständigen Schnurösen. Zu dieser Gefäßgattung gehört auch die Knubbe aus dem Aushub sowie die mit fünfwaagrechten Kerben versehene Schnuröse Abb. 7,2. Die Kugeltöpfe gehören zu den relativ langlebigen Formen, sie kommen in ähnlicher Form bereits in der Bandkeramischen Kultur vor und erscheinen noch in Bischheimer Zusammenhang.

Die Dekoration der verzierten Ware, die mit runden oder kantigen Hölzchen oder feinen Knochen aufgebracht wurde, besteht aus wenigen Grundelementen. So wurden einfache Ritzlinien gezogen (Abb. 4,5; 6,3; 7,6.9.18), Einstiche kommen als Einzel- (z.B. Abb. 4,3.8;6,2) oder Doppelstiche (z.B. Abb. 6,4), einmal auch als dreieckig-spitzer Einstich (Abb. 7,20) vor.

Ausgesprochen charakteristisch für die Gruppe Planig-Friedberg sind dicht gesetzte Einzel- oder Doppelstiche, die schmale Streifen und Flächen aussparen.

Diese verzierten Felder waren überwiegend hell inkrustiert, wobei die unverzierten Flächen positiv wirkten. Vor allem die Wandscherben der Bauchknickgefäße Abb. 6,3.4, deren Form in der Großgartacher Stufe entwickelt wurde, sind mit dieser typischen flächendeckenden Verzierung ausgestattet. Diese Gefäßtypen werden in der jüngeren Rössener Rhein-Main-Gruppe durch die Kugelbecher verdrängt.

Ebenso kennzeichnend wie die Verzierung ist für die frühen mittelneolithischen Kulturgruppen das Vorkommen von Zipfelschalen. Eine außen flächig und innen durch eine doppelte Stichreihe verzierte Scherbe dieser Gefäßform konnte aus Grube 1 geborgen werden (Abb. 4,4); vermutlich gehörte auch die Wandscherbe Abb. 4,2 zu dieser Schale.

Die Ornamentik der waagrechten, Iänglichen Einzelstiche (Abb. 4,3) erscheint vorwiegend auf Gefäßen der Großgartacher Kultur, so beispielsweise in der Siedlung von Mühlhausen bei Stuttgart, deren Funde teilweise bereits typische Merkmale einer Zwischenform zur Gruppe Planig-Friedberg aufweisen. Derartige Verzierungen sind auch in dieser Gruppe nicht völlig unbekannt und begegnen uns beispielsweise auf zwei Randscherben von Planig und Friedberg-Pfingstbrünnchen. Die Randscherbe Ab. 4,3 steht jedoch mit ihrer frühen Verzierungsart in unserem ansonsten mit charakteristischen Funden der Planig-Friedberger Art gemeinsamen Komplex der Grube 4 nicht alleine. Auch die Wandscherbe Abb. 7,20 findet ihre Parallelen eher in der Großgartacher Gruppe als im Planig-Friedberger Zusammenhang.

Für den relativ frühen mittel-neolitischen Ansatz der Siedlung gibt es neben der Keramik noch einen weiteren Hinweis. Aus Grube 1 konnte eine Pfeilspitze aus hellgrau-braunem Feuerstein geborgen werden (Abb. 4,7), die in ihrer Form eher dem bandkeramischen Kulturkreis zuzurechnen. Diese Pfeilspitzenform wurde von Cornelius Ankel bereits eingehend besprochen. Das Mittelbuchener Artefakt, dessen Rohmaterial vermutlich aus Obourg in Westbelgien stammt, könnte auf dem Handelswege über das Rheintal nach Hanau-Mittelbuchen gelangt sein.

In mittel-neolitischen Fundzusammenhang nicht ungewöhnlich sind die Sandsteine mit runden Schleifspuren (Abb. 8,1.3), deren einstige Funktion bisher noch nicht ausreichend geklärt ist.

 

Zusammenfassung

Durch die Neufunde aus einem geschlossenen Fundkomplex liegt in Hanau-Mittelbuchen ein rössenzeitliches Fundmaterial mit relativ großer Aussagekraft vor. Da die Siedlung zudem wahrscheinlich nur wenige Jahre bestanden hat und nicht von älteren oder jüngeren Befunden gestört ist, steht ein verbindliches Spektrum einer mittel-neolithischen Kulturepoche zur Verfügung. Zwangsläufig ist dieses Bild jedoch lückenhaft und unvollständig, auch weil lediglich ein Teil der Siedlungsstelle aufgedeckt werden konnte. Allerdings wird die gesamte Siedlungsfläche kaum mehr als das doppelte der Grabungsfläche betragen haben, wie die ergebnislose Nachuntersuchung und verschiedene Beobachtungen im Straßenbereich zeigten.

Aus dem Grubenkomplex 3/4, der offensichtlich in den Arbeitsablauf einbezogen war, stammen Funde aus der Planig-Friedberger Phase, die einige Aufschlüsse über deren Verhältnis zur Großgartacher Kultur bieten; auch aus den Gruben 1 und 2 liegen Funde der Stufe Planig-Friedberg vor.

Durch den Grabungsbefund konnten Anhaltspunkte dafür gewonnen werden, daß in Mittelbuchen möglicherweise ein trapezförmiges kleines Gebäude mit leicht konvex ausgebogenen Langwänden und Außenpfosten gestanden hat. Trotz aller baulichen Überlegungen sollte jedoch nicht außer acht gelassen werden, daß eine sichere und zweifelsfreie Rekonstruktion des Mittelbuchener Hauses - das wohl mehr einer einfachen Hütte geglichen haben dürfte aufgrund der wenigen Befunde nicht möglich ist. Um aus dem Grabungsbefund weitergehende Schlüsse ziehen zu können, bedürfte es vergleichender Untersuchungen, die die neolithische Besiedlung der Wetterau zumindest im kleinräumigen Umfeld der Siedlungsstelle mit einbeziehen.

Hanauer Geschichtsblätter, Band 29, Seite 23, dort auch Abbildungen)

 

Das Bruchstück einer bandkeramischen Idolfigur aus Hanau-Mittelbuchen

„Am Simmichsborn“ untersuchte der Hanauer Geschichtsverein im Jahre 1991 eine Fläche von 200 Quadratmetern und sicherte zahlreiche Funde der neolitischen bandkeramischen Kultur und der frühen Neuzeit.

In der weniger als 100 Meter entfernten „Albert-Schweitzer-Straße“ hat man Anfang der siebziger Jahre spätbronzezeitliche und eisenzeitliche Siedlungsfunde aufgelesen und die bereits seit 1901 bekannte römische Ansiedlung weitgehend überbaut.  Spätrömische und völkerwanderungszeitliche Funde bilden einen der ganz wenigen Fundpunkte des südhessischen Raumes, die eindeutig aus Siedlungszusammenhang stammen. Sie leiten zu den Befunden eines bereits 1873 entdeckten Reihengräberfriedhofs aus frühmittelalterlicher Zeit über, der sich unmittelbar südlich des jetzt zur Bebauung vorgesehenen Gebietes befand. Im Bereich des Baugebiets liegt auch die bekannte frühneuzeitliche Wasserleitung nach Hanau, die früher für römisch gehalten wurde.

Seit einigen Jahren waren durch Feldbegehungen neolithische Funde der ältesten Stufe der Linearbandkeramik (um 5700 bis  5300 v.Chr.) bekannt geworden. Funde aus dieser Zeit sind bisher in Deutschland sehr selten. In Hessen - einem Verbreitungsschwerpunkt dieser Bauernkulturen - gibt es etwa 15 Fundstellen, von denen lediglich drei untersucht werden konnten.

Als beispielhafte Fundstücke dieser Feldbegehungen soll hier die Randscherbe eines Kumpfes mit Fingerkniffdekor (Abb. 3,1) sowie das geradezu charakteristische Bodenstück eines hohen Fußgefäßes mit einer Verzierung aus Vertikalriefen (Abb. 3,2) vorgestellt werden.

So war es auch kaum verwunderlich, daß man bereits wenige Tage nach Grabungsbeginn auf die ansonsten sehr seltenen Befunde dieser Zeit stieß, wobei eigentlich nur der relativ gute Erhaltungszustand der Strukturen im Erdboden erstaunte.

Etwas erschwerend für die genaue Zuordnung der Befunde wirkte sich lediglich aus, daß etwa ein halbes Jahrtausend später an der gleichen Stelle eine Siedlung der jüngeren Linearbandkeramik bestand. Dies bedeutet, daß jeder Befund der Grabung genau geprüft werden muß, in welchen zeitlichen Zusammenhang er gehört.

Jüngere Bodeneueingriffe, die dem späten Mittelalter oder der frühen Neuzeit zuzuordnen sind, lassen sich dagegen deutlich von den neolithischen Befunden unterscheiden. Dazu gehören unter anderem zwei Spitzgräben, die im Grunde mit großen Tierknochen verfüllt waren und möglicherweise in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges gehören. Darauf deutet jedenfalls der Fund eines Tierskeletts hin, der mit einer Münze von 1633 verbunden war.

Zu den wichtigsten Befunden dieser Ausgrabung gehören neben eindeutigen neolithischen Siedlungsbefunden (wie zum Beispiel einem länglichen, etwa 20 Zentimeter breiten Gräbchen) auch einige Grubeninventare, die sich der ältesten Phase der Bandkeramik zuweisen lassen. In der tiefschwarzen, lehmigen Verfüllung einer dieser Gruben (Grube 5) konnte neben zahlreichen Keramikbruchstücken auch das Bruchstück einer bandkeramischen Idolfigur entdeckt werden.

Bei dem Bruchstück handelt es sich um ein etwa 5,5 Zentimeter hohes Beinfragment mit figürlichem Charakter (Abb. 4). Das eigentliche Bein besitzt eine Länge von nur wenig mehr als einem Zentimeter, da der Fuß abgebrochen ist. Durch den Verlauf der Bruchkanten wird deutlich, daß ein zweites Bein, vermutlich das linke, fehlt. Die Ergänzung läßt sich ähnlich wie bei einem Stück aus Zilgendorf durch ein zweites, unmittelbar angefügtes Bein denken1. Allerdings setzt bei dem Bruchstück aus Mittelbuchen auch ein horizontal orientierter Körperteil an. Man wird diesen aufgrund des Bruchkantenverlaufes eher einem vierbeinigen Wesen als beispielsweise einem betont hervorgehobenen menschlichen Körperteil der Beckenregion (Geschlechtsmerkmal oder Gesäß) oder gar einer Sitzgelegenheit zuordnen wollen.

Die Keramik besteht aus einem dunkelgraubraunen, fein sandigen und etwas glimmerhaltigen Ton. Eine ehemals möglicherweise vorhandene Glättung ist aufgrund der starken Abnutzung bzw. schlechten Oberflächenerhaltung des Stückes kaum erkennbar Das Bein befand sich an einem Hohlraum, von dem ein Teil der offensichtlich wenig sorgfältig bearbeiteten Innenfläche  erhalten ist.

Die nachlässige Verarbeitung der Innenfläche erlaubt die Vermutung daß das Bruchstück zu einem figürlichen, möglicherweise sogar vollplastischen Hohlkörper gehörte. Grundsätzlich kann aber eine offene Gefäßform nicht ausgeschlossen werden, auch wenn der Verlauf der Bruchkanten eine runde Gefäßform nicht ermöglicht. Wie bei solchen Figuren üblich kann nun ein regelmäßiges Muster der Verzierung nur schwer erkennen. Am Übergang des Beines zum Körper befinden sich zwei eingeritzte Horizontallinien. Sollte es sich um eine anthropomorphe Figur handeln, könnte damit vielleicht ein Gürtel angedeutet sein. Das Bein selbst ist mit vertikalen und gewunden umlaufenden Linien dekoriert.

Das Fragment von Mittelbuchen läßt sich zwanglos in eine Reihe von neolithischen Figuren aus Ton einfügen, von denen im hessischen Raum etwa 25 bekannt sind.

Zumeist handelt es sich bei diesen ldolen um stilisierte Menschen- oder  Tierfiguren, die als selbständige Kleinplastiken oder auch als Applikationen von größeren Gefäßen vorkommen. An dem vorhandenen Fundstück ist nicht mit hinreichender Sicherheit zu erkennen, um welche Art der Darstellung es sich handelt und ob die Figur stehend oder sitzend dargestellt ist.

Grundsätzlich bleiben bei kleinen Bruchstücken wie dem Torsofragment aus Mittelbuchen Rekonstruktionsversuche wie die hier vorgeschlagene Ergänzung als rechtes hinteres Bein eines vierbeinigen Tieres äußerst problematisch.

Dennoch scheint mir diese Darstellung, bei welcher man sich aber nicht auf eine bestimmte Tierart festlegen kann, am wahrscheinlichsten zu sein, auch wenn sie im Vergleich zu anderen neolithischen Tonfiguren ungewöhnlich sorgfältig ausmodelliert erscheint.

Der Neufund von Mittelbuchen stellt eine interessante Bereicherung unserer Kenntnis bandkeramischer Idolfiguren dar, bildet er doch durch seine Datierung eines der ältesten südhessischen Fundstücke dieser Gattung. Lediglich aus Friedberg im Wetteraukreis und Riedstadt-Goddelau im Kreis Groß-Gerau sind noch Bruchstücke von hohlen weiblichen Figuren bekannt, die in die älteste Phase der Linearbandkeramik zu datieren sind.

 

Römische Funde aus Mittelbuchen:

Späte Genugtuung für den Hanauer Historiker Georg Wolff. Funde von Resten von drei Römerkastellen im Mittelbuchener Neubaugebiet Hamburger Allee beweisen zweifelsfrei, daß der Experte vor 120 Jahren mit seiner Theorie Recht hatte. Es hatte zu Zeiten der Kaiser Domitian und Vespasian eine weiter westlich liegende Verteidigungslinie gegeben und die Römer hatten erst später nach einem Kriegszug gegen die Chatten den Limes auf die Linie Großkrotzenburg‑Rückingen‑Marköbel verscho-ben.

Wolff hatte bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts die These aufgestellt, daß die Grenze des römischen Reiches zu Germanien weiter westlich gelegen haben muß. Die Funde in Hanau‑Kesselstadt auf dem Salisberg (Badehaus) und im Heldenberger Neubaugebiet Allee Mitte Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre (Kastelldorf) waren weitere Grundlagen für diese These. Diese römischen Militäranlagen liegen nämlich exakt 5,5 Kilometer in nördlicher und südlicher Richtung von den nun entdeckten Lagern in Mittelbuchen entfernt.

Als im Juli 2001 Versorgungsleitungen im Mittelbuchener Neubaugebiet „Östlich der Hamburger Allee“ verlegt werden sollten, waren auch Archäologen dabei. Eigentlich war man nicht davon ausgegangen, auf römische Spuren zu stoßen, sondern hatte mit Funden aus der Jungsteinzeit gerechnet. Allerdings war bekannt, daß die Römer auch in Mittelbuchen ansässig waren. In der Ebene jenseits der Straße nach Bruchköbel hatte eben jener Georg Wolff vor 120 Jahren eine Ausgrabung organisiert und erfolgreich durchgeführt, war aber davon ausgegangen, Reste eines römischen Gutshofs entdeckt zu haben. Jetzt ist sicher, daß es sich bei den Funden um Reste des Lagerdorfs gehandelt haben muß.

Die Ausgräber fanden zunächst die Umfriedungsreste und Gräben von drei römischen Kastellen. Dem ältesten und mit einer Grundfläche von 40 auf 40 Meter kleinsten Fort für 80 Mann Besatzung konnte eine Entstehungszeit zwischen 80 bis 90 nach Christus zugeordnet werden. Vielleicht kann auch noch geklärt werden, welche Funktion das dritte Römerkastell (ein kleiner Teil eines Grabens und das Tor konnten lokalisiert werden) hatte und welche Dimensionen das älteste der drei Lager aufwies.

Man entdeckte zwei umgebende Spitzgräben (1,50 und 1,90 Meter tief). Einer läuft schnurgerade durch das Gebiet und konnte auf einer Länge von über 210 Metern nachgewiesen werden ‑ ohne daß sein Ende erreicht wäre.

 

In den Gräben fanden die Archäologen neben bisher rund 3.000 Scherben von Gebrauchsgefäßen (zum Beispiel aus Spanien und Südfrankreich) unter anderem eine 74 nach Christus geprägte Bronzemünze (ein As), einen beinernen Spielwürfel, Schuhnägel der genagelten Militärsandalen sowie eine eiserne Geschoßspitze eines Pfeilgeschützes. Dieser letzte Fund läßt den Schluß zu, daß die Besatzung aus Legionären aus Mainz und nicht aus Hilfstruppen bestanden haben muß. Etwa um 100 nach Christus wurde das Römerkastell aufgegeben und die Gräben zugeschüttet.

Zu diesem Zeitpunkt wurde ein erheblich größeres Lager erstellt, von dem die Ausgräber bislang einen 210 Meter langen Graben mit einer Mindesttiefe von 1,80 Meter entdeckt haben. Der Grabungsleiter geht davon aus, daß im Zuge der Feldzüge von Kaiser Domitian gegen die Chatten eine grundlegende Umstrukturierung der militärischen Präsenz stattfand, denn das spätere Lager faßte mindestens 2.000 Mann Besatzung und besaß eine Badeanstalt, wie ein geprägter Ziegel verriet. Der gab auch preis, wer dort stationiert war: Die XXII. Legion, die 97 n. Chr. vom Niederrhein nach Mainz verlegt worden war. Dieses Kastell wurde bereits 110 n. Chr. wieder aufgegeben, denn von diesem Zeitpunkt an läßt sich die Existenz des weiter östlichen gelegenen Limes auf der Linie Großkrotzenburg ‑ Rückingen ‑ Marköbel nachweisen.

Bei den Ausgrabungen stießen Archäologen dann auf ein weiteres römisches Weinkastell. Es ist das nunmehr vierte in dem fast 2000 Jahre alten Militärlager, das Ende Juni überraschend entdeckt wurde. Zwischen 80 und 100 n. Chr. war die Anlage Außenposten des Imperiums ‑ damit wurde die Theorie einer älteren, hinteren Limeslinie Gewißheit.

Mindestens vier verschiedene Truppenlager hat es auf dem Gelände nach aktuellem Stand zwischen 80 und 100 nach Christus gegeben. Die vermutlich älteste Anlage ist ein etwa 40 mal 40 Meter großes Kleinkastell, das von zwei Spitzgräben umgeben war. Ein zweites Kleinkastell wurde erst vergangene Woche ganz in der Nähe gefunden. Es hatte ein quadratisches Tor, was heute noch erkennbar ist an den Löchern, die für die Pfosten in den Boden geschlagen wurden: Die Erde hat an diesen Stellen eine dunklere Farbe. Von den Innenbauten ist dagegen kaum noch etwas erhalten; die Baracken waren in der Hanglage bereits der fortschreitenden Erosion zum Opfer gefallen.

Um so reichhaltiger sind die Funde in den Gräben. Beim Verlassen des Lagers warfen die Soldaten ihre Abfälle ‑ das, was sie nicht brauchten ‑ einfach in die Gräben. Besonders vielfältig sind die Keramikfunde, die belegen, daß selbst ein so kleiner und abseits vom Zentrum liegender Posten mit Importware aus entfernten Gebieten beliefert wurde: zum Beispiel mit dem edlen römischen Tafelgeschirr „Terra sigillata“, das in Südfrankreich hergestellt wurde. Jedes Stück wurde signiert, und so ist anhand einer Scherbe zu erfahren, daß Mittelbuchen Ware aus der Fertigung eines gewissen „Jucundus“ bezog. Entdeckt wurden auch etliche Amphoren, in denen aus Spanien stammendes Olivenöl transportiert wurde. Oder eine antike Reibe zum Zerkleinern von Käse oder Gewürzen.

Wertvolle, weil seltene Funde sind Teile von Glasgefäßen, in denen Parfüm aufbewahrt wurde. Eine Kostbarkeit ist zudem der beinerne Spielwürfel, mit dem sich die Soldaten die Zeit vertrieben haben. Auch lose Tierknochen haben die Archäologen gefunden; sie belegen für den Archäologen Dr. Reuter das große Geschick der römischen Metzger ‑ im Gegensatz zu dem der Germanen.

Einen ungewöhnlichen Fund stellen zudem zwei Nägel dar ‑ denn die Römer pflegten alles Metallische wieder zu verwerten. Sie zogen jeden Nagel raus.  Irgend jemand hat da wohl schlampig gearbeitet.

In Eile oder mit seinen Gedanken woanders war vielleicht auch jener Soldat, der eine Bronzemünze verloren hat. Das Fundstück wurde 74 nach Christus geprägt und trägt das Bild von Titus, der zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht Kaiser war: Sein Vater Vespasian, der damals auf dem römischen Thron saß, wollte damit bereits Propaganda für seinen Sohn machen.

Mittelbuchen war 30 Jahre lang Grenze eines Reiches, das von Syrien und dem südlichen Spanien bis nach Britannien reichte. Die Römer, so der Archäologe, legten ihre Kastelle nicht planlos an, sondern errichteten ein „wohldurchdachtes, linear organisiertes Sicherungssystem, das für einige Jahrzehnte einen Grenzabschnitt des Imperium Romanum sicherte“.

Und bei dieser Grenzsicherung spielten die Kastelle in Mittelbuchen mit Sicherheit bis 110 vor Christus eine wichtige Rolle. Nach der Auswertung durch den Hanauer Geschichtsverein sollen die Funde im Heimatmuseum Mittelbuchen zu sehen sein.